FeedArmstrong (Sir William George)
TechnikBrockhaus 1882

Armstrong (Sir William George), der Erfinder der Armstrongkanone (s. d.), geb. 1810 zu Newcastle, wo sein Vater Alderman war, widmete sich der Mechanik machte sich bald durch die Verbesserung des in den Schiffswerften gebräuchlichen hydraulischen Apparats und durch die Erfindung einer hydro-elektrischen Maschine bekannt und trat mit dem Ingenieur Rendel in Geschäftsverbindung, der eine 1218 Maschinenbauanstalt besaß und bedeutende Lieferungen für die engl. Regierung hatte. Nach Ausbruch des Krimkriegs legte A. dem emeswon n Herzog von Neweastle, den Plan eines von ihm erfundenen Geschützes vor und erhielt im Dez. 1854 den Auftrag, sechs Kanonen nach der angegebenen Methode zu gießen. Eine zur Unterzuchung derselben niedergesetzte Kommission erstattete über ihre Konstruktion einen günstigen Bericht, der aber wegen des bald darauf . Friedens keine weitern Folgen hatte. Als jedoch 1858 ein Krieg mit Frankreich in Aussicht zu stehen schien und die Überlegenheit der franz. Artillerie lebhafte Besorgnis einflößte, sah sich A. zu Versuchen in größerm Maßstabe ermuntert, die zu überraschenden Resultaten führten. Die von ihm Disper in Hinterladungskanone übertraf alles, was isher in diesem Fache geleistet worden, und schien eine vollständige Revolution im Artilleriewesen zu versprechen. Im Febr. 1859 ward A. — Hauptingenieur für das gezogene Geschütz (Engineer of Rifled Ordnance) ernannt, erhielt von der Hand der Königin den Ritterschlag und wurde im November desselben Jahres Direktor der königl. Gießerei, die ausschließlich mit der Herstellung seiner Kanone beauftragt war. Die bald erfolgende praktische Prüfung des neuen Geschützes im Kriege egen China und bei einzelnen Expeditionen der 15 gab indes zu mancherlei Ausstellungen Anaß, die insbesondere die Sder Nun des Verschlusses und die Dauerhaftigkeit der Munition betrafen. Infolge dessen wurde 1. Jan. 1863 eine Kommission eingesetzt, welche die Geschütze A.s umfassend prüfen und sie einem Vergleichsversuche mit denjenigen des Ingenieurs Withworth unterwerfen sollte. A. nahm infolge dessen 5. Febr. 1863 seine Entlassung, widmete aber trotzdem seine weitere Thätigkeit der Konstruktion und Anfertigung von Geschützen und Artilleriemunition. Die 1864 und 1865 angestellten sehr Anterlader Versuche endeten für den Armstrong-Hinterlader nicht günstig, ohne indes zur Annahme des Withworthschen Systems zu führen. A. hat indes selbst sein System aufgegeben und sich der Darstellung von Vorderladungs1j1: gewidmet. Seine schweren Marinegeschütze waren 1868 bei Versuchen auf dem Tegeler Schießplatze (bei Berlin) eine Zeitlang nahe daran, die Kruppschen Geschütze aus dem Felde zu schlagen, unterlagen aber, als man für letztere das prismatische Pulver angenommen hatte. A. besitzt große Werke in Elswick bei Neweastle upon Tyne und K9 auf Bestellung überall hin Artilleriematerial. Er schrieb Discussions on the abolition of patents for inventions v (Lond. 1869).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 933Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 3

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Technik 6