Drei ist unter den Zahlen die erste, welche man durch Zusammenfügung von Anfang, Mitte und Ende entstanden denken und in der man einen Fortschritt von einem Ausgangspunkte durch ein übergangsglied zu einem Zielpunkte annehmen kann, und dieser Umstand hat ihr in allen mystisch-symbolisierenden Gedankendarstellungen von jeher eine besondere Bedeutung verliehen, sodaß sie l überall als eine cheilige Zahl gilt. Nicht nur die ältesten orient. Philosopheme, sondern auch fast sämtliche indogerman. Religionen suchen ihre höchsten und letzten Weltbegriffe in triadischer, d. h. dreigliederiger Entwickelung darzustellen. In die abendländ. Wissenschaft ist die Betonung der Dreiheit (der Trias oder des Ternars) wie die Zahlentymbodl überhaupt durch die Pythagoräer eingeführt worden und von ihnen hauptsächlich auf die Platoniker, namentlich auf die Neuplatoniker, übergegangen, deren darauf bezügliche Spekulationen nicht ohne Einfluß auf die Ausbildung der christl. Trinitäts⸗ (Dreieinigkeits⸗) Lehre geblieben sind. In der neuern gunt Eegmn hat die triadische Methode, schon von ant begünstigt, namentlich bei der dia ektischen Richtung von Fichte, Schelling, Hegel eine große Rolle gespielt, indem man dadurch einen methodischen Fortschritt des Denkens von der Thesis die einfachen Behauptung) durch die Antithesis (die Contbet negative Begriffsentwickelung) zur ynthesis (der die Erkenntnis vertiefenden Verknüpfung der beiden ersten Glieder) gewinnen zu können Iung doch führte gerade diese schematische Behandlung zu den Willkürlichkeiten, welche die anfangs mit Begeisterung aufgenommene Dialektik in Mißkredit brachten.