Eisräume außerhalb der übrigen Gebäulichkeiten, so ist ihr Gewölbe mit einer Erdschicht von mindestens Im Stärke zu bedecken und hier ein weiterer Schutz vor den Sonnenstrahlen durch eine überdachung anzubringen. Statt die Eisräume in die Erde zu versenken, verwahrt man jetzt vielfach das Eis in oberirdischen Räumen, in Eishäusern auf, bei deren Konstruktion für die Abhaltung der äußern Luftwärme durch Isolierschichten zu sorgen ist. Zu diesem Behufe werden die Eishäuser doppelwandig, entweder massiv oder aus Fachwerk erbaut, mit einem Zwischenraum von etwa 1m zwischen beiden Wänden. Um Luftströmungen hier zu verhüten, wird der Raum zwischen den Wänden mit schlechten Wärmeleitern, Torfabfälle, Asche u. dgl. gefüllt Die Sohle des Eishauses wird, wenn der Boden nicht so porös ist, daß man das Schmelzwasser versickern lassen kann, von allen vier Seiten nach der Mitte zu geneigt gemacht, um das Wasser in einen Kanal ableiten zu können. Das dazu dienende Ableitungsrohr ist mit einem Wasserverschluß versehen, der den Eintritt der Luft verhindert. Nach oben ist die Decke überwölbt und überdacht und der zwischen dem Gewölbe und dem Dach, zweckmäßig Strohdach, verbleibende Raum mit schlechten Wärmeleitern gefüllt. Die Zugangsöffnung befindet sich in der Höhe des Gewölbes an der Nordseite des Gebäudes und ist durch doppelte und dreifache Thüren verschlossen, derart, daß der eigentliche Cisraum nur durch mehrere Vorräume, von denen jeder durch eine besondere Thür absperrbar ist, zu erreichen ist. Zum Einbringen des Eises ist eine von der Erde bis zur obern Offnung reichende schiefe Ebene vorhanden. Eine sehr wirksame Verbindung der oberirdischen Eislagerung mit der Bierkellerkühlung ist neuerdings von Brainard eingeführt worden. Dabei liegen die drei Räume: Eishaus, Gärkeller und Lagerkeller, etagenförmig bereinander. Der Boden des Eishauses besteht aus einem Rost von Balken oder Eisenbahnschienen, auf denen die Eismasse ruht. Der unmittelbar darunter befindliche Gärkeller ist nicht mit Steinen überwölbt, sondern mit einem Dach von gewelltem Zinkblech versehen. Die im Gärkeller aufsteigende warme Luft wird an dem Metalldach, über dem das Eis lagert, sofort abgekühlt und sinkt durch ihr höheres Gewicht auf den Boden des Gärkellers nieder, diesen so auf einer sehr niedern Temperatur erhaltend. Zur Abkühlung des Lagerkellers sind Ventilationskanäle angebracht, die aus dem Eishause kalte Luft in den tiefen Keller fallen lassen und durch andere Kanäle die wärmere Luft in das Eishaus führen. Litteratur. Tietz, «Über den Bau und die Einrichtung von Bierbrauereien (2. Aufl., Wien 1868); Leucks, Anweisung zum Bau oberirdischer Eisgebäuder (2. Aufl., Nürnb. 1862); Menzel, Bau des E.v (4. Aufl., Halle 1879); Swoboda, „Die Anlegung und Benutzung transportabler und stabiler E. oder Eisschränkey (Weim. 1874); Brainards System der Obereislagerung o (in Bersch, (Bierbrauereib, Berl. 1881).