buddhistische Bauweise, f., 8 frz. architecture bouddhique, 9 engl. buddbist architecture. 10 Diese ist die älteste Abzweigung 1307006606 des ostindischen Baustils, wie denn auch die buddhistische 2c. bis Form des Brahmaismus nach 10 den neuesten Forschungen die 14 118011006 älteste der drei in Ostindien ein⸗ 6½ heimischen Religionsformen zu 7 sein scheint. Sie soll, nach den Aussagen der buddhistischen Priester und Gelehrten, um 8½ 2000 v. Chr. gegründet worden 9 sein. Aus dieser ältesten Zeit 9½ sind gar keine Bauten erhalten. 10 Vielmehr scheint sich der Ursprung der diese Religion repräsentirenden Bauweise erst von der Reformation durch Sakya-Muni zu datiren. höhe. Auflagers. Stück. pro qm. lastung. dto. dto. 66 50 dto. dto. 94 78 78 78 975080 1000 0 dto. dto. dto. dto. 1500 18 2 60 47 47 dto. dto. 78 78 45 „ 26,50 46,% 41 —44 8 dto dto. 113 .. — — 80 55 39,5 46,3 dto dto. 46 54 — — 100 80 7˙⁰⁵ 46,5 dto dto. 81 5⁴ 104 50 61/½3 46,5 dto dto. 54 — — 45 70 23 46,5 dto dto. 27 5⁴ +2 + 35 7⁰ dto dto. 20f,5 5⁴ 7⁵ 60 61 46, — — dto dto. 66 50 eDieser, als Abkömmling der aus Audh nach dem Himalaja vertriebenen Sonnenkönige 623 v. Chr. geboren, gab sich als eifriger Prophet der von ihm reformirten Religion. Seine Verehrungsstätten, Dagops od. Dagoba's (von dhatu, Reliquie, u. gobba, Sarg) gen., woraus später das Wort Pagode ward, sind eigentlich keine Gebäude in dem Sinn, den wir gewöhnlich mit diesem Ausdruck verbinden, sondern Buddhagräber, d. h. Ummauerungen einer engen, unzugänglichen, runden, ziemlich hohen Kammer, in welcher Reliquien des Sakya-⸗Muni aufbewahrt sind. Aeußerlich hat diese Ummauerung die Gestalteines runden, niedern Thurmes, mit einer Kuppel bekrönt, die etwas mehr als Halbkugelform hat, oft auch nach oben etwas zugespitzt ist. Ganz konsequent ist diese Form nicht durchgeführt; die beiden zu Kabul, zwischen 250—300 n. Chr. gebauten, genannt Surkh Minar und Minar Chakri, sind sehr schlank und mit mehreren Absätzen und Gurtungen versehen. Bei anderen dieser über ganz Ostindien, Tibet, Nepal, Ceylon, Java etc. verbreiteten Bauten ist die Kuppel der Haupttheil und der Tambour sehr kurz; kurz, durch Umänderung der Verhältnisse sind, unter Beibehaltung der Grundform, doch die tionen erzeugt worden. Ueber die meisten dieser Dagops od. Reliquienschreine sind später größere Pagoden errichtet worden. Noch ist zu erwähnen, daß nicht immer der Dagop eine Kuppel hatte, sondern oft nur die Form einesPostaments mit darauf ruhendem Reliquienkästchen zeigt, siehe Fig. 1018, Dagop zu Jarang in Niederländisch-Indien. Die Grabmäler berühmter Männer od. Heiliger, Topes, Thupa's, eigentlich Sthoopas gen., sind in der Regel niedriger und breiter. Eine der giebt ein Beispiel von einem Lat bei Allahabad. Nach Norden hin verbreitete sich der Buddhismus bis nach Afghanistan, ja bis jenseit des Himalaja, wo die Grabhügel bei Kopal in Centralasien, Fig. 1016, und die sog. Gräber der Dämonen (buddhistische Anbetungsstätten), Fig. 1017, an der Grenze Sibiriens ähnliche, nur noch viel rohere Formen zeigen, als die oben erwähnten Tope's und Dagops. Allmählich nun bildete sich aus diesen Formen eine geregelte Bauweise. Die Tope's wurden bei wachsender Verehrung der unter ihnen Begrabenen bald mit den Dagops verwechselt; die später etwa neu gebauten Tope's wurden schlanker, den Dagops ähnlicher gemacht u. standen gewöhnlich auf einer quadratischen Terrasse. Aus dem eigentlichen, früher bedeutend breiteren und niedrigeren Unterbau und dem ihn umziehenden durchbrochenen Gitter wurde eine Pilaster⸗ u. Bogenstellung od.eine Nischenreihe. Auf den alten Dagops stand häufig (anstatt der innern Kammer)y ein Reliquienkästchen von Stein, tee (Thi) gen., Dagop; vgl. Fig. 1019. Ganz ähnlich ist Vismakarma in Ellora, 7. Jahrh., und die 10. Jahrh. Die größte aber ist die zu 1012. Tope von Sanchi. Jahrh. n. Chr., deren Hauptschiff 35 m. ist. Die Klöster, Vihara's, waren Größe, haben aber stets an der Vorder-Vorhalle, dahinter einen Versammö Dagop ein. Die Goestalt der Decke u. Tope zu Sanchi. 11 . stützenden 1020, darstellt) zeigt deutlich, daß die architektonischen Formen, obgleich auf Felsenangewendet, doch aus der Holzkonstruktion entnommen sind, was auch aus den Ruinen der Thupa des Ramaya bei Anuradhapura auf Ceylon, s. Fig. 1011,hervorgeht. Auf der andern Seite erinnert diese Anlage, zusammengehalten mit der der Sanchitope, Fig. 1012, u. den Kreisen von Steinstempeln an anderen Tope's auffallend an die Cromlechs u. Nurhags Europa's. Bei manchen der späteren Dagops, namentlich in Birma, sind diese Stempel als kleine Dagops ausgeführt, s. birmanische Bauten und Fig. 592, zugleich aber auch die frühere verlassene Pyramidalform wieder zur Geltung gelangt. In Boro-Buddor auf Java steht seit dem 14.FJahrh. eine Dagop-Anlage, von der Fig. 1021 einen Theil nach einer am Orte aufgenommenen Photographie, 1022 aber den darstellt. Auf einer doppelten Terrasse Brüstung erhebt sich zunächst ein Von einem Lät bei Allahabad. dessen jede Seite 112 1n. lang ist und doppeltes Risalit hat. Dieser Sockel ist ringsum, also in einer Länge von 448 m., mit Reliefs besetzt und trägt gleich den über ihn sich erhebenden, vier stufenförmig zurücktretenden Geschossen von je 2,25 m. Höhe Reihen von Tabernakeln, in deren Nischen Buddhastatuen im ganzen eirca 500) sitzen, deren Dächer mit Dagopmodellen gleich Vialen besetzt, deren Interdallen durch Reliefs ausgefüllt sind. Auf der durch diese fünf Geschosse gebildeten, flachen, vierseitigen Pyramide erheben sich, immer kleiner werdend und um ca. 1½ m. aus einander aufsteigend, drei kreisförmige Plattformen, deren untere mit 32, die nächste mit 24, die dritte mit 16 Dagopmodellen besetzt sind. In der Mitte dieser letzteren endlich steht der Hauptdagop, dessen Spitze sich beinahe 51 m. über dem Bauniveau erhebt. Die durchbrochenen Wände der Dagopmodelle lassen darin sitzende Buddhastatuen erkennen. Auch in Tibet und Nepal stehen viele buddhistische Bauten; darunter ragt hervor Buddha-La, die goldstrotzende Residenz des Dalai-Llama in Lassa, ferner eine besondere Ausbildung der Dagops, die Kosthakars. Ein Kosthakar ist ein ringsum offener, von Säulen oder Arkaden getragener Pavillon, in welchem eine Buddhastatue sitzt undüber dem ein Dagop oft in höchst eleganter Form sich erhebt. Eine eigenthümliche Umbildung der Tope's sind die Tschorten. iese Grabmonumente, aus Thon u. der Asche des Leichams geknetet, stehen sehr häufig an den Landstraßen und igen die verschiedensten Formen. Die Tschorten der eiligen sind mit einem Kosthakar überbaut, s. Fig. 1023. Solche sind namentlich häufig in Birma und Siam (s. d. betr. Art.). Bes. berühmt u. beachtenswerth als ziemlich vollständig erhaltenes Beispiel einer ganzen Gruppe von Tempeln und Klöstern sind die 6Raths von Mahavali-HEK puram, um 1300 n. Chr., aus einem 29 m. hohen Felsen ausgemeißelt. In Grundriß u. Einrichtung entsprechen sie ganz den oben beschriebenen Höhlentempeln; äußerlich zeigen sie in der Disposition manches Aehnliche von den hölzernen Klöstern Birma's, sowie auch von den Anlagen in Boro-Buddor, doch sind die kleinen Tabernakel nicht glockenförmig, sondern blos in konvexer Linie geschlossen, die Dächer über den Hauptsälen der Klöster aber als spitzbogige Satteldächer gestaltet, am vorderen Ende miteinem Giebel geschlossen, an dem hinteren halbkreisförmig herumgezogen, so daß sie als vollkommen organische Durchbildung der in der Höhle von Karli etc. auftretenden Innenformen erscheinen. Die buddhistischen Bauten in Birma und Siam sowie in Japan und China zeigen zwar in den Dispositionen Verwandtschaft mit den ostindischen, verfolgen aber im Stil die landesüblichen Formen; s. daher die Art. birmanisch, siamesisch, chinesisch und japanisch.