FeedBauweise auf Sizilien
BaukunstBau-Lexikon 1881

Bauweise auf Sizilien, 827—1070 (hier u. da auch noch Anklänge griechischer Ornamentik), sekundär; d) die syrischmahommedanische Bauweise, 705—1356; e) die persomahommedanische Bauweise, 786—1238; f) die ostindomahommedanische Bauweise, 975— 1320. IV. Gothischer Stil, entstanden aus dem spätromanischen, mit normannischen Elementen u. sarazenischen Anklängen, aber bald alle diese Motive zu organischem Ganzen verschmelzend und ganz christlich gestaltend, also doch als primärer Stil zu betrachten, zeigt manchfache Abzweigungen. 1. Der Zeitnach: a) Uebergangsstil; b) Frühgothik; e) Feingothik; d) hochgothisch; e) spätgothisch u. f) Verfallstil. 2. Der Nationalität nach: a) Deutschgothisch, die reinste Gestaltung des gothischen Stils; b)englisch-gothisch, mit vorwiegend normannischen Elementen; 0) venetianisch-gothisch, mit vorwiegend sarazenischen und byzantinischen Elementen; d) französisch-gothisch, mit vorwiegend normannischen Elementen, hier und da Anklänge an die venetianischen Formen; e) spanisch-gothisch, mit maurischen Anklängen; s. auch d. Art. Mozarabisch; k)italienisch-gothisch, mit vorwiegend normannischen Elementen, hier und da sarazenische, auch römifche Anklänge. V. Auf mittelalterlichen Stilen fußende neuere Baustile. J. Christliche. a) Der russische B., einseitig erstarrte Fortbildung des byzantinischen, unter manchfacher Aufnahme fremder Elemente, sekundär; b) die neuere abessinische Kunst; 6) die deutsche schweizerische Holzarchitektur. 2. Islamitische. a) Die türkische Bauweise, 1453 bis jetzt; b) die neupersische Bauweise, 1300—1732; C0) d) die modern-ägyptische Bauweise, 465 bis jetzt; e) die neuarmenische Bauweise, 1240 bis jetzt. Sämtlich aus den sub IIIgenannten, unter theilweiser Aufnahme fremder Elemente entstanden; sekundär. E. Baustile aus bewußtem Rückgang auf frühere Kulturstufen. 1. Sog. moderne Baustile, hervorgerufen durch die wieder auf die Antike geleitete Aufmerksamkeit u. die Forschungen in römischen Gebäuden. Vorstufen sind: a) Die italienische Frührenaissance, bes. in Venedig; b) die Deutschrenaissance oder der sogenannte neugothische B.; o0) die gleichzeitige französische, belgische, spanische etc. Frührenaissance; d) der sogenannte Elisabethstil in England. (Alle diese Bauweisen tragen augenfällig, zum Theil in jothek Heidelberg DFC sischer Stil, Stil Louis' XVI., verfehlter Versuch einer Reinigung des Stils, auch napoleonischer od. französischer Revolutionsstil, Imperialstil genannt, sekundärer Stil, aus mißverstandener Nachahmung des römischen, mit Beimengung griechischer und ägyptischer Elemente entstanden, nicht vollständig ausgebildet; i) die neuere, namentlich von Schinkel hervorgerufene Richtung, die man griechische Renaissance nennen könnte. 2. Eklektizismus des 19. Zahrh. versucht sich in der Nachahmung aller bis jetzt dagewesenen Stilformen, u. bringt auf diese Art bei Nachahmung primärer Stile sekundäre, bei Nachahmung sekundärer Stile tertiäre Gebilde zum Vorschein. In Deutschland haben sich auf diese Weise mehrere Schulen gebildet, die in lebhafter Polemik einander gegenüberstehen, indem jede behauptet, der von ihr bevorzugte Stil sei der für Deutschland im 19. Jahrh. allein richtige. Man könnte unterscheiden: 1. gräzisirende Richtung: Schule Schinkels oder ältere Berliner Schule, und Schule Klenze's, Ottmer in Braunschweig etc. — 2. Romantische Richtung, in gutgemeinter, aber zum Theil nicht völlig verstandener Nachahmung des Mittelalters; a) altchristliche Schule: Hübsch, Ziebland etc.; b) romanische Schule: Gärtner, Voit, Eisenlohr re.; e) gothische Schule: Heideloff, Ohlmüller etc. —3. Renaissance: Semper, Laves, Langhans, Leins. — 4. Sogen. italienische Renaissance, Gemenge griechischer und römischer Formen unter Anlehnung an die pompejanische Weise. — 5. neuere Gothik: a) Kölner Schule: Zwirner, Schmidt, Schmitz, Statz; 5)hannöversche Schule: Haase u. seine Schüler; o) Kasseler Schule: Ungewitter u. seine Schüler; d) englische Schule, theils streng auf nationaler Tradition fußend, theils an normannischen Stil sich anlehnend; e) französische Gothik: Violet le Duc etc. — 6. Wiederaufnahme des Barockstils. — 7. Wiederaufnahme der deutschen Frührenaissance. F. Auch über die Erfindung eines neuen Stils hat man vielfältig gesprochen und gestritten, als wenm überhaupt ein Stil erfunden werden könnte. Moden lassen sich erfinden, Sitten aber nicht, und der Stil nimmt eine Münchener Architekten unter König Maximilian II., von Wolf in Braunschweig und manchen Anderen gemachten Versuche, trotz aller hübschen Einzelresultate, die sie erzielten, doch nicht zu dem angestrebten Ergebnis führen. Geringe Anfänge zu stilgerechter Durchbildung moderner Konstruktionsweisen, stilgerechter Erfüllung moderner Bedürfnisse finden sich hier und da an Ingenieurbauten, Bahnhöfen, Brücken etc., weil die Ingenieure in der Regel, nicht durch das Studium der Geschichte der Bee voreingenommen, selbständiger als die Architekten, direkt aus dem Bedürfnis und der Technik heraus die Bauformen entwickeln. Vergl. darüber d. Art. Akademie, Aesthetik und

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 316Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 1

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Baukunst 6