Geschwindigkeitsmessung, f. an fließenden Gewässern. Man nehme sie stets an möglichst vielen Punkten des Querprofils eines Wasserlaufes vor. Doch können in einzelnen Fällen und für bestimmte Zwecke auch Messungen vpvon besonderen Arten von Geschwindigkeiten, z. B. der Wasserspiegelgeschwindigkeit, nöthig werden. Für den allgemeineren Fall verfährt man auf folgende Weise: Man sucht an dem betreffenden Flußlauf zunächsteine nach Richtung und Beschaffenheit des Bettes möglichst normal gestaltete Strecke auf, in welcher man das Querprofil des Flusses genau ermittelt (s. d. Art. Querprofil). Hierauf theilt man dasselbe, z. B. das Querprofil Fig. 1882, BC. . GH, in die Dreiecke über AB u. G H, in die Trapeze u. Rechtecke über BC, O D u. s. f. und legt durch die Mittel-resp. Schwerpunkte dieser Flächentheile die Vertikalen I. II..... VII. In Richtung dieser Vertikalen mißt man nun die Geschwindigkeiten an möglichst viel Punkten derselben vom Wasserspiegel bis zur Sohle, wozu nur der Woltmannsche Hydrometer oder die Tube-Darcy (s. d. Art. Geschwindigkeitsmesser) sich eignen. Man erhält hierdurch an jeder dieser Vertikalen eine Parabelkurve, aus welcher man sich die dieser Vertikalebene zukommende mittlere Geschwindigkeit Vm bestimmt (s. d. Art. Geschwindigkeit). Multiplizirt man Vm mit dem zugehörigen Flächentheil des Querprofils, so erhält man die diesem Theil entsprechende Wassermenge und durch Summirung die des ganzen Flusses, welche — durch die benetzte Profilfläche Fdividirt — die mittlere Geschwindigkeit v des Flusses ergiebt. Will man das wahre Mittel aller Vm aufsuchen, so trägt man die einzelnen Vm auf die Wasserspiegellinie A Kauf, verbindet die einzelnen Punkte zu einer Kurve AJK LH, berechnet die von dieser eingeschlossene Fläche und dividirt diese durch die Breite A K. Hieraus ergiebt sich das gleichflächige Rechteck AM“ME, in welchem die Seite EM-AM“ das wahre Mittel Um aller Vm. In gleicher Weise kann man die Kurve und das wahre Mittel Uo aller Sohlengeschwindigkeiten VD, sowie das wahre Mittel Uo aller Wasserspiegelgeschwindigkeiten V. ermitteln. Das Verhältnis des Mittels Um mittleren Flußgeschwindigkeit v wurde am Mississippi —= gs gefunden (von Humphreys-Abbot); an anderen Strömen, z. B. am Rhein bei Basel (Grebenau), Nr. Bach oder Fluß. 3. Fuchsbahh 3,00 72 Rhein (Niederwasser) bis 22405 8. Rhein (Niederwasser) 5 Die Wasserspiegelgeschwindigkeiten mit Kur ve lassen sich ebenfalls durch Schwimmer (s. d. Art. Geschwindigkeitsmesser) bestimmen. Bei Flüssen von größeren Breiten, bei denen man die Schwimmer nicht von einem (improvisirten) Steg aus einsetzen kann, verfährt man wie folgt: Man steckt (s. Fig. 1883) rechtwinklig zur Flußrichtung das Querprofil ILab, in welchem die Wasserspiegelgeschwindigkeiten bei A, B, Oetc. gemessen werden sollen; 50—100 m. oberhalb und eben so viel unterhalb Profils II die Querlinien I und III. Diese Linien werden durch Meßtischaufnahme bei möglichst großem Maßstab fixirt u. der Meßtisch Min der Nähe von II gehörig orientirt aufgestellt. Eine Strecke oberhalb J stellt des Schwimmers. Sekunden des Schwimmers. Mittel 133,5 zu 0,23. Das Verhältnis von v zur größten Thalwegsgeschwindigkeit O giebt Prony konstant zu v/O=, an. Die neuesten Untersuchungen von Grebenau, Darcy-Bazin, Humphreys-Abbot etc. jedoch zeigen, daß dieses Verhältnis, auf welches die Beschaffenheit der Wände einen wesentlichen Einfluß übt, nicht konstant ist, sondern zwischen 0,3ο und 0, schwankt, wie die folgende Tabelle über einige Untersuchungen Grebenau's nachweist: man einen Nachen Nauf, in welchem 1 2 Mann mit den Schwimmern halten. Von hier aus werden zunächst Probeschwimmer abgelassen, um zu sehen, ob sie den zu messenden Ort, z. B. Punkt D, berühren, den man sich bei nichtzu starker Strömung nach gehöriger Einmessung durch eine Stange markiren kann. Nun stellt sich 1 Mann in Richtung des Querprofils Jauf und ruft, sobald er sieht, daß ein Schwimmer diese Linie berührt, ein lautes, kurzes Signal (Hopp!); in demselben Augenblick muß der Ingenieur re. am Meßtisch M mit seiner Kippregel den Schwimmer anvisiren (den er schon beim Einlassen von N aus verfolgt hat) und den Durchschnittspunkt mit Lumringeln. Dasselbe Signal und gleichzeitiges Visurziehen erfolgt bei Profil III, worauf die Verbindungslinie K11 gezogen wird, welche den Weg für Schwimmer Nr. 11 angiebt. Ein Dritter muß an einer genauen Sekundenuhr (am besten mit springendem Zeiger) die Zeit des Eintritts bei Lund Austritts bei III beobachten und die auf dem Weg E 11 verbrauchte Zeit notiren. Diese Manipulation, welche vorher erst gut einzuüben ist, wird mehrfach (womöglich zehnmal) wiederholt. Man erhält dadurch die Wege KH 11, H 12, H 13 u. s. f., die für die Punkte A, B, ... . fortlaufend numerirt werden. Bei der Zusammenstellung der Resultate wird nun für jede Schwimmergruppe (bei A, bei B, bei Oetc.) das Mittel der beobachteten Schwimmzeit sowie des Ortes genommen (3. B. Linie H15) und hieraus V. berechnet. Für die Einrichtung der Notiztabelle folgt hier ein Beispiel: ergruppe EH. Schwimmergruppe D. R. entfernt. 13 m. von R. entfernt. Schwimmzeit Schwimmzeit auf 100 m. in dez drrn ers. auf 100 m. in Sekunden. Sekunden. 465,0 344,5 gramme des vitesses, engl. parallelogramum of velocities, eine dem Parallogramm der Kräfte (s. d.) durchaus analoge graphische Darstellungsweise zu Ermittelung od. auch nur zu Darstellung des Zusammentreffens etc. zweier Geschwindigkeiten, wobei letztere in den Längenmäßen dargestellt werden, welche der sich bewegende Körper in einer bestimmten Zeit zurücklegt, wofür meist eine Sekunde angenommen wird.