FeedZinkblech
NaturlehreBau-Lexikon 1881

Zinkblech, n., franz. zine laminé, engl. sheet-Zink, Zink-plate, s. d. Art. Dachdeckung u. Zinkdach; außer dem dort bereits Gesagten geben wir zu Berechnung des Bedarfs noch folgende Notizen: Die Werke der schlesischen Aktiengesellschaft zu Breslau und die belgischen Werke der Gesellschaft Vieille montagne in Chenée versenden nach nebenstehender Tabelle. Die Dauer ist bei Nr. 15 ca. 18 Jahre, doch kommt dabei viel auf Güte, Umstände und Deckungsart an. Zinkblech, welches von unten durch Dünste getroffen werden kann, wird sehr schnell zerstört. In Norwegen hat man es mit Erfolg durch einen Anstrich von Wasserglas, sowie auch durch Theerung nach geschehener Aetzung mit Schwefelsäure gegen die Oxydation, selbst unter Einfluß von Salzdünsten geschützt, doch kann man es auch mit Oelfarbe streichen; s. d. Art. Anstrich IV. Man kann auch statt des dort angerathenen Zinkweißanstrichs, um die Oelmalerei dauerhafter zu machen, das Metall vorher mit einem sehr dünnen Häutchen von Zinkoxydchlorid (basisch salzsaurem Zinkoxyd), durch Besprengen des Zinks mit verdünnter Salzsäure versehen; die Salzsäure greift nämlich das Metall an u. erzeugt Chlorzinkod. Zinkbutter, welches in Berührung mit dem Sauerstoff der Luft zu Oxydchlorid wird. Diese Reaktion erfolgt zwar langsam, aber wegen der Zerfließlichkeit des Chlorzinks nach und nach vollständig, wobei die feuchte Oberfläche erst nach gänzlicher Umwandlung trocken wird; dazu kommt noch, daß nach dem Besprengen mit Säure die Oberfläche des Metalls etwas rauh bleibt. Das Häutchen von Zinkoxydchlorid haftet vollkommen auf dem Metall, und der auf diese Schicht aufgetragene Firniß hält eben so gut wie auf Eisenblech. Man kann auch in der Salzsfäure Farben vertheilen, wo dann beim Besprengen des Zinks granitartige Dessins entstehen. Die Farben werden dabei von Zinkoxydchlorid eingehüllt; durch Ueberfirnissen erhält so behandeltes Z. das schönste Aussehen. Wo zu dieser Behandlung Zeit mangelt, erreicht man schon ziemliche Dauerhaftigkeit, wenn man den Grundanstrich mit

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 4, S. 512Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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