FeedBenzin
PflanzenreichBau-Lexikon 1881

Benzin, u., s. d. Art. Benzol. „frz. benjoin, m., résine ou gomme f. de benjoin, engl. benjamin, benzoin, wird auf den Sundainseln, Sumatra, Borneo, Santa Fé und Java sowie im Königreich Siam durch Einschnitte in die Rinde eines Baumes (Styrax Benzoin, Benzoin officinale, Fam. Storaxgewächse) gewonnen. Ein Stamm liefert gegen 1½ kg. flüssiges Harz, das an der Luft rasch härtet. Die jungen Bäume geben das Harz in weißen, getropften Stücken; dies ist die beste Sorte; die von älteren Bäumen kommenden gelben und braunen Stücke sind weniger geschätzt. Im Handel erscheinen beide Sorten gemengt in Klumpen, die ein Konglomerat von fast weißen, mandelartigen Stücken, in bräunlichgelber Masse gelagert, darstellen und kleinmuscheligen Bruch haben, wachsglänzend; Geruch angenehm, pvanillenähnlich. Die Benzoe, ein Gemenge verschiedener Harze mit Benzoeésäure u. ätherischem Oel, ist in Alkohol vollständig, in Aether größtentheils, in flüchtigen u. fetten Oelen nur in geringer Menge löslich; sie nimmt besond. beim Erwärmen einen sehr angenehmen Geruch an, welscher Eigenschaft sie ihre Anwendung in der Parfümerie verdankt. Gewöhnlich bedient man sich als Räuchermittel blos einer Auflösung von Benzos in Spiritus, auch als Zusatz zu Firnissen z. B. für Tabaksdosen, Pfeifenröhren „Spazierstöcken etc. Vergl. auch den Art. Storax. Venzoßsäure, k., frz. acide benzofque, engl. benzoie acid, benzoin-acid, findet sich im Benzoeharz, aber auch verschiedenen anderen Harzen u. Balsamen, z. B. im Drachenblut, Tolubalsam, Guajakharz u. s. f. Man gewinnt die B. aus den Harzen, bes. aus der Benzos durch Sublimation. Sie bildet glänzende Krystallnadeln und besitzt vanillenartigen Geruch; ihr Dampf reizt zum Husten. Die reine B. wird in der Medizin verwendet.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 339Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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