Fournier, n., Fournüre, f. Fournierblatt, n.) Belegholz, n., frz. plaque, feuille f. de placage, feuillet, m., engl. veneer. Dies sind ganz schwache Blätter feinen Holzes oder Steines, welche zur Bedeckung, Fournierung, frz. placage, engl. veneering, von aus ordinärem Holz, Blindholz, gefertigten Arbeiten verwendet werden; sie werden auf Fournierschneidemühlen mit Hülfe von Bundsägen, d.hmitSägen, welche mehrere schwache Sägeblätter nebeneinander haben, oder mit der Fourniersäge geschnitten. Man kann beim F.en durch Anwendung vers chiedener Hölzer eine Art Holzmosaik herstellen. Verwendet werden zum Fournieren, frz. plaquer, engl. to veneer, fast alle feinen Hölzer, viele Metalle, Perlmutter, Elfenbein und Steine, z. B. Lasurstein, Malachit etc.; s. die diese Materialien betr. Art. Man unterscheidet bunte Fournierung, frz.ouvrage derapport, aus Fourniertheilen verschiedener Farben. Man legt bei dem Zuschneiden die Blätter verschiedener Farbe auf einander u. schneidet dann die Figur aus. Hat man nun 3. B. einen hellen Stern auf dunklem Grund einzulegen, so behält man dann eine helle Grundfigur und einen dunklen Stern übrig; verwendet man diesen ebenfalls, vielleicht zu einer daneben liegenden Füllung, so heißt das Fournierung auf den Wechsel, frz. travail en contre-partie. Schrankthüren etc. werden auch wohl auf beiden Seiten mit F. versehen, frz. contre-placage. Die F. e werden auf der unteren Seite mit dem Zahnhobel (Fournierhobel) gezähnt, aufgeleimt und gepreßt. Das Biegen der Fre geschieht mit Hülfe der Wärme. Vor der Verwendung müssen die F.e in der Wärme gut ausgetrocknet werden, sehr maserige Stücke HEIDOELBERG O Universi t-wegen des Krummziehens zwischen heißen Zulagen. Wenn r bei komplizirter Form, Einlegung etc. die Fourniertheile „„ zusammengepreßt sind, leimt man Papierstreifen über Fugen. Beim Aufleimen auf das Blindholz darf der Leim „nicht zu schwach sein, auch nicht zu mager aufgestrichen werden. Auf die Fie wird kein Leim gestrichen. Beim Auf-I. pressen wird zuerst die in der Mitte der Tafel angesetzte —Leimzwinge angezogen, damit sich der überflüssige Leim tt nach den Kanten zu drängt. Feuchte Zulagen verursachen leicht Blasen. Bei schmalen u. cylindrischen Flächen tritt ⸗an die Stelle des Aufpressens das Auftreiben mit der Pinne . des Hammers. Beim Fien von Karniesen und anderen Gliedern wird jedes von den anderen durch Ecken getrennte . Glied einzeln fourniert. Man fertigt eine Zulage, welche t das Glied gleich einer Form deckt, in welcher also das Glied ⸗verkehrt ausgekehlt ist. Nachdem man nun das F. auf der ⸗rechten Seite mit Papier beklebt hat, zahnt man es auf der linken, bis es sich gehörig biegen läßt; dann bringt man Leim auf, legt das F. auf, bringt die Zulage darauf und „schraubt ällmählich fest. Nach völliger Trocknung wäscht man das Papier mit lauwarmem Wasser abre. Oder man „bestreicht das Blindholz mit Seife, das F. mit Leim, paßt das Ganze zusammen, beleimt dann die abgeputzte Fläche „des Fis mit Schreibpapier, löst das F. ab, reinigt Blindholz u. F. u. leimt nun erst endgültig. Vor Erfindung der „Zulagen mußte man das F. auf Glieder mit dem Hammer aufreiben, frz. plaquer au marteau, engl. to lay with the hammer. Beim Fournieren von Säulen tritt auch wohl „eine Umwickelung mit Schnüren an Stelle der Einschraubung od. des Aufreibens. Das Abnehmen alter F.emacht sich nöthig, wenn an alten fournierten Holzarbeiten ent⸗ „standene Blasen etc. beseitigt werden sollen. Man wasche die Oberfläche mit siedendem Wasser u. einem groben Tuch ganz rein ab, erwärme sie mittels eines Vergolderöfchens, eines Platteisens oder dergl., reibe sie mit Leinöl und erwärme sie wieder, bis das Leinöl durchdringt u. den Leim auflöst, worauf man sie, noch warm, vom Rand herein vorsichtig ablöst; dann wäscht man den alten Leim ab und „kann die Fe wiederum aufbringen. Dies muß sehr sorgsam u. vorsichtig geschehen, namentl. müssen sie sehr gleichmäßig aufgeleimt werden, weil sie sonst Blasen bekommen.