FeedAräometer
TechnikBau-Lexikon 1881

Aräometer, n., Gravimeter, n., Dichtigkeitsmesser, Hydrometer, Senk- od. Schwimmwäge, frz aréomètre, m., pèsée-esprit, m., Pèse-liqueur, engl. bydrometer, areo-Fig. 236. Fig. 237. sind. An den A. ist meistals Ausgangs-Stalenaräometer. punktod. Nullpunkt der Skala der Punkt angenommen, bis zu welchem das A. in reines Wasser von bestimmter Temperatur, vielleicht 20 C., einsinkt. Die Skalenaräometer bestehen nämlich gewöhnlich aus einem hohlen metallenen oder gläsernen Cylinder von geringem Durchmesser, der unterhalb durch Quecksilber od. Schrot entsprechend beschwert ist und oberhalb in einer dünnen Spindel ausläuft, in welcher sich die Skala befindet; s. Fig. 236 u. 237. Die Gewichtsaräometer werden durch die Nicholsonsche Senk⸗- od. Wasserwäge (Fig. 238) repräsentirt. Dieselbe besteht aus dem eylindrischen Körper A, aus dünnem, nicht oxydirtem Blech, der oben und unten konisch zuläuft, damit er sich möglichst leicht im Wasser bewege. Oberhalb sitzt auf einem Stiel der Teller Bfür die Gewichte,‚ während unterhalb ein Schälchen Eängehängt ist, zu Aufnahme der festen Körper, deren spez. Gew.bestimmt werden soll. Am Stiel ist bei Ceine Marke angebracht, bis zu welcher das Instrument durch Auflegen eines Gewichtes, des Normalgewichtes, in das Wasser eingesenkt wird. Man legt nun den Körper, dessen spez. Gew. man bestimmen will, zuerst auf den Teller Bu. nimmt so viel vom Normalgewicht weg, daß die Marke Owiederum genau in das Wasserniveau einspielt. Der weggenommene Theil des Normalgewichtes ist also das absoluteGewicht des Körpers. Hierauf legtman den Körper in das Schälchen E(welches bei Abwiegen von Körpern, die spezifisch leichter als Wasser sind, mit einem Drahtnetz überdeckt ist) u. legt oben auf den Teller B so viel Gewicht auf, daß das Instrument wieder bis zur Marke C einsinkt. Dieses jetzt aufgelegte Gewicht entspricht dem Gewicht des durch das Körpervolumen verdrängten Wasservolumens u. es ist nun durch dieses Gewicht das vorher bestimmte absolute Gewicht des Körpers zu dividiren, um das spez. Gewicht zu erhalten. Bei der Anwendung der Aräometer ist stets auf die Temperatur der Flüssigkeiten, in welche sie eingesenkt werden, Rücksicht zu nehmen, daher ist an den Aräometern besserer Art stets einThermometer angebracht u. bezüglich der Skala auf eine mittlere TemperaturRücksicht genommen, sucht, z . Biath Einstellen in warmes 220 kaltes Wasser. Aräometer, die für bestimmte Flüssigkeiten eingerichtet sind, geben gewöhnlich nicht das spezielle Gewicht, sondern den Prozentgehalt an, z. B. bei Zuckerlösungen; doch muß man natürlich in solchen Fällen, wie bei der Anwendung der Aräometer überhaupt, gesichert sein, daß nicht noch fremde Substanzen außer denen, deren Menge man durch das Aräometer bestimmen will, in derFlüssigkeit aufgelöstsind; solche Gebrauch des Aräometers 5 den 101 238. Rübenzuckerfabriken zur Bestim⸗ Gewichtsarkometer. mung des Prozentgehalts er in demRübensaft ziemlich illusorisch. Das in Deutschland verbreitetste Aräometer ist das Beaumésche, wovon es zwei Arten giebt, eines für Flüssigkeiten, die schwerer (Säuren), und ein anderes für Flüssigkeiten, die leichter (Alkohol, Aether etc. als Wasser sind. Die Anwendung dieser Aräometer ist leicht verständlich, indem sich nach den angezeigten Graden mittels nachstehender Ta belle sogleich die spezifischen Gewichte der Flüssigkeiten bestimmen lassen.N. Tabelle zu Beaumé's Aräometer für Flüssigkeiten, die schwerer oder leichter sind als Wasser: Grade. spez. Gewicht. Grade. spez. Gewicht. 10 1„0745 20 0,336 15 1„1155 25 903² 20 1½1596 30 O/Svas 25 1/½2082 35 0,6478 30 1/½2612 40 0,8233 35 73190 4⁵ 0,800 40 1„3815 50 0/½⁷⁷ 45 1j„4504 55 0,560 50 75253 60 0/7354 55 56086 60 „4019 6⁵ 1/3082 7⁰ 1j9201 7⁵ 7061⁰ liglit / mothes 18815bd1/0158

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 146Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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