Chinasäure (H, (OH)„COOH, eine in allen Chinarinden, im Kraute der Heidelbeeren, in den Kaffeebohnen und vielleicht in manchen andern Pflanzen vorkommende Säure. In den Chinarinden ist sie meist an Kalk, zum Teil auch an Alkaloide gebunden. Man erhält sie, indem man Chinarinden einige Tage mit kaltem Wasser maceriert, abpreßt, die Flüssigkeit mit Kalkmilch versetzt, wodurch manche Unreinigkeiten gefällt werden, filtriert und zur Extraktkonsistenz verdampft. Nach mehrtägigem Stehen scheiden sich dabei Krystalle von chinasaurem Kalk aus, die durch Pressen von der Mutterlauge befreit und so oft, unter Anwendung von Knochenkohle, umkrystallisiert werden, bis sie farblos sind. Von diesem reinen Kalksalz werden 6,2 Teile in Wasser gelöst, mit 1 Teil Schwefelsäure vermischt, vom Gips filtriert, darauf mit Alkohol versetzt, um den Rest des gelösten Gipses zu fällen, und das Filtrat verdunstet. Die Säure schießt aus der genügend konzentrierten Lösung bei längerm Stehen in schön ausgebildeten Krystallen, welche ein Molekül Wasser enthalten, an. Sie löst sich in 2,5 Teilen kalten Wassers, noch leichter in heißem, sehr schwer in Alkohol, nicht in Ather, schmilzt bei 155 unter Verlust ihres Krystallwassers, bei 200 — 225 geht sie in das Anhydrid C. HI0, über, bei 280 beginnt sie zu kochen und liefert dann als Zersetzungsprodukte: Hydrochinon, Benzoesäure, salicylige Säure, Phenol und Benzol, nebst Kohlenoxyd und Wasserdampf, während eine kohlige Masse zurückbleibt. hre Lösungen drehen die Ebene des polarisierten ichtstrahls nach links. Bei der Destillation mit Braunstein und Schwefelsäure liefert sie Chinon. Die Salze der C. sind meist gut krystallisierbar.