Fylfot, fytfot, 8. engl., d. h. Vierfuß, auch Gnostikerkreuz, Thorskreuz, Templeisenkreuz, Baphometzeichen etc. Fig. 1805. Fig. 1806. Fig. 1807. Fig. 1808. genannt, ursprünglich mystisches Zeichen, bei den Griechen, Etruskern, Römern, Skandinaviern etc. schon vorkommend, sowie in der altchristlichen Kunst und im Mittelalter; s. Fig. 1805—1808. Vergl. in Art. Gammadium u. Fig. 1812. liglit / mothes 18820d?/0400 G. 1. G, aus dem griechischen und dem hebräischen 4 entstanden, war bei den Römern das Zahlzeichen für 400, G für 400 000. — 2. Auf römischen Inschriften bedeutet es Gajus, Gens ete. — 3. In der Heraldik ist es die Bezeichnung für Gold. — 4. In der Mathematik sind g, G Bezeichnungen für Grundlinie, Grundfläche etc. — 5. In der Mechanik bedeutet g die Beschleunigung (s. d.) beim Fall der Körper. Güa, griech. Lo, lat. Tellus, Göttin der Erde, Mutter der meisten Götter, namentlich der die verheerenden Kräfte darstellenden. Vgl. auch d. Art. Chaos. Gaar und Zusammensetzungen, s. unter Gar. Gabanholz, u., s. Angolaholz. Gabarit, gabari, m., frz., Mäß, Lehre, Schablone, bes. s. v. w. Besteck, Mall, Schiffsmodell. Gabba, indisch, Grab; s. buddhistische Bauweise. (Schillerfels, Zobtenfels), körniges Gemenge der beiden Silikate Labrador u. Diallag (auch Bronzit gen., Art des Augit). Unwesentliche Gemengtheile: Glimmer, Hornblende, Eisenkies u. Magneteisen. Der Labrador (Silikat! von Thonerde, Kalkerde und Natron) ist im Gemenge vorherrschend. Die Farbe des G. ist, wie die des Labrador, grünlich od. röthlich. Die wesentlichsten Bestandtheile des G.sind: Kieselerde, Thonerde, Eisenoxydul, Manganoxydul, Kalkerde, Kali u. Natron. Fundorte: Schlesien, der Harz, Steiermark etc. Der Witterung ausgesetzt, wird zuerst der Labrador angegriffen. Diese Gesteintheile werden matt, pulverig; das Wasser spült sie aus und es entstehen Vertiefungen an der Oberfläche, in welchen der verwitternde Diallag blätterartig hervorragt, doch geht die Verwitterung nur langsam vor sich. Man benutzt den G. zu Bausteinen, seltener zu Verzierungen. Gabel, k., frz. fourchette, f., der Punkt, wo der First eines Dachfensters od. sonst eines Satteldachs an die Fläche eines andern Daches sich ansetzt, anstößt. — 2. frz. fourche, pairle, engl. furca, pairle (Herald.), s. v. w. Schächerkreuz. — 3. frz. tirant, hier und da für Zuganker oder Schlauder gebraucht, s. Anker 1 u. 12. — 4. s. v. w. Schere (J. d. u. Gabelverbindung). — 5. Attribut des Saturn u. Neptun, s. Bidens u. Dreizack. — 6. (Masch.) a) frz. enfourch ement, engl. forklink, Gabelglied, gabelförmiges Gelenk oder Kettenglied; b) frz. encoche, engl. eccαentricgab, halbkreisförm. Ausschnitt der Excentrikstange; e) frz. Cornes, f. Pl., engl. cruteh, G. an der Zahnstange einer Winde, s. Fig. 1803 oben. — 7. (Hütt.) frz. .ourche, engl. furca, auch Furkel, Forke, Forkel, gabelförmige Rührkrücke. Gabelanker, m., 1. s. Anker I. 7. — 2. frz. harpon, hier und da für Bügelanker gebraucht; s. Anker I. S. u. 10. — 3. Oft fälschlich für Teianker (s. d.) gebraucht. Gabelband, n., Mothessches, f. d. Art. Band VI. d. 4. Gabelbohrer, m., Bohreisen mit zwei gut verstählten Spitzen, bei Bergbohrern für hartes Gestein an die Bohrstange angeschraubt. Gabeldeichsel, f., srz. Iimoniere, f., engl. forked thill, s. d. Art. Deichsel 1, Wagen und Arme 9. Gabeleisen, n., s. Anker I. 10. gabelförmiger Balkenanker, s. Anker I. 11. e. Gabelmast od.Gaffelmast, m., frz.mat fourchu (Schiffb.), ein in der Mitte seiner Höhe mit einer Gaffel (s. d.) versehener Mastbaum. Gabelmine, f., s. d. Art. Mine. Ple. Gabelrad, v. (Masch.), Rad an Hebemaschinen, an dessen Peripherie gabelförmige Eisen befestigt sind, in denen das Seil läuft. Gabelschlüssel, m., frz. elef f. 3 fourche, engl. forkwyench, gabelförmiger Schraubenschlüssel. Gabeltheilung k. der Flüsse, auch Bifurkation gen., eine merkwürdige Erscheinung, nach welcher in einer und derselben Ebene, die man für das Gebiet eines Stromes halten würde, zwei Ströme in einander entgegengesetzter Richtung fließen, welche sogar durch einen Arm verbunden sind: z. B. Orinoko und Amazonenstrom, welche mit einander durch einen Arm des ersteren, den Cassiquiare, zusammenhängen. Gabelverbindung, k., 1. für Eisen, s. d. Art. Eisenverbände 9. 11. 13. — 2. Für Holz, frz. fourche, s. v. w. Anschlitzung (s. d. sowie d. Art. Schere). Gabelwerk, n. (Mühlb.), Vorrichtung in Windmühlen, durch welche der Beutel horizontal geschüttelt wird. Gabie, f., gabié, m., frz., Mastkorb, Mars. Gabinerstein, m., s. Peperin. Gabinetto, m., ital., span. gabinete, s. Kabinet. Gabion, m., frz. u. span., Schanzkorb; gabionner, mit Schanzkörben verkleiden; gabionnade, f., Schanzkorbverkleidung; gabionnage, m., Schanzkorbbrustwehr. Gable, s., engl., altengl. gabell, gavell, gauill, altfrz. gable, m., lat. gabalum, n., s. v. w. Giebel; daher gable-Lar, Giebelähre; gable-wall, Giebelmauer; gable-roof, Giebeldach, zu unterscheiden von compass-roof; gablewindow, Fenster mit sächsischem Bogen; gabled window, Fenster mit Spitzverdachung; gabled hood-moulding, Spitzverdachung. Gablet, s., engl., gablet, m., altfrz., der Ziergiebel, die Wimberge. Gabord, m., frz. (Schiffb.), eigentlich nur die Bodenplanke in der untersten Reihe der Verkleidungsplankung, die den Kielgang bildet, doch auch auf andere Verkleidungsplanken übertragen; gabords, m. pl., der Kielgang. Gabriel, s. d. Art. Engel. Gaburon, m., frz., 1. (Schiffb.), Verstärkungsholz an den Fußenden der Masten und an den Stößen der Raaen, auch Wange oder Schale gen. — 2. (Dachd.) der Eßhaken. Gache, f., frz., 1. rundgeschlossener Haken, bes. zum Befestigen der Dachrinnen, Rinnhaken, Rohrschelle. — 2. (Schloss.) Schließkappe. — 3. lat. gachum, n., eiserne Stange zum Kalkumrühren (gacher), s. Kalktrücke. — 4. G. du platrier, Gipsschaufel. gächer, v. tv., frz., Mörtel etc. anmachen, anrühren. Gächette, f., frz., Zuhaltung. Gächis, m., frz., der angemachte Mörtel. Gad, 8., engl., 1. (Kriegsb.) Bindeweide, Weede, Wiede, s. Band VII. — 2.(Minenb.) der Fümmel. — 3. (Bergb.) Eisen, Bergeisen, Setzeisen. Gaden oder Gadem, Gaerm, m., bei Ottfried Gadun, im Mittelalter lat. gades, eingezäunter Ort(hängtmit Gatter zusammen), Grenze, Gemach, Raum, bes. Kaufladen, Niederlage; in einigen oberdeutschen Gegenden s.v. w. Haus. Am meisten gebraucht findet sich das Wort in der Bedeutung von Stockwerk, eigentlich Gegademe, Reihe von Gemächern; vgl. d. Art. Lichtgaden. Gaffe, f., frz., der Schiffsstaken. Gaffel, k., 1. hier und da für Gabe, Abgabe, Innungsbeitrag, davon übergetragen auf Innung. — 2. s. v. w. Gabel, bes. (Schiffb.),frz. vergue f. à corne, chandelier, m. engl. gafl; auch Gaffelbaum, nu., an der hintern Seite des Mastes, denselben umfassende, gabelförmig ausgeschnittene, schrägstehende Raa, welche das Oberleik des Gaffelsegels stützt; s. übrigens d. Art. Spiere. Gagat, m., frz., gagate, jais, jalet, m., engl. zet, s., auch Gagatkohle, k., s. v. w. Braunkohle, auch für Pechkohle ae.; s. d. Art. Brennstoff u. Kohle. Gage, s., engl., s. im Art. Gauge. Gagel, f. (Myrica Gale L., Fam. Wachsstaude, Myricaceae C. Rich.), Stinkweide, deutsche Myrte; ist ein Strauch von 0,% — 1,½ m. Höhe, der auf Moorboden im nordwestlichen Deutschland und in Holland häufig wächst. Die Blütenknospen dienen zum Gelbfärben, die Rinde zum Gerben. Das Holz ist zwar wohlriechend, aber zu schwach und brüchig für technische Verwendung. Andere Arten in Nordamerika und am Kap liefern Wachs. Gahnit, m. (Miner.), frz. gahnite, k., s. Automolith. Gahrbord. Garbord, m., s. v. w. Kielgang; s. d. Art. Gang 3 und Gabord. Gührbottich, m., frz. cuve guilloire, f., engl. gyletun, working-tun. Ueber Gährbottich, Gährhaus, Gährkeller, Gährraum s. Brauereianlage und Brennerei. Die Lichtöffnungen der Gährkeller sollten stets nach einer kaltenWeltgegend gerichtet sein. Man bringt so viel an, als zum Luftzug nöthig, am praktischsten an der Decke; s. Ubr. Keller. Gährung, f., frz. kermentation, f., engl. fermenting, der chemische Vorgang bei der Zersetzung solcher organischer Körper, welche auf eine eigenthümliche Art in ihrer chemischen Zusammensetzung durch fauleude oder in Zersetzung begriffene Körper verändert werden. Die Körper, welche im Stand sind, G.en einzuleiten, nennt man Fermente. Die Wirkungen der Gährungsmittel, Fermente auf gährungsfähige Körper, sind eben so verschieden, wie ihre Zusammensetzung; in Berührung mit gährungsfähigen Körpern können die Fermente sehr verschiedenartige Zersetzungen hervorbringen. Es giebt verschiedene Arten von Geen; man hat z. B. unterschieden eine faulige, geistige oder weinige, schleimige, Milchsäure⸗, Buttersäure⸗, Essigsäure-Gährung re. Die weinige oder geistige G. hat man am besten studirt; dabei bildet das eigenthümliche Ferment die sogen. Hefe. Die Hauptprodukte der Weingährung sind Kohlensäureu. Alkohol, welche aus zuckerhaltigen Gährungsflüssigkeiten durch Hefeneinwirkung entstehen. Im allgemeinen üben alle Ursachen, welche die Fäulnis beschleunigen od.vernichten, den gleichen Einfluß auf die G.aus; fäulniswidrige Mittel (Antiseptica) heben auch die G. auf. — 2. Hier und da vorkommende Schreibweise für Gehrung. gai, adj., frz., zu locker gehend, in der Spur spielend, von Fischbändern, Angeln, Achsenzapfen etc. gesagt. Gaiachholz, n. (Bois de Coumarou ou de Galac), nennt man das Holz des Tonkabaumes (Dipteris odorata Willd.) Fam. Schmetterlingsblümler, Papilionaceae R. Br.) in Guayana. Es ist wohlriechend, von Farbe röthlichgelb, feinfaserig und sehr hart, so daß es sich ausgezeichnet zu Möbeln eignet, wird aber bereits im grünen Zustande sehr stark von Würmern angegangen. Vgl. Guajakholz. Gaillard, m., frz., s. v. w. Schiffsschanze; s. Kastell 3. Gaine, f., frz., 1. eigentlich Scheide, z. B. Dolchscheide, garne deé flamme, de pavillon ete., Wimpelscheide, Postamentwürfel; g. de terme, unterer Theil einer Herme, in Gestalt einer verkehrten abgestutzten Pyramide. — 3. (Minenb.) g. d'aérage, Luftschlauch. Gainze, k., österr. Trichter des Abtrittsrohrs. Gaipel, m., s. v. w. Göpel. Gala, Cantha, Griva oder Candhara (ind. Stil), s. v. w. Plättchen; s. d. Art. Campa. Galaktometer, u., Milchwäge, s. Aräometer. Galam-Gummi, n., bildet einen Theil des Senegal-Gummi. Es ist dem arabischen Gummi ähnlich u. stammt von Acacia vera, der echten Akazie (Fam. Hülsenfrüchtler, Leguminosae), welche vom Senegal bis nach Aegypten hin vorkommt. Galaten, Göttin der Meeresstille, Tochter des Nereus und der Doris n. A. Schwester der Amphitrite; dargestellt auf einer Muschel durchs Meer rudernd. Galbe, m., frz., eigentlich die im allgemeinen, rund, angelegte Form der Kapitälblätter eines korinthischen Kapitäls vor Ausarbeitung der Zacken, dann Kontur einer Kuppel, einer Vase etc., endlich übertragen auf jede anmuthige Rundung; galbé, adj., zierlich gerundet; galbeée, f., rundes Blattwerk. Gale, s., engl., die Kühlte, Brise. Halea, f., lat., urspr. Helm, daher 1. Marskorb am Schiffsmast, von der Aehnlichkeit der Form antikrömischer Marskörbe mit einem Helmbusch. — 2. Im mittelalterl. Latein s. v. w. Thurmhelm, Helmdach. Galeasse, f. frz. galéasse, f., engl. galeas, 1. bei den nördlichen Völkern ein kleines Schiff mit einem großen Mast und einem Besahnmast. — 2. Auf dem Mittelmeer größte Art der mittelalterlichen Kriegsschiffe, mit Rudern und Segeln versehen, bis 50 m. lang, mit 800 1000 Mann Besatzung. Galéne, f., frz., engl. galena, s. Bleiglanz; g. alquifoux, die Töpferglasur. OGalere, k., frz. galère, f., engl. galley, Ruderschiff mit lateinischen Segeln, sehr flach gebaut, 37 —40 m. lang, mit 32 (bei den Halbgaléren) bis 60 Rudern, deren jedes von 5—6 Mann geführt wird; Masten kurz u. ohne Stengen. Die Betarden, Galeassen, Galeonen, Galeoten, Galizabra's etc. waren Abarten der G.n. Galerenofen, m., frz. galere, f., engl. galley, eine Art Destillirofen. Galère, f., franz., 1. Galeére. — 2. Galerenofen. — 3. Fügehobel, auch Zinnhobel der Orgelbauer. Galerie, f., frz., 1. s. Gallerie. — L. Stolln, Strecke. — 3. Minengang, s. Gallerie. — 4. Rauchgewölbe. Galet, m., frz., ital. galestro, 1.Strandstein, Geschiebe, untaugliche Steinbrocken, g. de Gargantua, s. im Art. keltische Bauwerke. — 2. Friktionsrolle, Leitrolle. Galetas, m., franz., Dachgeschoß, Bodengeschoß, auch Dacherker. Galgal, m. frz., s. d. Art. Barrow u. keltische Bauwerke. Galgaliel, im Talmud der Engel, der die Sonne regiert; nach Anderen waren es deren fünf bei Tage, drei bei Nacht, und zwar geht von den ersteren einer vor der Sonne her, damit sie die Erde nicht verbrenne, vier hinter ihr, damit sie die Welt nicht erkalten lasse. Galgbrunnen, s. Brunnen im 1. Bd. Galgen, m., 1. frz. potence, f. engl. gallow, eine Säule, oben mit einem durch ein Winkelband in wägrechter Lage gehaltenen einseitigen Querholz. — 2. frz. gibet, m., engl. gallows, Pl., Iat. patibulum, n., Gerüst aus 3 od. 4, auch wohl aus 9 oder 16 etc. Säulen, oben durch Rahmen verbunden; im Mittelalter auch mitunter von Stein aufgeführt. —3. frz. Ane, m., Chévre, f., engl. horse, gin (Brunnenarb.), beim Bohren und Graben eines Brunnens die drei oben vereinigten Stützen, welche die Rüstung bilden. 4. (Schiffb.) frz. Potence, engl. horse, Portal einer fliegenden Fähre.