FeedFlußprostl
VerkehrBau-Lexikon 1881

Flußprostl, n. Man unterscheidet a) Längenprofil, welches in einer mit der Flußrichtung laufenden Vertikalebene die Flußsohle durchschneidet und über Höhenlage u. Gefälle der Sohle, der Ufer, des Wasserspiegels u. der im Flußbett befindlichen Bauwerke Aufschluß giebt. Es wird durch Austiefung u. Nivellement ermittelt. b) Das Guerprofil ergiebt sich aus einem Querschnitt senkrecht zur Flußrichtung, wobei man an möglichst viel Punkten der Breite vom Wasserspiegel bis auf die Sohle mit einer Peilstange mißt, die Mäße aufträgt und die einzelnen so entstehenden Flächentheile berechnet. Näheres s. d. Art. Querprofil. Man unterscheidet an diesem einerseits die Fläche u. den Umfang des Flußbettes an sich, anderseits die Wasserquerfläche und den benetzten Umfang, beide bes. bei Berechnung der Wassermenge benutzt. Die Beschaffenheit der Flußsohle ist von allen Eigenschaften eines Flusses die am meisten maßgebende, bes.in Rücksicht auf ihre Lage: kleine Erhöhungen der Sohle — über die ganze Breite reichend — stauen das Wasser weit mehr auf als Verengungen in der Breite. Ablagerungen gröberer Senkstoffe, wenn sie nur schwer sich fortbewegen, Wasserpflanzen (bes. langfaserige Algen), Uferabbrüche, Aesteu. Laub daneben stehender Bäume etc. tragen alle dazu bei, die Sohle in nachtheiliger Weise zu erhöhen, und sind daher durch Räumung (s. d.) möglichst zu enfernen. Ueber die Erhaltung einer normalen Sohllage s. Flußregulirung.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 2, S. 354Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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