Feuchtfarben, tpl. engl. moist-colours, pl., Aquarellfarben, welche in kleinen Blechbüchschen oder Bläschen, ähnlich den feineren Oelfarben, in den Handel kommen u. sich angeblich immer, in der That ziemlich lange feucht erhalten, daher das langweilige Einreiben ersparen. Das die lange Feuchthaltung bewirkende Bindemittel ist Fabrikgeheimnis. Ceuchtigkeit, k., franz. humidité, f., engl. moisture. I. Dieser schlimmste Feind der Gebäude, welcher Fäulnis, Schwamm, Stockung etc. in den hölzernen Theilen, Mauerfraß, Salpeter etc. in denSteinen, Rost in den Eisentheilenetc. herbeiführt, hat die manchfachsten Ursachen u. bringt die verschiedensten Wirkungen hervor. Um schon vorhandene F. aus einem Gebäude zu vertreiben, erforsche man die Ursache derselben u. wähle danach das Gegenmittel; ist dieses nicht thunlich, so kann man eben blos die nachtheilige Wirkung der F. hemmen od. für einige Zeit unfühlbar machen. Die häufig vorkommenden Ursachen der F. in Gebäuden u. die sichersten Mittel dagegen sind: 1. Zu niedrige Lage der Gebäude u. infolge dessen Eindringen des Grundwassers in dieselben. Umgekehrte Gewölbe unter den Gebäuden, in Cement angelegt, darunter noch 15—30 em. starke Thon- oder Lettichlagen, wenn thunlich Ableitung des Grundwassers nach tieferen Gegenden oder genügend entfernten Senkgruben (s. Drainirung), und vor allem möglichste Hochstellung der Gebäude, oder wenigstens aller hölzernen Theile derselben, sind die zuverlässigsten Mittel der Gebäude, Laubengänge oder Weinspaliere an der Wetterseite, Grasplätze, die unmittelbar an das Gebäude anstoßen etc. Solche Nnlagen also sind thunlichst zu vermeiden, vielmehr die Häuser mitTrottoirs od.mindestensmit Pflasterung zu umgeben. Wo aber andere, bes. künstlerische Gründe für derlei Anlagen sprechen, putze man die Grundmauer nach außen vor dem Anfüllen mit Cement, od. überziehe sie mit Asphalt od. dgl. — 3. Verwendung feuchten Baumaterials, fruchtbarer Erde zu Ausfüllungen etc. ist sehr häufig die vom Besitzer nicht gekannte Ursache der F. Beim Bau selbst sind diese leicht zu vermeiden. Entdeckt man aber später erst diese Ursachen vorhandener F., oder schon durch letztere hervorgerufenen Schwamm, so sind die Mittel dagegen theils die in dem Art. Hausschwamm, Luft, Ventilation angeführten, theils Auswechslung der fruchtbaren Erde gegen unfruchtbare u. die Austrocknung der Mauern durch tüchtige Heizung, abwechselnd mit Erzeugung lebhaften Luftzuges. — 4. Schwitzen der natürlichen Bausteine; solche Mauern sind innerlich mit Ziegeln zu verblenden. — F. vom Bau her in den Mauern: man putze die Gebäude äußerlich nicht zu zeitig ab, oder, wenn dies schon geschehen, beseitige man den äußeren Putz im Frühjahr an den feuchten Stellen, wende dann die unter 3 angeführten Mittel an u. bringe erst nach erreichter Trockenheit den Putz wieder auf. Das von manchen Behörden vorgeschriebene Leerstehenlassen in fertigen Gebäuden bis zu völligem Austrocknen hat keinen Sinn, da ein nicht bewohntes Gebäude nie völlig austrocknet. Nur die Bewohnung, d. h. die Entnahme von Sauerstoff u. Erzeugung von Kohlensäure trocknet den Kalkputz völlig aus. S. übr. d. Art. Austrocknung, Ausbau etc. — 6. Liegenbleiben von Schnee und Regenwasser auf Absätzen u. dgl.; man versehe Fensterverdachungen, Gesimse etc. mit hinreichender Abwässerung. — 7. Dämpfe und Ausdünstungen unter den Balkenlagen; man vermeide Keller, Waschhäuser etc. mit Balkendecken, od. sorge doch da, wo Balkenlagen vorhanden sind, für genügende Lufteirkulation zwischen den Balken. — 8. Feuchte Luft in den Räumen ohne erkennbare F. der Wände, Fußböden etc. hat ihre'Ursache entweder im Nichtbewohntsein, oder und zwar meist im Eindringen äußerer feuchter Luft; durch gehörige Ventilation, zweckmäßige Heizungsanlagen und Aufstellen von ungelöschtem Kalk, Chlorkalk etc. leicht unschädlichzu machen. — 8. Eindringen des Tagewassers; wenn solches nicht nach unten in das Erdreich dringen kann, z. B. bei einer Lettichschicht unter der oberen Dammerde, so durchsteche man die Lettichschicht an verschiedenen Stellen um das Gebäude herum, od. noch besser, ziehe einen Graben bergaufwärts vor dem Gebäude, in dessen ganzer Länge bis auf 1 m. Tiefe unter dem Kellerfußboden; den Graben fülle man dann mit Kies od. Kohle wieder aus. Erlauben die Umstände eine solche Durchstechung nicht, od. ist das Terrain schon zu sehr versumpft etc., so kann man in diesem Fall ebenso wie in dem Fall 1 dem Aufsteigen der F. in den Mauern ziemlich sicher durch folgende Mittel vorbeugen: a) Isolirschicht von Asphalt, s. d. Art. Asphalt IIIV, XIII, XIV, XIXu. d. Art. Isolirung. b) Isolirschicht von einem Mörtel aus gleichen Theilen bei gelindem Feuer geschmolzenen Theers u. Leinöls, mit trockenem Sand angemacht. Neuerdings wendet man auch wasserdichten Filz (englisches Fabrikat) hierzu an, welcher besser als Asphalt, Glas oder Schiefer etc. sein soll. e) Tränkung der Steine mit Steinkohlentheer oder einem andern bituminösen Stoff. d) Anstrich mit Platinanstrichmasse (s. d.). — 10. Gegen Durchschlagen der F. an Giebelmauern dient folgender Anstrich: 25 kg. Pech, 15 Kg. Harz, 3 kg. engl. Roth u. 6kg. Ziegelmehl werden in einem Kessel unter Umrühren gekocht u. dann etwa /½ des ganzen Volumens Terpentinöl zugesetzt, so daß sich die Masse mit einem groben Pinsel gut aufstreichen läßt. — 11. Einzelne feuchte Flecken in sonst trockenen Wänden hek Heidelberg DFC haben ihren Grund oft in dem Vorhandensein eines salpeterhaltigen Steines, der also einfach herauszunehmen u. gegen einen guten zu vertauschen ist. — 12. Feuchte Balken, welche beginnen zu faulen, kann man durch Herstellung von Lufteirkulation an denselben hin trocknen. — 13. Feuchte Mauern zu trocknen hat man verschiedene Mittel vorgeschlagen und als Universalmittel gerühmt, als Anstriche, Tränkungen, Untertapeten etc.; die Platinanstrichmasse von Pflug & Comp. in Kitzingen, die Untertapete von Dressel in Eisleben, ferner das Ueberziehen der Wände mit Zinnblech (Stanniol) wirken scheinbar recht gut, können aber nicht wirklich helfen, dafern man sie nicht an der Seite anwendet, an welcher die F. in die Mauereindringt. Billiger und ebenso wirksam ist folgendes Mittel: Man kocht 60 g. Schweinefett und 2 J. Theer etwa 20 Minuten lang in einem eisernen Gefäß; dann mischt man ungefähr 500 g. gestoßenes Glas u. 1 Kg. gelöschten Kalk in einem eisernen Topf gut durch einander und schlägt es durch ein feines Sieb. Hierauf setzt man so viel von der ersten Mischung zu dieser zweiten, bis man einen dünnen Teig bekommt;, dieser reicht hin, 7 Am. Fläche zu bedecken; man legt ihn 3mm dick auf, er erhärtet dann sehr schnell; s. auch AsphaltXIX, Hausschwamm, Isolirschicht, Mauerfraß, Salpeter, Moder, Fäulnis, Stockung etc. II. Die atmosphärische F. ist in ihrer Menge je nach der Höhe des Ortes verschieden. Die Ursache der a. F., die Verdunstung, tritt, weil vom Sieden abhängig, um so schneller ein, je niedriger der Luftdruck, der auf dem verdunstenden Wasser lastet, ist, wie aus folgender Tabelle erhellt: Gipfel des Mont-Par. Fuß. m. Cels. München 1656 0710 Ceuchtigkeitsmesser, m., s. Hygrometer. Ceuer, m., frz. feu, n., engl. fire, ital. fuoco, span. fuego, griech. Xöe, h6s, 1. eigentlich das gleichzeitige Auftreten von Licht u. Wärme bei denjenigen chemischen Verbindungsprozessen, die man Verbrennung zu nennenpflegt. —2. Das F. in der heidnischen Kunst. Das F., bes. wo es ohne Zuthun der Menschen entstanden war, galt von jeher als direkte Offenbarung, daher auch als Verkörperung der Gottheit(Peru, Persienetc.). Unter den griechischen Göttern galten Hephästos und Hestia (Vulkan und Vesta) als Erfinder und Beschützer des F.s. Dem Vulkan beigegeben, deutet das F. auf Ausnutzung der Naturkräfte; bei der Lampe der Vesta sowie bei den Leichenverbrennungen tritt bes. seine reinigende, läuternde Eigenschaft in den Vordergrund. Auch des Eros, Zeus etc. Eigenschaften u. Kräfte werden durch das F. der Fackel, des Blitzes etc. passend angedeutet. Prometheus stahl mit Hülfe des Pallas das F. der Gottheit und brachte es den Menschen (mit Hülfe der Weisheit vermag der Erfinder und Forscher die göttliche Flamme im Menschen zu erwecken). — 3. Im Judenthum gilt das F.ebenfalls als Offenbarung der Gottheit (Feuersäule, brennender Busch, ewige Lampe). — 4. Ueber Vorkommen des Fis in der christlichen Kunst s. M. M. a. W. —5. In der Malerei gebraucht man das Wort F. für den lebhaften Glanz einer Farbe. — 6. frz. carie du bois, engl. druxey of timber, span. podridura blanca, weiße Fäulnis. Weiße Flecken im Holz, F. genannt, deuten auf Beginn der Fäulnis. — 7. (Hüttenw.) s. v. w. Feuergrube (..d.J und Zerrenherd. —8. frz. kanal, engl. light, s. v. w. Blickfeuer, Lichtfeuer, s. Leuchtthurm. Ceueranstalt, f. s. Feuerpolizei u. Feuerlös chapparate.