Dekoration, f. frz. décoration, f., Verzierung, Ausschmückung. Beim Entwerfen von Gebäuden u. Gebäudetheilen sehe man zuvörderst auf Zweckmäßigkeit in jeder Beziehung, s. d. Art. Anordnung, Entwerfen etc. Erst wenn das ganze Gerippe der eigentlich architektonischen Formen aufgestellt ist, beginne man die D. In Bezug auf innere Räume vergl. den Art. Ausschmückung. Ueber das dort etwa nicht zu Findende geben die Art. Deckenmalerei, Farbe, Möbeletc. Auskunft. Die D. muß mit der Bestimmung des Raumes nach Reichthum und Charakter in richtigem Verhältnis stehen. Es muß dabei auch auf die Lage nach den Himmelsgegenden, auf die D.der nebenliegenden Räume etc. Rücksicht genommen werden. Bei dem Entwurf der äußeren D. darf man nicht, wie leider nur zu häufig geschieht, die Verzierungen ganz selbständig, willkürlich, wählen und hier und da den Hauptformen anfügen; dadurch entsteht in der Regel, auch wenn die Verzierungen an sich noch so geschmackvoll wären, ein Unsinn. Die Orte sowohl, wo man Zier anbringt, als auch die Gestaltungen derselben selbst müssen mit dem Charakter der übrigen Formen des Gebäudes, mit der Massenvertheilung und unter einander in logischem Zusammenhang u. richtigem Einklang stehen. Die D. darf nie die Wirkung der Hauptform beeinträchtigen, nie den Eindruck des Ganzen verändern, sondern muß beide heben und steigern. Die Massen der D. dürfen nie zu groß sein, dieselben dürfen aber eben so wenig zu vereinzelt stehen. Die passiven Verzierungen dürfen nie eine größere Rolle spielen als die aktiven; s. darüber den Art. Bauverzierung. Wenn finanzielle oder andere Gründe es gebieten, ein Gebäude nur wenig zu verzieren, so thut man besser, diese wenigen Zierden auf einen Haupttheil, z. B. das Portal oder dgl., zu konzentriren, als sie auf der ganzen Fläche des Gebäudes zu vereinzeln, wo sie nur wenig wirken würden. Ebenso darf man bei reicher Ausstattung die dekorativen Theile nicht ganz gleichmäßig über die ganze Masse des Gebäudes verstreuen, sondern muß dem Auge des Beschauers hier u. da eine unverzierte Fläche als Ruhepunkt darbieten, und die für die Bestimmung des Gebäudes besonders wichtigen Stellen auch besonders auszeichnen; vergl. übr. d. Art. Aesthetik u. Anordnung. Die Mittel zur Dekorirung sind sehr manchfach; der Hauptsache nach aber sind die Verzierungen theils körperlich, theils blos farbig, chromatisch. Die körperlichen wiederum sind: 1. rein architektonisch, als Simse, Konsolen, Verdachungen, Lisenen, Strebepfeileretc.; diese sind in der Regel aktive Verzierungen, eigentlich nur ästhetische Darstellungen nothwendiger Theile, also aus der Konstruktion zu entwickeln; 2. ornamental, dahin gehört alles Laub⸗ und Blumenwerk, Ranken, Akroterien etc. Obgleich diese größtentheils passiven Verzierungen nicht aus Nothwendigkeit sich entwickeln lassen, dürfen sie doch nie der Logik widersprechend angebracht od. gestaltet sein; 3. rein plastisch, d. h. Thier⸗ u. Menschengestalten oder Theile solcher darstellend. Ueber chromatische Verzierung s. Dekorationsmalerei, Malerei und Polychromie. Uekorationsmaler, m., s. Baumaler u. Staffirmaler. Uekorationsmalerei, f., frz. peinture décorative, engl. poonah-painting. Indem vieles hier Einschlagende in d. Art. Deckenmalerei, Malerei, Farbe, Polychromie u. dgl. gesagt ist, geben wir hier nur einige Hauptregeln: Die Farbe soll in ihrer Gesamtwirkung (ob heiter, matt, IDELBERG O Universitatsbibl diüster etc.) mit dem Charakter des betr. Bauwerks oder Raumes übereinstimmen. Tragende Theile sind schwerer, intensiver, dunkler zu färben als getragene. Vortretende Theile färbe man lebhafter, heller. Glieder, welche das Wesen der Konstruktion charakterisiren, lebhafter, s aftiger, intensiver, als große, blos schließende, verbindende Flächen. Nie soll durch zu starken Farbenreiz der Eindruck der Form leiden, vielmehr die Wirkung der Form durch die Färbung gefördert werden. Bei Räumen, die hauptsächlich in künstlicher Beleuchtung benutzt werden, muß man bes. vorsichtig sein. Weiteres s. in den citirten Artikeln.