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Haus & KücheBau-Lexikon 1881

Spalt, m., Spalte, f., 1. frz. crevasse, lézarde, félure, f., engl. xent, in Holz durch Einflüsse des Wetters u. dgl. oder durch Aufkeilen u. dergl. entstandener Riß, namentlich wenn er hindurchgeht. Um S.en im Holz mit Kitt auszufüllen, schmilzt man 2 Th. gelbes Wachs und rührt 2 Th. fein pulverisirten, gebrannten Ocher hinzu, erhält Alles im Fluß und gießt dann die Fuge, Ast⸗ od. anderen Löcher damit aus; wird steinhart, widersteht der Nässe sehr gut, weniger der Wärme etc., s. übr. d. Art. Auskitten etc. — 2. f. v. w. offene Fuge bei Thüren und Fenstern. Zum Verschließen derselben bedient man sich meist der Sälleiste, Egge, des Anschrots von Tuch, gedrehter Wülste von Werrig, mit Werrig ausgestopfter Zeugschläuche, ferner der Moosguirlanden; auch verklebt man die S.en mit „Papier od. dergl. Besser sind die für Sachsen patentirten Lunten oder Roller, die auf einer Art Lockenkrämpel gefertigt und mit Leim überzogen sind. Planier in Paris fertigt hierzu baumwollene Roller an, die mit einem gummiartigen Ueberzug versehen sind, wodurch sie zugleich fester und elastischer werden. Sie werden in jeder Stärke zubereitet, von einem Durchmesser von einigen Millimetern an bis zu 20 und 40 mm., im Verhältnis zu den zu verschließenden Sten, an deren Wände sie sich fest anlegen. — 3. Auch Stechscheit, langgestielte Eisenschaufel zum Rasenausstechen, vgl. Spaten. — 4. (Bergb.) frz. kente, fissure, engl. fault, slide, reed, back, s. v. w. Gangspalte, Kluft im Gestein. spaltbar, adj., frz. elivable, eng. eleavable, s. d. Art. Bauholz, Baustein, Holz etc. Vergl. auch Spaltholz.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 4, S. 220Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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