FeedEntwässerung
TechnikBau-Lexikon 1881

Entwässerung, f., frz. saignée f. d'une prairie, desséchement, m., engl. draining; im allgemeinen ist zu berücksichtigen, ob die E. sich auf Tagewässer (atmosphärische Niederschläge), Quellwässer, oder Stauwässer im Untergrund fest verharrendes Wasser, bezieht. Danach und nach dem Gegenstand, welcher entwässert werden soll, sind die zu wählenden Vorrichtungen verschieden, 1. E. des Kulturlandes (Aecker, Wiesen etc.) geschieht entweder a) dadurch, daß man letztere erhöht, oder b) durch offene, mitunter, aber seltener, auch durch verdeckte Abzugsgräben u. Drainage (s. d.). Die Abzugsgräben haben ein möglichst starkes Gefälle (0, —0,9J), je nach Bodenbeschaffenheit 1—3fache Böschungsanlage u. eine möglichst gleichmäßig breite Sohle zu erhalten. Hauptbedingung ist hierbei, daß der Wasserspiegel in den Gräben so tief als möglich zu halten ist, im Minimum bei Wiesen: 0,, m., bei Aeckern: 0. bis 1½ m. unter dem mittlern Terrain; bei moorigem Boden tiefer; o) durch Auspumpen des Wassers mittels Kraft⸗ (Dampf-⸗) Maschinen, wie dies z. B. beim Harlemer Meer geschah. — Die E. der Wiesen ist mit großer Vorsicht auszuführen, sobald der Wiesenboden ein leichter, durchlässiger ist, da hierbei eine zu tiefe Niedersenkung des Grundwasserspiegels nicht selten die Fortbewirthschaftung des Grundstücks als Wiese in Frage stellt. Die Art u. Beschaffenheit des Bodens ist daher sehr in Betracht zu ziehen. 2. Entwässerung der Straßen lin Städten), frz. assainissehek Heidelberg DFC ment, geschieht durch Schleusen (s. d.), Stollen, Dohlen, Abzugskanäle etc. Diesen Vorrichtungen ist, da manche festere Unreinigkeiten mit einfließen, ein stärkeres Gefälle bis 0,½ zu geben, wie den Gräben sub 1; sie erhalten, wenn sie begangen werden sollen, eine Höhe von 1, — 1½½ m., eine Weite von 0, —0,3 m., und stehen mit der Straße durch Einsteiglöcher in Verbindung. Zum Schlämmen dieser Art Abzugskanäle dienen Schützenbreter od. Thore, welche schnell weggenommen werden, sobald sich das Wasser vor ihnen aufgestaut hat. In Seestädten läßt sich hierzu die Wirkung der Flut u. Ebbe benutzen. 3. Entwässerung der Gebäude, resp. Keller: durch Drainage, Abzugsschleusen, Senkgruben (s. d.), Sickergräben. 4. Entwässerung der Bergwerke etc. durch von Kraftmaschinen getriebene Pumpwerke, Stollen (s. d.). v. Nag.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 2, S. 256Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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