Baluster, f., frz balustre, m., engl. baluster, ballister, verdorben in bannister, ital. balaustro, vom griech. Nοαειοσ, unreife Granatfrucht, auf andere einer solchen einigermaßen ähnelnde, also schwellendlänglichrunde Körper übertragen, daher in der Baukunst namentlich 1. stark geschwelltes Säulchen, welches, als Geländerdocke benutzt, zu Herstellung der Balustraden dient. Am häufigsten angewendet finden sich dieselben in der Renaissance, während sie in der Antike nicht vorkommen; s. daher d. Art. Renaissance und Barockstil. — 2. Jede Zwergsäule (s. d.). — 3. s. v. w. Docke (s. d.) überhaupt, auch an Schlüsseln, Leuchtern etc. — 4. Polster am ionischen Kapitäl; s. Jonisch.
Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 243Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei