Abwechselung, . Die Natur, Vorbildaller Kunstwerke, ist nirgends eintönig, bietet überall Abwechselung. Bei Entwerfung eines Bauwerks hat man daher, dafern es ein Kunstwerk werden soll, ebenfalls auf A. zu sehen; diese darf jedoch nicht aus bloßem, durch keine innere Nothwendigkeit bedingtem Nebeneinanderstellen des Verschiedenen bestehen, was leicht Verworrenheit, oft sogar Unsinn erzeugt. Bei rationeller Auffassung der einzelnen Theile an sich und richtiger Abwägung ihres Verhältnisses zum Ganzen wird sich die nöthige A. von selbst ergeben. Dieselbe wird dann im Organismus des Gebäudes begründet, als etwas von innen Herausgewachsenes und nicht als gesuchte Zuthat von außen her erscheinen; zu tadeln ist z. B. der Wechsel verschiedener Verdachungen über gleichberechtigten Fenstern, gerechtfertigt hingegen das Hervortreten od. Reichverziertsein der Fenster oder Facadentheile, die einem vornehmeren Raum, z. B.einem Salon, angehören. Ebenso darf man eine Farben-A. nicht in zu lebhaftem Abstechen der Farben von einander suchen, vielmehr muß hier wie in den Formen die A. immer ohne Beeinträchtigung der Harmonie herbeigeführt werden.