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AllerleiBau-Lexikon 1881

Eckchor, m., s. Erker. Etke, f., frz. angle, m., engl. corner, angle. I. (Geom.) 1. eigentlich Eckpunkt, bei einer ebenen Figur der Punkt, wo zwei der Seiten dieser Figur, einen Winkel bildend, zusammenstoßen. Die Anzahl der Enn eines Vielecks ist gleich der der Seiten, und nach der Eckenzahl heißt die Figur ein Dreieck, Viereck u. s. w. und Vieleck. Die Ern liegen in einem Vieleck entweder neben einander, wenn sie durch dieselbe Seite verbunden sind, oder nicht, wenn ihre Verbindungslinie eine Diagonale ist. Bei geraden Vielecken spricht man auch von gegenüberliegenden Enn, nämlich wenn nach rechts u. nach links von der Berbindungslinie der beiden Enn aus dieselbe Anzahl von Ern des Vielecks hin liegen. Die E. kann ausspringend od. einspringend sein, je nachdem der Winkel des Vielecks, dessen Spitze die E. bildet, ein konkaver od. konvexer ist; s. d. Art. Einspringend. — 2. Der Punkt, worin mehrere, ein geometrisches Gebilde entstehen machende Ebenen zusammenstoßen, eigentlich besser Spitze genannt. — 3. Die geraden Linien, welche durch zwei auf einander stoßende jener Ebenen gebildet werden, heißen E., besser Kante, frz. aréte, f., angle solide, engl. éedge, solid angle. Alle Kanten gehen durch die Spitze, und der von zwei Kanten einer und derselben unter den die E. bildenden Ebenen an der Spitze hervorgerufene ebene Winkel heißt eine Seite des körperlichen Dreiecks, Vierecks etc., während der Neigungswinkel zweier solcher Ebenen selbst ein Winkel des Dreiecks etc. heißt. Denkt man sich nun die Spitze eines körperlichen Dreiecks etc. als Mittelpunkt einer Kugelfläche, so steht die durch die Ebenen bedingte Figur der Kugelfläche mit ihren Seiten u. Winkeln in engem Zusammenhang mit den Seiten und Winkeln des körperlichen Ecks, wie auch die räumliche u. sphärische Trigonometrie zeigt. Ist nun diese Figur der Kugeloberfläche für ein bestimmtes körperliches Vieleck kleiner als die halbe Kugelfläche, so nennt man die E. selbst eine ausspringende, frz. angle saillant; ist sie größer als die halbe Kugelfläche, so heißt sie eineeinspringende, frz. angle rentrant. Euler hat aufgefunden, daß für alle Körper mit ausspringenden Ein die Anzahl der Ern gleich ist der um zwei vermehrten Anzahl der Kanten, minus der Anzahl der ebenen Bewegungsflächen. II. (Techn.) eigentlich Scheitelpunkt eines ausspringenden Körperwinkels, doch auch für Kante eines solchen gebraucht. Bei schief abgeschnittenen Prismen spricht man von kurzer und länger Ecke, statt von der kurzen u. langen Kante, z. B. bei Stempeln im Minenbau. Am meisten gebraucht für die Kante zweier lothrechten, sich schneidenden Wandflächen. Hier unterscheidet man: a) bes. scharfe

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 2, S. 195Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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