Forum, n., lat., 1. überhaupt was außer dem Haus ist, also Vorplatz, Gasse, Markt. — 2.Namentlich öffentlicher Marktplatz bei den Römern (vgl. Agora). Nach dem Gebrauch kann man die Foren der Römer folgendermaßen eintheilen: Die koxa venalia, Verkaufsmärkte, darunter forum olitorium, Gemüsemarkt; forum piscatorium, Fischmarkt; f. pistorium, Brotmarkt; k. boarium, Rindermarkt, und korum civile, eigentlicher Marktplatz für die städtischen Angelegenheiten etc. Namentlich in Rom selbst war fast jedem Geschäftszweig ein besonderes korum geweiht, und auch für Wahlversammlungen, Gerichtssitzungen etc. solche Plätze errichtet, von denen einige mit dem größten Luxus ausgestattet waren. Die Foren aller dieser Arten waren gewöhnlich nach ihren Erbauern benannt. Das foruw civile von Rom hieß auszeichnungsweise forum romanum. Von ihm ist nur wenig erhalten; bei weitem mehr von dem forum civile in Pompeji, von dem wir in Fig. 1756 einen Plan geben. Dieses forum war, wie die meisten derartigen, ein länglich viereckiger Platz, mit Säulenhallen umgeben, hinter denen sich öffentliche Gebäude und Verkaufsläden befanden; zugleich enthielt der Platz hier, wie fast stets, eine Sonnenuhr, Statuen von Göttern und berühmten Personen, Basiliken, Tempel, Gerichtshallen etc., kurz alles Das, was sich auf den öffentlichen Handel u. Wandel und den ihm von Behörden u. Göttern gewährten Schutz bezog. Auf unserem Plan ist A der Triumphbogen, Prunkeingang zum korum, B der Tempel des Jupiter, O Gefängnis, D Halle mit Bildern, wahrscheinlich Lesche (s. d.), E Tempel der Venus (in der Nische der Umfassungswand nach dem korum zu sind die Aichmäße für Flüssigkeiten befindlich), F Basilita, G, H, I Kurien od. Tribunale, also Lokale zu Verhandlungen von Verwaltungsangelegenheiten od. Rechtsstreitigkeiten, K Gebäude, welches bis jetzt für eine Schule gehalten wird, L Gebäude der Eumachia, Börse, bes. für den Tuchhandel, MTempel des Merkur od des Quirinus. NSitzungssäl der Decurionen (des Munizipalsenats), O sogenanntes Pantheon, wahrscheinlich Hospitium zu Abhaltung größerer Gastmähler od. zu Bewirthung ausgezeichneter Fremder auf Stadtkosten, vor demselben Wechslerläden. Der Platz selbst trägt eine Menge Piedestale von Statuen. —3.s. v. w. Marktflecken bei IOrtsnamen.