FeedDachrinne
TechnikBau-Lexikon 1881

Dachrinne, f., auch Dachkanal, m., Dachkandel, n. franz. chéneau, gouttière, engl. gutter, span. gotera, vertedor, ital. doccia di gronda, wird aus Holz, Weißblech, Kupfer, Zink, Blei oder auch aus Eisenblech gefertigt. Man nennt im engernSinn so die Rinne am Dachfuß, genauer Abrinue, Craufriune, Fußrinne; außerdem kann eine D. noch sein Kehlrinne, Schoßrinne, Abweiser etc. Kupfer und verzinktes Eisenblech sind die empfehlenswerthesten Materialien. Hölzerne Dachrinnen, Drumme, frz. écheneau, échenal, échenet, m., gouttière en bois, engl. wooden gutter, bridge-gutter, sind die schlechtesten; man fertigt sie in der Regel aus Halbholz durch Aushöhlung des Kernes, so daß sie dann eben nur noch aus Splint bestehen. Zu Herstellung der blechernen Rinnen werden die Bleche ihrer Länge nach gebogen, in einander geschoben und verlöthet; man bringt solche Rinnen entweder unter die Dachtrause oder über die Traufschicht an und befestigt sie alles! 85—130 em. durch eiserne, auf die Sparren genagelte Haken, Dachrinneuhaken, Rinneneisen, franz. ferrement de gouttière, engl. braces, brackets of gutter; bei Ziegelu. Schieferdach schiebt man dann den einen Rand der Rinne! unter die Dachung, u. zwar so weithinein, daß das hineingeschobene Ende noch höher liegt als die vordere Biegung, i damit bei elwaiger Füllung der Rinne kein Wasser nach innen zu überläuft. Daraus ergiebt sich, daß, je höher die i vordere Biegung und je flacher das Dach, eine stets größere [ Menge Blech erforderlich ist. Dergl. auf dem Dach befindliche Rinnen kann man auch als Verzierung benutzen, indem man sie entweder mit Zacken oder mit einem polirten Rand versieht, vergl. d. Art. bavette, oder ihnen auch die Form eines Simsgliedes giebt. Dabei kann man entweder ihre Schräge sichtbar lassen, oder kann sie zu wägerechtem e Glied maskiren; letzteres geschiehr entweder blos in Blech oder auch durch eine vorgesetzte Pfoste oder dergl. mit r Schieferbelag, Metallbelag etc. Die Rinne in einen steinernen Sims gleich einzuhauen ist sehr unvortheilhaft, weil e das in den Stein sickernde Wasser leicht zerstörend auf den Sims wirkt, anch ein Uebertreten des Wassers nach hinten nur mit Steinverschwendung zu vermeiden ist. Das sich in der Dachrinne sammelnde Wasser führt man entweder 1 durch Röhren zu weiterer Benutzung in ein Bassin im Innern des Dachraumes, oder 2. durch Fallrohre herab nach der Erde, od. 3. läßt es durch Dachrinnenausgüsse (s. d. Art. Abtraufe 2 und Wasserspeier) ablaufen. Hängen die Dachrinnen unter der Traufe, so macht man sie halbkreisförmig mit 15— 23 cm. Durchmesser. Jedenfalls muß man der D. genügenden Fall geben, und zwar rechnet man in der Regel den 25. Theil der Länge Fall; ihre Weite, u. bei den auf dem Dach liegenden die Bordhöhe, berechnet sich nach der Größe des Daches und der Menge des in die Rinne strömenden Wassers, sowie nach der Dachneigung und der dadurch bedingten Geschwindigkeit des Wassers.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 2, S. 116Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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