FeedHeiligenschein
Bildende KunstBrockhaus 1882

Heiligenschein oder Glorie nennt man in der christl. Kunst den Glanzkreis, mit welchem die Maler und Bildhauer entweder den ganzen Körper oder das Haupt göttlicher und heiliger Personen, denen dies zur Charakteristik dient, umgeben. Liegt dieses Attribut nur um den Kopf, so pflegt man es Nimbus, liegt es um den ganzen Körper, Aureole zu nennen. Die ovale (mandelförmige) Einfassung heißt mandorla. Die christl. Ikonoraphie gibt die Aureole nur den göttlichen Peronen der Dreieinigkeit, bisweilen der Madonna, namentlich bei der HDimmelfahrt. Der Nimbus hat die verschiedensten Formen: er erscheint zirkelrund, dreieckig, viereckig, mit Flammen und Strahlen. Bisweilen ist er in der Malerei wie im Strahlenschein gegeben, der sich nach außen ohne scharfen Umriß verliert; mitunter streng peripherisiert, bisweilen nur in der Umrißlinie angedeutet, bisweilen in elliptischer Form über dem Haupte schwebend. Charakteristisches Zeichen für die Göttlichkeit ist das Kreuz im Nimbus. Außer der Gottheit kommt er den Engeln, den Propheten, der Jungfrau Maria, den Aposteln und Heiligen zu und hatte sonst nach den verschiedenen Personen verschiedene fest bestimmte Formen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 35Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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