FeedBogenverband
BaukunstBau-Lexikon 1881

Bogenverband, m., frz. assemblage des arcs, arch-bond; der Verband für ist sehr verschieden u. wird das Nöthigste darüber in d. Art. Mauerbogen, Steinschnitt u. Verband beigebracht werden. Was nun die Ausführung der Mauerbögen aus Backsteinen betrifft, so werden dazu entweder die gewöhnlichen Mauersteine mit parallelen Lagerflächen verwendet, oder es werden Steine nach dem der Wölblinie entsprechenden Fugenschnitt mit keilförmigen Lagerflächen dazu besonders geformt. Der Verband eines Mauerbogens von bestimmter Stärke und Länge ist von der Form der Wölbsteine unabhängig. Mag der Bogen seiner Stärke nach aus einer od. aus mehreren über einander gesprengten Mauerungen bestehen, so müssen die Lagerfugen durch die ganze Tiefe jedes einzelnen Bogens ohne Unterbrechung hindurchgehen, so daß sie in der Bogenstirn centrale, in der Bogenlaibung aber 20 der Achse der Wölbung parallele Linien bilden. Die Stoßfugenz weier auf einander liegender Wölbschichten dürfen weder in der Bogenstirn, noch in der Bogenlaibung, noch im Innern des Wölbkörpers auf einander treffen, müssen vielmehr von Schicht zu Schicht überdeckt sein. Bei dem Verband für Mauerbögen ist die Anwendung kleiner Steinstücke zu vermeiden u. aus diesem Grund eine einfache Fugenwechslung nach den Regeln des Blockverbandes mit abwechselnden Läufer⸗ u. Binderschichten anzuordnen. Bei dem Mauern von Bögen aus gewöhnlichen Backsteinen müssen die Steine entweder am untern Ende keilförmig zugehauen oder am obern Ende mit keilförmigen Steinsplittern so unterfüttert werden, daß die obere Lagerfläche genau der Richtung des Fugenschnittes entspricht. Das Zuhauen der Steine ist zeitraubend und kostspielig, und das Unterfüttern der Steine am Bogenrücken hat den Nachtheil, daß beim Ausrüsten der Bögen die Fugen der nicht nach ihrer ganzen Länge gleichmäßig unterstützten Steine sich hauptsächlich nach der inneren Laibung öffnen, und hiernach die Verbindung der Steine mit dem Mörtel, worauf die Festigkeit des Bogens hauptsächlich beruht, geradezu aufgehoben wird. Beträgt die Stärke eines Backsteinbogens nicht mehr als die Länge eines Steins, so ist die keilförmige Gestalt der Lagerfugen zwischen den Steinen in der Regel so unbedeutend, daß ein stärkeres Auftragen von Mörtel gegen den Rücken des Bogens ausreicht, die obere Lagerfläche der Steine in die Richtung des Fugenschnittes zu bringen, und es wird das Schwinden des stärker aufgetragenen Mörtels dadurch ohne Nachtheil für die Tragfähigkeit des Bogens, daß beim Ausrüsten die oberen Fugen sich mehr schließen, ohne daß an der untern Laibung die Fugen sich öffnen müßten. Da mit der Stärke der Bögen die Erweiterung der Lagerfugen nach oben zunimmt, und dies um so mehr, je kleiner der Krümmungshalbmesser ist, so ist anzurathen, Bögen von mehr als 1½ Stein Stärke aus mehreren ohne Zusammenhang über einander gewölbten Ringen bestehen zu lassen, s. Fig. 768 und 769. Der erste Bogen von geringstem Durchmesser wird nach erfolgtem Schließen ausgerüstet, so daß er für die darüber gesprengten Bögen als eine Unterrüstung betrachtet werden kann, welche keine nachtheilige Senkung mehr befürchten läßt. Bei dem Verfahren der Engländer jedoch, Mauerbögen, selbst Gewölbe von großer Stärke aus über einander gemauerten Ringen, welche nur Stein Stärke haben, herzustellen, kann die Einrüstung erst nach dem Schluß des letzten Bogenringes herausgenommen oder muß nach und nach gesenkt werden, weil die einzelnen Ringe für sich liglit / mothes 1881bd1/0450 schwach sind, um sich nicht nach dem Wegnehmen der Rüstung zu senken und seitlich auszubauchen. Bei den 3 Römern waren diese ringförmig über einander gewölbten isolirten Mauerbögen beinahe allgemein üblich. Das Mauern der Bögen muß von beiden Widerlagern aus gleichzeitig und an jedem Fußende des Bogens mit nn. Schicht des in zwei Schichten abwechselnden Verbandes begonnen, und auf beiden Seiten immer in gleichen Höhen bis zu dem auf den Lehrbögen bezeichneten Scheitelfortgesetztwerden. Der Bogen darf in dem Scheitel e keine Fuge haben, sondern muß durch einen Stein, welcher durch eine Senkrechte im Scheitel halbirt und Schlußstein oder Bogenschluß genannt wird, im Scheitel Südieh Ms.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 438Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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