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NaturlehreBau-Lexikon 1881

Arsenik, m., u., Arsen, n., frz. arsenie, m., engl. arsenic, lat. arsenium, cobaltum crystallisatum, griech. %οεννα, d.h.männlich, wohl seiner starkenWirkung wegen, wurde 1694 von Schröder entdeckt. In der Natur kommt es theils gediegen (als Scherbenkobalt, arsenie natif); theils in Verbindung mitanderen Metallen vor (Arsenikerz, frz. mine d'arsenie, arsénide, Nickelkies, Traubenblei, Eisenpecherz, Pharmakolith), od. an Schwefel gebunden (Realgar, Auripigment, Arsenikkies); nur sehr selten wird es als Sauerstoffverbindung, frz. arsénicoxyde, als arsenige Säure od. arsenigsaures Salz gefunden. Durch Sublimation des Scherbenkobalts, noch besser des Arsenikkieses, erhält man d. Arsen, welches durch mehrmalige Sublimation gereinigt wird. Das A. ist spröde, leicht zu pulverisiren, von Farbe stahlgrau oder lichtbleigrau und hat starken Metallglanz; das Gefüge ist blätterig; die Krystallform ist die des Rhomboides. In feuchter Luft zerfällt das A. zu schwarzem Pulver, und bei genügender Gegenwart von Wasser und Luft oxydirt es zu arseniger Säure (weißer Arsenik, Arsenikblumen, Rattengift, Giftmehl). Die arsenige Säure ist eines der stärksten Gifte; sie dient als Arzneimittel, zu Darstellung von Weißkupfer, in ELBSERG O Universitatsbiblio d. A.s in einer Glasröhre im kälteren Theil derselben erhält, ferner der knoblauchartige Geruch, den A. vor der Löthrohrflamme auf Kohlen entwickelt. Bestes Mittel bei Arsenikvergiftungen istfrisch gefälltes Eisenoxydhydrat so- wie reichlicherGenuß eiweißhaltiger Substanzen. Anwesenheit von A. in Eisen macht es kaltbrüchig. M. Die Darstellung der arsenigen Säure, des Giftmehls, geschieht durch oxydirendes Rösten der Arsenerze od. des Röstofenflugstaubes neuerdings in Flammenöfen, od. in Muffelröstöfen, die aber viel Brennmaterial fordern. Von den Flammenöfen, die mit Gaskohks gefeuert werden, geht die arsenige Säure mit den Verbrennungsprodukten der Kohke in große gemauerte Kanäle, wird in denselben abgekühlt und lagert sich auf ihrem Weg nach dem Ende derselben fast vollständig ab, so daß durch die Esse am Ende Arsenal zu Wien. der Kanäle nur wenig in die Atmosphäre übergeht (siehe Fig. 254). Das Mehl dient bes. zum Oxydiren der Anilinfarben, zu Zwecken der Gerberei u. s. f. Diese arsenige Sure wird im Handel häufig als glasartige Masse, Arsenglas, verlangt, und zu diesem Behuf auf den Arsenhütten in besonderen Apparaten bei höherer Temperatur umsublimirt, auf diese Weise aber fast völlig von den dabei noch befindlichen Unreinigkeiten befreit. In den Kessel a (Fig. 255) kommen ca. 2½ Ctr. Arsenmehl, und hierauf wird derKesselerhitzt. Die arsenige Säure wird gasförmig, geht in den Blechmantel b und schlägt sich infolge der Abkühlung an den Wandungen desselben als Weißglas in der Stärke von 2—3 em. nieder. Der ganze Prozeß dauert ca. 8 Stunden, nach welchem der Blechmantel heruntergenommen und ausgeschlagen wird. 100 Etr. Mehl geben ungefähr 90 Ctr. Glas. In Fig. 255 ist c der Kanal nach der Esse und d Flußstaubkammer für etwa fortgehende arsenige Säure. Die Schwefelverbindungen des Arsens geben das rothe

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 160Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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