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BaukunstBau-Lexikon 1881

Feuerfaß, Sturmfaß, n., großes, oben enges Faß, mittels Zapfen an einem Gerüst auf einer Schleife (s. d.) befestigt und so fahrbar. Dient als Zubringer (s. d. und d. Art. Feuerlöschapparate 2. b.). seuerfest, adj., frz. apyre, refractaire, engl. apyrous, fire-proof. Absolut f.e Gebäude hat man oft herzustellen versucht, aber natürlich können solche Versuche immer nur zum Theil gelingen, denn man wird nie ganz ohne brennbare Materialien bauen können, oder wenigstens nur mit einer ganz unverhältnismäßigen Vertheuerung des Baues. Ueber den polizeilich vorgeschriebenen Grad der Feuersestigkeit s. d. Art. Feuerpolizei u. Feuerversicherung. Hier folgen Beschreibungen einiger annähernd f.en Konstruktionen, die sich bewährt haben. — 1. Feuerfeste Magazine. Mauern von schwach gebrannten Ziegeln, äußerlich mit scharf gebrannten verblendet. Fenster möglichst eng und mit engen, starken Drahtgittern od. mit eisernen Läden versehen. Die Stockwerke gewölbt oder die Balkenlagen von unten mit Lehm geputzt, von oben mit Aestrich od. Steinplatten belegt. — Feuerfeste Dächer. a) Gewölbe, am besten in Form eines Spitzbogen⸗-Tonnengewölbes. Flache Gewölbe sind zwar auch f. verwittern aber im deutschen Klima sehr leicht, weil der Schnee, wenn er liegen geblieben ist u. zu thauen beginnt, den Putz zerstört, welcher äußerlich am besten in Cement aufgebracht wird; doch kann man solche Gewölbe auch mit Dachfilz oder Holzeement überziehen. b) Eiserne Sparren mit dazwischen gespannten steigenden Gewölben, äußerlich mit Plalten belegt. e) Eiserne Sparren mit Metalldeckung. d) Eiserne Sparren mit Dachpappendeckung etc., s. Dachdeckung. — 3. Feuerfeste Lehmhänser, früher in der Leipziger Gegend auf jedem größeren Bauernhof, als Retirée vor Feuersgefahr, zu finden. Man kann sie bis 9m. tief machen. Der Grund wird 1½ —2m. breit und wenigstens ½ m. tief ausgegraben. Feld⸗ oder Bruchsteine dienen zur Grundmauer, welche wenigstens ½ m. über dem äußeren Fußboden aufgeführt, oben aber nicht abgeglichen wird. Umfassungs⸗ und Zwischenwände werden von fettem Lehm in Wellerwand od. auch in Pisee aufgeführt. Das Sparrenwerk sowie etwaige Balkenlagen werden dicht mit Strohlehm (Lehmzöpfen) 4— 10 em. stark umwickelt, ebenso die sehr enge Belattung des Daches und die Windelhölzer od. Stakhölzer der Decken; das Dach muß ein altdeutsches Satteldach sein; die Lehmwand wird nun im Dach noch so weit als möglich erhöht. Die Fußböden werden von Lehmästrich ausgeführt; nachdem die ganze äußere Dachfläche mit Lehm eingeebnet worden ist, legt man das Wetterdach auf. Dies besteht blos aus Sparren, die am First zusammengehängt sind, bekommtübrigens aber keinen Verband; wird dann mit Ziegeln oder Strohlehmschindeln eingedeckt u. durch 30— 50 em. hohe Stützen vom Lehmdach abgehalten, damit die Luft durchstreichen kann. Das Wetterdach lasse man weitübergreifen. Fenster und Thüren sind möglichst klein zu halten und mit Eisenläden zu versehen. — 4. Fenerfeste Creppen sind von Steinen, Ziegeln oder Eisen herzustellen. — 5. Feuerfeste Decken, darüber s. im Art. Decke. — 6. Ueber die Sicherung einzelner Konstruktionstheile vor dem Feuer s. d. Art. Anstrich B, Asphalt, Bausteine, Chamottesteine, Dachdeckung re. Bekleidungen mit Blech od. Asbest sind ebenfalls zu diesem Zweck zu gebrauchen, sowie auch der Härkalk (s. d.).

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 2, S. 324Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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