frischen, trs. 3. 1. Eine Grube durch Anlegung neuer Stollen lüften, — 2. Metallstücke, die zusammengelöthet werden sollen, an den betreffenden Stellen glatt feilen. — 3. frz. affiner, refondre, ressuer. Gewisse Schmelzprozesse der Metalle heißen Frischprozesse, frzalfinage, engl. finingprocess. a) Frischen des Silbererzes. Der silberhaltige Rohstein wird in dem Frischofen, einer Art Hochofen mit Kalkstein, geschmolzen, das Geschmolzene fließt in einen auf dem Boden des Ofens befindlichen Tiegel; die hier auf dem Blei sich bildende Scheibe heißt Frischblech und wird der Treibarbeit unterworfen. b) Silberhaltigem Kupfer wird Blei zugesetzt u. beides im Frischherd, frz. renardière, engl. gning-hearth, mit einander verschmolzen, dann in eiserne Pfannen, Frischpfannen, gegossen, in denen es zu Frischstücken oder Saigerstücken, frz. mattes, erkaltet. Wenn aus diesen Blei u. Silber ausgesaigert ist, so heißen die zurückbleibenden Stücke Frischkienstöcke, pains de liquation. c) Das Frischen des Eisens hat zum Zweck die Verwandlung des Roheisens in Schmiedeeisen durch Verbrennung des Kohlenstoffs. Da sich weißes Roheisen besser zum F.eignet als graues, so wird das graue vorher weiß oder fein gemacht (s. Eisen C. im ersten Band). Es giebt verschiedene Methoden des F.s. aa) Frischen im Herde, Herdfrischerei, dasälteste Verfahren, langsamu. viel Brennmaterial erfordernd, liefert aber sehr gutes Eisen. Der Frischherd besteht meist aus einer Art Schmiedeesse von U. 90—100 em. Breite und 150—170 em. Länge, mit einer Eisenplatte gedeckt bis auf eine etwa 75 em. lange u. 60 Om. breite, aus gußeisernen Platten (Zacken, Frischzacken gen.) bestehende Vertiefung, Trümpel. Unter dem Boden des Herdes, Frischboden, frz. fond, engl. bottom, der aus Frischbodenzachen, frz. taques de fonds, engl. bottomplates, besteht, ist eine Höhlung, welche mit Wasser gefüllt werden kann, um den Boden kühl zu erhalten; durch eine (früher meist zwei) Düsen wird kalter Wind eingeführt. Der Boden des Herdkastens od. Trümpels wird mit Kohlen bedeckt, diese angezündet u. Wind gegeben; nun setzt man einen Eisenbarren, eine Gans von 2—3 Ctr., 15—20em. von der Front entfernt, ein, bedeckt sie mit Holzkohle und steigert die Hitze. Wenn das Eisen in garem Gange, d. h. breitartig ist, räumt man Kohlen u. Schlacken ab, hebt den Eisenklumpen mit einer Stange auf, zerbricht ihn (roh aufbrechen) u. bedeckt die Theile wieder mit Kohle etc., bis die Luppe oder der Deil fertig ist; dann wird sie unter dem großen Hammer, Frischfeuerhammer, geschlagen gezängt, um die Schlacken auszuquetschen. Die Schlacke ist stark eisenhaltig und wird entweder bei weiterem F. als Entkohlungsmittel gebraucht oder im Hochofen auf Eisen verschmolzen. bb) Frischen in Flammöfen, Ofenfrischerei, Puddeling. Der Puddelofen, frz. kourneau de rafraichissement, ist ein Flammofen mit flacher, gelang, besteht aus feuerfesten Ziegeln oder einer eisernen Platte, wird 10—13 em. hoch mit Sand, Hammerschlag und Lehm oder gepochten Schlacken bedeckt, doch so, daß die Auffüllung in der Mitte eine flache Vertiefung bildet. Nach Feststampfung und Zusammenschmelzung dieser Auffüllung kann der Herd gebraucht werden. Der Rost für das Steinkohlenfeuer liegt vor dem Herd, durch eine Feuerbrücke von demselben getrennt; hinter dem Herd, durch die Schlackenbrücke, den Altar, von ihm getrennt, steht der Schornstein; in der Seitenwand ist die Füllöffnung mit einer Fallthür, in welcher ein Arbeitsloch sich befindet. Als Brennmaterial dienen Steinkohlen, Torf, Braunkohlen; letztere werden aber in gesonderten Räumen verbrannt und blos ihre Gase durch erhitzten Luftstrom dem Ofen zugeführt. Dieser wird zuerst rothglühend gemacht, dann 2—4 Etr. Eisen in Theilen von 25—30 Pfund eingebracht und rings an den Wänden aufgeschichtet. Nun steigert man die Hitze, bis das Eisen knetbar wird; dann mäßigt man die Hitze und knetet das Eisen mittels eines Hakens durch das Arbeitsloch. Wenn das Eisen anschwillt u. zu brennen scheint, dann aber steif u. kurz(trocken) wird, so ist die Entkohlung vollbracht; nun verstärkt man die Hitze schnell u. vereinigt die Brocken durch Kanten u. Rollen zu Luppen von ca. 25 kg., die dann durch Zängen unter dem Hammer oder in Luppenmühlen von den Schlacken befreit werden. éec) Frischen nach Bessemer. Das Roheisen wird gleich aus dem Hochofen in einen andern Ofen abgelassen u. dort wird Luft unter starkem Druckeingeblasen, welche die Kohlenstoffe im Eisen verbrennt.