FeedChinolin od. Leukol
NaturlehreBau-Lexikon 1881

Chinolin od. Leukol, n. Das Ch. trifft man im Steinkohlentheer, erhält es aber auch als Produkt der trockenen Destillation des Chinin (das in der Chinarinde, der Rinde des Chinarindenbaumes, an Chinasäure gebunden ist), so- wie des Cinchonin (vorzüglich in der Huanoco-Chinarinde vorkommend), des Strychuins (aus den Strychnosarten) etc. Das Chinin z. B. schmilzt beim Erhitzen zu einer harzähnlichen Masse, dem amorphen Chinin od. Chinoidin; bringt man dies mit entsprechender Menge Natronlauge in eine eiferne Retorte und destillirt, so geht mit dem Wasser eine ölige Flüssigkeit über, die zu Boden sinkt; dies ist das Ch. Die Bereitung des Chinoliurothes aus diesem Ch. geschieht folgendermaßen: 1 Th. Ch. wird mit 1½—2 Th. Jodamyl erhitzt; das Ganze ist anfangs gelblich, wird dann braun und erstarrt zu einer schwarzbraunen Masse. Diese wird nach dem Erkalten mit dem fünffachen Gewicht Wasser übergossen, einige Minuten lang im Kochen erhalten und dann auf den Papierfilter gebracht. Der Rückstand, ein rother Sirup, ist die gewünschte Farbe. Das Wasser, welches bei dieser Bereitung durch den Filter gegangen ist,‚ wird mit verdünnter Natronlauge ½ Stunde lang gekocht, filtrirt und gewaschen; die dunkelblaue harzige Masse, die sich dabei bildet, abends violett aussieht und im Weingeist lösbar wird, ist das Chinolinblau. Violett aus Ch. wird bereitet wie das Chinolinblau, nur etwas mehr Natronlauge zugesetzt. Alkalien greifen die Chinolinfarben nicht an.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 2, S. 48Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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