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BaukunstBau-Lexikon 1881

Bänder, auch fliegende Zettel ge-Fig. 381. nannt, Fig. 382, sind häufig sehr Bundsäule aus Kolin. willkommene Aushülfsmittel zu ungezwungener Ausfüllung leerer Flächen, Zwickelfelder etc. II. Band in der Zimmerwerkskunde, frz. lien, m.,engl. pbrace, lat.catena ein in schräger Richtung, zuUnterstützung „und Verbindung zweier parallel liegender oder nach einem Winkel zusammenstoßender Hölzer mit diesen verzapftes, überblattetes oder versatztes Stück Holz. Verbindet es zwei im Winkel sich treffende Hölzer, so heißt es Winkelband, Bug m., Bü ge, k., frz. lien d'angle, moise inclinée, bras de force, demi-eroix de Saint⸗ Andrée, engl. anglebprace, diagonal Stay. a) Verbindet es eine Schwelle mit der darauf stehenden Säule, so heißt es unteres Winkelband, Fußbüge oder Fußband, lat. cCopreolus, frz. guétre, tf. engl. Iower brace, foot-hrace, ital. ramza, s. Fig. 386. b) Hat ein Fußband zugleich die Funktion, einen Theil der „Last von der Säule aufzunehmen oder einen auf die Säule wirkenden Seitenschub abzufangen, s. Fig. 387, so heißt es tsbibliothek Heidelberg Strebeband, frz. lien m. en contrefiche, étaie inclinée (im Hängewerk arbalétrier, engl.strut-brace, stay,l s. d. Art. Strebeband u. Hängewerk). e) Verbindet es eine Säule mit dem darauf ruhenden Rahmstück, Balken oder dergl., so heißt es Stützband, Tragband, Achsel-Schulter-oder Kopfband, frz. aisselier, m. (épaule, étable), lien en aisselle, esselier, engl. shoulder-tree, upper-brace,upper-strut, inSachsen Winkelband schlechthin, sonst auch oberes Winkelband, in Hessen re. Bug, m., Büge, k. Diese Bänder werden gewöhnlich unter einem Winkel von 456, dem sog. Tragwinkel, eingesetzt. Die Befestigung geschieht entweder mittels Zapfen und Versatzung nach Fig. 383, oder mittels Anblattung und Versatzung (versatztem Blatt), Fig. 384. d) Jagdband heißen die Bänder, welche mit Jagdzapfen (s.d. Art.) eingesetzt sind. e) Kreuzband, Kreuzbüge, frz. entretoise croisée, entretoise en sautoir, croix f. de Saint-Andrée, engl. saltier-cross-bar, St.-Andrew's Cross, cross-stay, bessteht aus zwei sich überkreuzenden Schrägbändern u. dient zur Verbindung paralleler Hölzer, z. B. in Fachwänden; s. Fig. 385 und Art. Kreuzband. k) Balkenband, lat. subscus, frz. Crampon, clef, engl. key, ein kleines Verbandstück, welches dazu dient, zwei Balken an einander zu befestigen; auch Balkenbänder (s. d.) können als Kreuzbänder konstruirt werden, s. d. Art. Andreaskreuz 3 und Abkreuzung. g) Sturmband,‚ Sturmbüge, auch Schubbüge, Windstrebe, Schubband gen., frz. décharge, échar-Pe, poteau de charge, poteau de décharge, engl. prickpost, zwischen Schwelle und Rahmholz in Fachwänden schräg gestellte Hölzer zum Tragen und gegen das Verschieben der Wände, s. d. Art. Fachwand; je schräger dieselben stehen, desto strebender, aber desto weniger tragend wirken sie, und umgekehrt. Gewöhnlich bringt man sie im Winkel von 75 an; stehen sie steiler als 600, so heißen sie frz. guette. Der Zimmermann setzt in der Regel etwas zu großes Vertrauen in die Bänder betr. deren Tragkraft, besser ist es jedenfalls, sich auf solche indirekte Stützungsmittel weniger zu verlassen als auf die richtige Anbringung der Hauptstützen, während gegen die Verschiebung die Bänder allerdings nicht blos nützlich, sondern nöthig sind. h) Band bei Pfahlrostenfrz. raineau, s. v. w. Holm, Oberlegeholz, Pfahlholm. III. Band im Schiffsraum, frz. guirlande, f., engl. hook, auch Vranzen, und zwar nach der Lage: Kragvranzen, forehook; Brustband, Bugband, franz. guirlande f. des écubiers, engl. breasthook; Deckbugband, frz. guirlande des ponts, engl. deck-breast-hook; Vranzen vom Spiegel gen., sind große krumme Hölzer, die, zu Befestigung des Vorder- und Hintertheils, ungefähr wasserpaß angebracht, die Vordersteven und die Ohrstützen oder Klüshölzer rechtwinklig überschneiden, auf dieselben sehr genau aufgepaßt und an sie mittels ganz durchgehender Schraubenbolzen befestigt sind. Zwischen Kielschwinn und Vorderdeck liegen meist 4—5 solcher Bänder, so daß die Planken des Unterdecks auf den obersten aufliegen. Zwischen erstem u. zweitem Deck bringt man dicht unter die Klüsen, unter den Oberdeckbalken, ebenfalls ein solches Band an. Das letzte, auf dem das Bugspriet aufliegt, ruht auf den Untertrempeln der zweiten Lage. Ueber je mehr Inhölzer man sie reichen läßt, desto besseren Verband geben sie natürlich; sie sind meist doppelt so lang u. um ½ stärker als die Kniehölzer der Deckbalken. IV. Band als eisernes, unbewegliches Verbindungsstück, a) Zugband, frz. Uen m. en fer, engl. tie, zu Befestigung gewisser Holzverbände. Fig. 388 zeigt ein solches B., welches dazu dient, den Verband zweier liegenden Hölzer mit einem sich zwischen sie schiebenden stehenden Holz zu sichern; man kann das B. auch in das Holz einlassen. Gut ist es, an beiden Seiten der Hölzer Bänder anzulegen. Aber bei stumpfem Stoß zweier liegenden Hölzer (wenn man sich in unserer Figur die Säule wegdenkt) sichert auch ein Doppelband nicht genug vor seitlicher Verschiebung; man lasse desliglit / mothes 18815d1/0256 halb oben auf dem Stoß den Schwalbenschwanz X Fig. b 389 ein. Auch kann man das B., statt mit Schraubenflanschen, mit Kröpfen oder Ansätzen, Fig. 389 B, e, e, versehen, vor welche dann Krampfen, k, k, geschlagen werden. Zur Verbindung der Streben mit den Hänges ãulen etc. bedient man sich ähnlicher Bänder, die dann aber häufig gebogen, gekröpft re. sein müssen. b) Zu Herstellung von Eckverbänden bei Eisengittern etc. s. Fig. 390, wo derStab a mit dem Stab b durch das B. c verbunden ist. V. Zandals umschließendes Gebinde, frz. bande, écharpe, f. bandage, m. engl. hoop. a) Festgeschlossenes, angeschobenes B., Reifen, Zwinge, frz. krette, Virole, f., engl. vervel, ferrule, wie solche um die Köpfe von Pfählen, Balken etc. gelegt werden, um das Aufreißen zu vermeiden. b) Umgelegtes B., frz. armature, f., engl. trussing, besteht meist aus Eisenschienen od. Blechstreifen, die um Oefen, Röhren, Formen u. dgl. gelegt werden, um sie gegen das Zerspringen zu sichern; sie werden meist an einem Ende zusammengeschraubt; s. übr. Gebinde. e) Beim Böttcher, frz. cercle de fer, engl. ironhoop, 1. s. v. w. Reif, bes wenn er nicht von Holz ist. — 2. Der Ort, wo der Reif befestigt ist. VI. Pand als ewegliches Verbindungsstück, Thürband, Fensterband. Das andwerk oder Gebände, die Aufhängungsvorrichtung für drehbare Flügel, frz. penture, engl. hinge, besteht aus einem Bandhaken od. einem Stift oder dergl. und dem eigentlichen B., Angelband, frz. bande, f., engl. 100p, s. d. Art. Angel 1 zu Ende. Die am häufigsten vorkommenden Arten der Thür⸗ und Fensterbänder sind folgende: a) Charnierband, frz. charnière, f., couplet, m., engl. turning-joint, hingeZoint, joint-hinge, joint-frame, Lappenband, Gelenkband, Gewerbe, Gewindeband, Charnierband. 1. Gerades Charnierband, frz. charnière simple, engl. single, hingezoint, Fig. 398 stellt ein solches dar, und zwar bei Kund B im Grundriß, O in der Ansicht. Aus & und B ersieht man auch, wie sich das B. bewegt, und zugleich, daß es ein vollständiges Oeffnen der betreffenden Thüre erlaubt. Es besteht aus 2 Lappen a u. b, Bandlappen, Bandstüchen, frz. pan de penture, bande, branche, engl. strap, tail, gewöhlich aus Blech gefertigt, die um einen Stift, den Bandstift, Dorn, un., Ruthe, k., frz. gond m. à charnière, broche, f., engl. pin, broach, gewunden und zusammengeschweißt werden, und zwar entweder nach Fig 391, frz. soudé, od. nach Fig. 392, franz. ployé, dann werden sie parweise zusammengelegt, der Dorn durchgesteckt u. an den Enden vernietet. Die Lappen sind mit Schraubenlöchern versehen; sie werden stumpf aufgelegt oder in Thür und Pfosten eingelassen und eingeschraubt. Da diese Bänder, dafern sie auf diese Weise konstruirt und nicht — was aber blos auf besondere Bestellung geschieht — aus dem Ganzen geschmiedet u. dann gebohrt sind, wenig Halt gewähren, so wendet man sie nur bei Kasten, Läden und leichten Thüren sowie da an, wo das Band wenig bemerkbar sein soll, z. B. an Tapetenthüren r. — 2. Das verkehrte Charnierband, Klapptischband, franz. ouplet à pans, briquet, Fig. 394, erlaubt nur ein Aufschlagen bis zu dem rechten Winkel. — 3. Das gekröpfte Charnierband, franz. charnière coudée, engl. bent joint-frame, Fig. 395, geht ebenfalls nur bis zum Winkel auf. — 4. Das versatzte Charnierband, frz. charnière à taquet, s. Fig. 396; bei Fig. 398. Nußband. Fig. 399. Kopfband. diesem kann man durch verschiedene Größe der Ansätze dem Aufgeben beliebige Grenzen setzen. Die Größe dieser Bänder richtet sich nach dem Bedarf, ebenso die Länge der Lappen, welche nicht gleich groß zu sein brauchen. — 5. Nußband, frz. Charnière à c0g, zum Seitlichansetzen. Fig. 397 stellt ein solches B. u. D in der Aufsicht, Bim Durchschnitt, Oin der Ansicht dar; Eist die Nuß, einzeln dargestellt. Es giebt auchsolche Bänder mit 2 Nüssen, frz. à deux cods. — 6. Nußband zum Anschlagen auf der Kante, s. Fig. 398. K und O sind Grundrisse, Bdie Ansicht des Bandes, Dist — die Nuß, einzeln dargestellt. — 7. Aufsatzband oder Kopfband, auch Zapfen⸗ Fig. 400. band genannt. Fig. 399 stellt dieses aus den Lappen a u. p und dem Zapfen &bestehende Band bei O in der Ansicht, bei A u. Bim Grundriß dar. — 8. Charnierband mit Charnier band mit Vorstecker, frz. kiche à broche, joint-frame with pin or peg, nach einer der obigen gestaltet, aber mit ausziehbarem Stift. Hakenbänder, Aufsetzbänder, Kegelbänder, frz. penture gond, pommelle f. simple, engl. hinge and loop, Ioop hook. — Es besteht zunächst jedes Hakenband aus * 2— dem Bandlappen a, welcher * aauf den Thürflügel ver-Fig. 401. Schippenband. befestigt, s. Fig. 403 e, welches an den Pfosten od. die Verkleidung angeschraubt wird, franz. gond à platine. Bei steinernen Thürgewänden wird die Spitze, mit Stein-Fig. 402. s. Fig. 402. Ist der Haken zum Einschlagen od. Eineingerichtet, so heißt das B. frz. Pommelle simple; Haken aber an einem dem B. ähnlichen Lappen befestigt, so heißt das B. p. double. — 1. Schippenband, Ppommelle simple à pale. Dasselbe ist in der am häufigvorkommenden Gestalt Fig. 401 sehr unschön, nicht schöner als Schwalbenschwanzband, frz. pomsimple à queue d'aronde, Fig. 402, welche Form übrigens auch häufig dem Bandlappen der Charnierbänder giebt. — Das Schippenband ist aber manchfacher Verschönerung fähig. Früher wurden die Schippenbänder ziemlich allgemein bei Zimmerthüren etc. angewendet, jetzt noch bei untergeordneten Thüren. — 2. Winkelband, frz. pommelle à équerre, équerre à charnière, englsingle garnet, H-L-hinge. Diese Winkelbänder, Fig. 403, kommen in kleinem Mäßstab bei Fenstern, bedeurend größer bei schweren Thüren u. Thoren vor. Das Winkelband hat außer seinem eigentlichen Zweck, der Thüre als Stütz- und Drehpunkt zu dienen, noch die Nebenbestimmung, die Verbindung der Rahmhölzer an den Ecken zu verstärken, und besteht daher aus rechtwinklig geformten Eisenwinkeln a, welche mit den vertikalen und horizontalen Rahmhölzern verschraubt oder vernagelt werden u. dieselben zusammenhalten. An dem vertikalen Schenkel ist die verstärkte Bandhülse b angebracht, welche auf einen Sultzrloben d, e aufgesetzt wird. Gewöhnlich sind die Winkelbänder nur als Kegelbänder konstruirt, so daß der Dorn des Hakens oben aus dem Gewinde hervorschaut, wie bei Fig. 401 u. 402. Bei dem hier in Fig. 403 dargestellten jedoch ist in die Hülse h ein Dorn 0, franz. schraubt, welcher auf dem Dorn des Bandhakens d, e ruht, daher diese Bänder auch Dorubänder oder Einsatzbänder, fr. iche, engl. bolthinge, heißen u. zwar nach der Gestalt des Dornknopfes fiche 2 Vase etc. — Das hier dargestellte ist also ein Winkeldorn⸗

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 243Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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