Dachpappe werden zu stawährend schwächere nur zu interimistischen Dächern oder als Unterlage zu Holzeement⸗ u. Schieferbedachungen gebraucht pappe. Zu haben ist sie zugsquellen C. F. Weber in Berlin, Ph. Vender daselbst etc. etc. Meist wird ½ Neigung. Die Pappen werihrer Verwendung mindestens 12 Gefäß mit Wasser gelegt, damit sie sich straff auf die Schalung spannen. werden mit der Spitze nach der Grundlinie des breitköpfiger Nägel aufgenagelt. besser als das Verlegenparallel Pappen zusammenstoßen, werden sie 8— 10 em. über einander gelegt. In die dabei entstehenden Fugen wird eine Mischung von dickem Theer und Steinkohlenpech gestrichen. Auf dem First läßt man entweder die eine Hälfte der Pappe überstehen, um diese auf die andere Seite herüber zu nageln, oder man schneidet beide Pappen, wo sie zusammenstoßen, ab, u. setztappen vonPappe darüber. Etwas besser ist die Eindeckung mit Falzen. Zu Herstellung derselben dient die Falzmaschine (s. d.). Zu 159m.braucht man ceirca 1 Ctr. Dachpappe, ½ Ctr. Steinkohlenasche, /ahl. Kalk, 2000 —2500 Stück Nägel u. 1 kg. Graphit. — 2. Pappdach aus Rollenpappe, der Eindeckung aus Tafeln weit vorzuziehen. Eine der rationellsten und bewährtesten Eindeckungsweisen mit Dachpappe ist die von Generaldirektion der sächsischen Staatsbahnen Verwaltungsbereich angeordnete, deren bezüghier im Auszug geben, mit Er-Berichtigungen in Paranthese: Dem im Verhältnis 1:5 zu geben. steil, wegen des Ablaufes des eine Neigung von 1:6 bis 1:8.) om., befestigt werden. (Bei sparrenrechter Zie Schalung auf Pfetten sind die Leisten thunlichst auf der Mitte der Breter zu setzen.) Beim Decken ist die Rollenpappe, die schmiegsam sein und eine Stärke von 25—30mm. haben muß (sparrenrecht zwischen die Leisten) glatt auf die Schalung u. so aufzulegen, daß beide Seiten gleich, bis hinauf an die schrägenSeiten der Leisten zu liegen kommen; in die hier gebildeten Kehlen ist die Pappe gut einzubiegen u. sodann (aller 20 —- 25 Drahtnägeln mit 8 m. breiten Köpfen andieLeisten zubefestigen. Am Ortsparren muß die Kappe so breitsein, daß sie nochtemüber die Stirnseite der Dachschalung nach unten vorsteht (s. Fig. 1306). (Da der untere Nagel aus dem Hirnholz der Schalung leicht losläßt, so ist es gut, der Kappe noch einen Nagel darüber in der Leiste zu geben.) Längs der Traufkante wird ein Pappstreifen so angelegt, daß er noch 1em. über die untere Seite der Dachschalung 8 vorsteht (s. Fig. 1307). (Dieser Streifen ist mindestens 15—25 em. breit zu schneiden.) Die Befestigung erfolgt auch hier mit mindestens 25 mm. langen Drahtnägeln, in Entfernungen von 5 zu 5 em., unter deren Köpfe 20 win. große Scheiben von Dachpappe zu bringen sind. (Im allgem. werden diese Schei ben als unnöthig betrachtet.) Die Rollenpappe muß mit ihrem HEIDELBERG O Universitats unteren Ende bis scharf an die Traufkante reichen. (Vielfach läßt man sie blos bis zur ersten Brermitte gehen.) Am Firsten müssen die beiden Enden der Dachpappe 10 cm. sichüberdecken u. zwar so, daß die an der Wetterseite heraufkommende Pappe über die andere übergreift. Auf dem Firsten ist ein 30 (n. A. 25) em. breiter Dachpappstreifen Leiterhaken. Laufbretstütze egel Nr. Imit Nase. Fig. 1305. Obere Spitze Nr. 2 mit Nase. nach vorheriger Theerung der damit zu bedeckenden Fläche, so aufzubringen, daß nach jeder Dachseite 15(. A. 12,3)om. zu liegen kommen; auch dieser Streifen wird mit Nägeln, dendeckung. Fig. 1307. Traufkante. deren Köpfe mit Dachpappscheiben (n. A. nicht) unterlegt sind, in Entfernungen von 5zu em. befestigt (. Fig. 1308). Ueber die Latten und Leisten, an deren Schrägseiten die Fig. 1308. Dachpappendeckung, Verfirstung. Pappenbahnen angeheftet sind, werden der Länge nach Pappdachstreifen (Deck⸗ oder Kappstreifen) von gleicher Stärke, nachdem sie einen Unterstrich von geeigneter Theermasse erhalten haben, mit vorerwähnten 25 mm langen Drahtnägeln (sog. Pappnägel) mit (n. A. ohne) Pappscheibchen in einer Entfernung von 5 zu d5em. aufgenagelt Sbibliothek Heidelberg LDFC dargestellten Weise geschehen. Ist das Dach fertig gedeckt, Variationen giebt, zuüberstreichen. Ein Haupterfordernis zu einem guten Pappdach ist es auch, daß die Deckung bei trockener, warmer Witterung geschieht, damit dem Theerüberzug Gelegenheit gegeben ist, sich mit der Dachpappe innig zu verbinden. Um die Dauerhaftigkeit des Pappdaches zu erhöhen, ist es nöthig, daß der Theerüberzug wenigstens alle 2 Jahre erneuert wird. Unter den besten Bezugsquellen, welche viel von der gen. Bahndirektion beschäftigt werden u. genau nach deren Vorschriften arbeiten, ist die Fabrik von B. Lohse u. Rothe in Niederau, Leipzig-Dresdn. Bahn, welche sowohl Rollenpappe liefert als auch Eindeckungen übernimmt, sowie die altbewährte Firma C. F. Weber in Leipzig, von der dasselbe gilt, zu nennen — II. Holzcement-Dachung gehört eigentlich zu den Aestrichdachungen, da sie aber von vielen Regierungen als Surrogat der harten Dachung zugelassen ist, so haben wir sie hier zu behandeln. Ums Jahr 1840 stellte der vor ea. 30 Jahren verstorbene Karl Samuel Häußler in Hirschberg in Schlesien nach eigener, vermuthlich durch die schlesischen Rasendächer angeregter Idee das erster Holzcementdach her, dessen große Dauerhaftigkeit Wasser-Feuersicherheit bald Anerkennung fanden in Leipzig, Lohse und Rothe in dung des Holzeements als