FeedEisgrube
BaukunstBau-Lexikon 1881

Eisgrube, k., frz. glacière, f., engl. ice-pit. Zunächst gräbt man eine runde Grube, nach unten etwas enger; diese wird mit einer Mauer von Feldsteinen, in Moos gemauert, umgeben. Unterhalb erhält sie einen hölzernen oder gußeisernen Rost. Unter diesem befindet sich die Sammelgrube für das abgeschmolzene Wasser; es ist besser, diesem einen Abzugskanal zu verschaffen, als auf das Verziehen im Erdreich zu rechnen. Die Decke der E. wird durch ein doppeltes Rohr- oder Strohdach gebildet. Der ganze Bau ist mit einem Erdhügel bis zum Dach umschüttet, worauf man dichtes Buschwerkzieht, damit die Sonnenstrahlen nie durchkommen. Die Ern zu tief in die Erde hineinzulegen ist nicht gut, weil es in der Erde zu warm ist, auch das Sammelwasser keinen Abzug findet. Der Eingang muß nach Norden liegen und so eingerichtet sein, daß er erst in einen Vorraum führt. Die sämtlichen Thüren sind von Gußeisen oder Eichenholz und zwar hohl anzufertigen. Vortheilhafter ist es, Vorraum u. E. unter der Bedachung mit Steinen zu überwölben und das Ganze vor der Beschüttung mit Erde durch eine Thon- od. Lehmschicht nach außen abzuschließen; die inneren Seiten werden mit Holz ausgefüttert, besser mit gußeisernen Platten. Eishütte, f., frz. cabane f. glacière, engl. ice-house. Dergleichen Hütten, 4, —6 m. lang, 6—6, m. hoch, werden von gewöhnlichemStänderwerkaufgeführt, in welches dann 70—90 em. dicke Torfwände aufgeschichtet werden, zu deren Fugenausfüllung man Sägespänenimmt; von außen wird das Ganze mit über einander deckenden Bretern verkleidet. Der Fußboden wird 50—60 em. hoch mit Torf belegt u. das darauf zu liegen kommende Eis muß wieder mit Stroh und Häcksel bedeckt werden, so daß das Eis überall mit schlechten Wärmeleitern umgeben ist. Das Dachwerk wird mit Strohod. Rohr bedeckt, die nach Norden liegende Thüre muß doppelt sein, so daß man den Zwischenraum mit Stroh ausfüllen kann, welches zu diesem Behuf mit Leinen auf die Thür geschnürt wird. Dergleichen Hütten sind sehr billig herzustellen u. vertreten die Stelle der kostspieligen u. doch so oft unzuverlässigen Eiskeller hinreichend.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 2, S. 229Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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