malerei betrifft, so muß derselbe Beziehung auf die stimmung des Gebäudes haben u. würdig, ernst, aber verständlich dargestellt sein. Mythologische Darstellu. sollten eigentlich immer vermieden werden, erstens wir Christen sind, zweitens aber, weil die große Mass Volkes, zu deren Belehrung denn doch auch solche Ki werke dienen sollen, solche Darstellungen durchaus verstehen würde. Im Innern stehen der Anbringung Gemülden bei weitem nicht solche Hindernisse entgegen vollständig verstehen u. durch einigen; es darf weder die M. liche Schilde-Deckenflächen gemalt werden. Leichte Vögel, einzelne Genien etc. Bogenfelder, an Pfeiler etc. passen gut stehende Porträtfiguren, Ahnenbilder dc. Alles dies aber muß, wie gesagt, mit Rücksicht auf die Bestimmung und Beschaffenheit der Lokalität angeordnet und durch Einvernehmen zwischen Architekt und Maler bestimmt werden. Dieeigentlich dekorative M., welche leider nur selten in wirklich künstlerischer, meist in mehr handwerklicher Weise geübt, u.daher auch meist nicht als Kunst, sondern nur als Hunihendwerd betrachtet wird, steht bei ihren Arbeiten gewöhnlich direkt unter dem Architekten, u. dieser hat dann im Einvernehmen mit dem Dekorationsmaler, Staffirmaler, Stubenmalerere. die in den Artikeln Ausschmückung, Dekoration, Farbe, Möbel etc. gegebenen Regeln in Anwendung zu bringen. Die M. an Facaden, Vorhallen, in Hausfluren, Vestibules, Festrüumen re. wird am besten Architektur des Hauses gebracht, Zimmern selbst deren Zweck, die Stoffe, Formen u. Farben der Tapete, Möbel, Vorhänge re. maßgebend sein werden. Vielfach wird auch der Charakter, die Lebensweise u. der persönliche Geschmack der Bewohner einwirken. Schon Griechen u. Römer kultivirten die dekorative M. sehr, s. 3. B. d. Art pompejanisch. Die altchristliche Kunst wendete zuerst in den Katakomben die Wand- und Deckenmalerei, in Wasser⸗ und Kalkfarben, selten in Tempera, noch seltener in Fresko an, noch völlig im Stil der römischen Kaiserzeit. In den Basiliken blieb die M. in Uebung, u folgte den allmählich eintretenden Stilwandelungen, bald bei allen solchen Bauten, wo genügende Mittel vorhanden waren, durch die Mosaik verdrängt. Im 8. Jahrhundert nahm die M. einen erneuten Aufschwung, wurde aber in demselben vielfach durch Mangel an geübten Arbeitern gehemmt, bis sie im 11. Jahrh. zu erneuter Blüte kam. In der Zeit des gothischen Stils hatte sie keine Wandfläche zur Verfügung, bearbeitete aber die Wölbflächen, Gliederungen u. plastischen Ornamente, ja selbst die eigentlichen Skulpturen mit um so größerer Liebe und Feinheit. In der Renaissancezeit wurde ihr hohe Pflege zutheil, bis im vorigen Jahrhundert der Weißquast sie vertrieb.