FeedDreieinigkeit
Sagen & MythenBau-Lexikon 1881

Dreieinigkeit, Dreifaltigkeit, k., frz. trinité, k., engl. trinity. Eine göttliche Trias kannten schon die Mythen der Aegypter (Kneph, Phtha, Neith, als Weltgeist, Urlicht, Weisheit), der Brahmanismus(Brahma, Wischnu, Schiwa, s. Trimurti), Plato (Güte, Weisheit, Allmacht als 3 Hypostasen, die Kabbala (3 Sophiroth: Weisheit, Krone, Verstand), Geheimsinn des Wortes Jehovah (er war, ist, wird sein). Im Christenthum tritt sie als Einheit dreier besonderer Personen erst seit 381 auf, daher in der altchristlichen Symbolik keine Darstellung derselben vorkommt. Im Mittelalter findet man sie sehr häufig und manchfach dargestellt. Ueber die direkte figürliche Darstellung s. in M. M. a. W. Doch findet sich auch Gott Vater durch eine segnenden Hand in dreieckigem Nimbus, Christus als Lamm, der Geist als Taube, oder als Pelikan, Lamm und Taube, prototypisch unter der Gestalt der drei Männer, die den Abraham besuchen; ferner ein Kreuz, darüber die Taube und Hand: symbolisch durch drei in einander geschlungene Kreise, durch das Dreieck, als manichäisch von Augustin verworfen, den Dreischenkel, ein gleichseitiges Dreieck in einem Kreis, drei zu einem Neunstern verschlungene Dreiecke, durch drei Sterne, drei Palmen etc. Die Fig. 1473. Dreieinigkeit aus dem Ende des 13. Jahrhunderts. Darstellung als eine Person mit drei Köpfen, oder als ein Kopf mit drei Gesichtern, od. mit drei Nasen, vier Augen u. drei Münden kommt selten vor, ist auch zu widerrathen. Eine ornamental gut zu verwerthende Darstellung giebt Fig. 1473, nach einer französischen Handschrift aus dem Ende des 13. Jahrhunderts.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 2, S. 181Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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