FeedBurdinsche Turbine
BaukunstBau-Lexikon 1881

Burdinsche Turbine, k., s. Turbine. GVurg, f., frz. chateau, m., bastille, f., engl. castle, bastile, lat. arx, urbs. Das Wort B., pl. früher die Bürge, jetzt die Burgen, engl. borough, schwed. Borg, angelsächs. Pyrig, leiten Einige von bergen, schützen, Andere von byrgia „schließen, ab, noch Andere von dem griechischen 76⁰e, Thurm. Es bedeutet im weiteren Sinn jeden befestigten Ort, im engeren Sinn den befestigten Wohnsitz eines mit Hoheitsrechten Ausgestatteten. Näheres über das Wort B. s. in M. M. a. W. Ueber die Blen der Völker mit in sich abgeschlossener Kultur u. des nichtklassischen Alterthums ist das darüber Bekannte in den die betr. Bauweisen behandelnden Artikeln gebracht, ebenso über die Burgbauten der Pelasger und Etrusker. Auch die Griechen gelangten, wie jene Völker, noch nicht zu bestimmten Regeln bei Erbauung ihrer Bin, Akropolen, s. d. Art. Akropolis. Die Römer mußten zu Förderung und Beschützung ihrer Eroberungen natürlich den Befestigungen große Aufmerksamkeit zuwenden, u. so bildeten sich bald Normen für die Anlegung derselben. In Rücksicht auf die Befestigung der Städte s. d. Art. römischer Stil, in Rücksicht auf eigentliche Feldbefestigung den Art. Castrum. Unter diesen waren es die castrastativa, mehr noch aber die castella u. burgi, welche auf die Gestaltung der Blen Einfluß hatten. Ueber die Form der castella s. Castellum. Die burgi oder turres, kleine, mehr zur Beobachtung als zum Schutz der umliegenden Gegend dienende Befestigungen, standen meist auf Bergkuppen oder in Sümpfen; hier waren nur die weniger sicheren Stellen durch Gräben, Wälle u. Mauern befestigt, u. die eigentlichen Gebäude waren ziemlich eng, ja beschränkten sich oft blos auf einen Wartthurm, s. Fig. 1024. Die Ben des frühen Mittelalters entlehnten Manches von diesen Anlagen, fußten aber doch zum Theil auf einheimischen Traditionen. Die älteste in Deutschland gebrauchte Form der Befestigung war die der Steinringe, kreisförmiger Wälle von Steinen auf den Gipfeln steiler Berge, der Erdwälle in Sümpfen, der Erdwälle mit Einlegung von Holzankern etc., auch Pfahlwerke kamen vor; es waren dies aber nur Retiraden für den Fall des Kampfes; die eigentlichen Wohnungen bestanden aus einzelnen Gehöften, welche eher den homerischen als den römischen glichen (s. griechisches Wohnhaus). Ein Gehege von Holz oder lebendigen Hecken umgab den Hof, der mit Ställen re. besetzt war. Im Hintergrund erhob sich ein großes Gebäude für denHausherrn, wahrscheinlich Alles aus Holzod. Lehm. Nach Zerstörung der römischen Zwingburgen nun blieben die castra und castella infolge der ganz veränderten Kriegführung größtentheils unbenutzt als Ruinen liegen. Die burgi u. turres hingegen, soweit sie erhalten waren, fanden Verwendung in den befestigten Bergsitzen, und zwar so, daß häufig nur die Thürme noch als römisch zu hek Heidelberg * erkennen sind. Diese sind im Grundriß quadratisch, rund, auch elliptisch od. polygon, auch oft auf der hintern Seite eckig, auf der vordern rund. Erst als die römischen Heere wieder mit Angriffen drohten, fing man an, den Werth gemauerter Befestigungen zu schätzen. Nur die Franken hatten schon früher, zum Theil von den Römern kultivirt, den Steinbau angewendet; als nun die Franken die Hegemonie in Germanien sich verschafft hatten, als Chlodwig mit 3000 seiner Edlen Christ geworden war, da wurden Trier, Mainz, Köln etc. wieder aufgebaut. Die meisten fränkischen Edlen aber nisteten sich, so gut es eben ging, in den Trümmern römischer burgi ein, z. B. in der sechseckigen B. Egisheim bei Kolmar, deren ebenfalls sechseckiger Mittelthurm, ein Römerbau, noch bis vor 100 Jahren stand; von anderen sind noch die Ringmauern vorhanden. Von Wohnhäusern in Bien der vorkarolingischen Zeit besitzen wir nichts mehr; die meisten mögen von Holz oder, wenn von Stein, doch nicht sehr solid u. wohl auch sehr einfach gewesen sein. Nach den vorhandenen Beschreibungen waren die Häuser der Vornehmen jedoch vielfach mit groteskem Schnitzwerk verziert, etwa wie noch jetzt die norwegischen Holzkirchen es zeigen. Selbst Karl der Große hatte ein hölzernes Wohnhaus. Nachdem er in Aachen den Dom u. Kaiserpalast erbaut hatte, erbaute er auch an vielen anderen Orten Paläste (Pfalzen), sowie eine große Anzahl von Bien für die Markgrafen, welche die Marken seines Landes bewachen sollten, u. Zwingburgen zu vollständiger Unterjochung eroberter Landstrecken, u. stiftete Bisthümer. Unter seinen schwachen Nachfolgern drangen die Feinde von allen Seiten ein, die Städte am Rhein u. an der Donau wurden zerstört. Die Burgherren waren theils auf sich selbst angewiesen, theils fühlten sie sich vom Kaiser unabhängig. Da hörten die B.en auf, Sitze kaiserl. Beamten, Burggrafen, für einen gewissen Bezirk, den Zurgbann, zu sein. Zugleich vergrößerte sich die Anzahl Derer, die in der Nähe der B. Schutz suchten, im Bereich der B.en entstanden Ortschaften. Die B. selbst hieß nun urbs, unter ihr oder sonst in dem von ihr geschützten Terrain lag die Pfalz, die Kirche und die Wohnungen der suburbani. Die Pfalzen LIOTHEK „selbst waren größtentheils nur hölzerne, mit Stroh gedeckte Gebäude. Da nun in der Regel bei der ersten Anlage die Ringmauer (frz. enceinte, lat. cingulum), der Zurgfriede, eng als möglich angelegt war, da auch die hinzuziehenden Freien zu stolz sein mochten, sich zu den Hörigen und „Hintersassen der Bischöfe u. kaiserlichen Vögte (advocati) setzen, bauten sie sich auf eigenem od. direkt vom Kaiser od. Bischof verliehenem, also nichtzum Burglehn (frz. bourg, lat. feudum castrense, burgum, ital. borgo) gehörigem, aber an dasselbe sich anschließendem Terrain, Bürgerlehn (lat. feudum urbanum), mit Ringmauer, Kirche etc. an, u. so entstand aus dem Burgflecken (bourgade) eine Zürgerschaft (eivitas), Stadt. Zwischen B. u. Stadt lag meist das Burglehn, wo die Burgleute (burgenses), Hörige des Burgherrn, wohnten. Dasselbe war von der Stadt durch eine Mauer, wohl auch durch einen Graben geschieden, über den eine Zugbrücke führte. Die Bren selbst nun waren meist im Verhältnis zu Größe u. Reichthum des zugehörenden

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 552Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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