Feedkietholen (Schiffb.)
VerkehrBau-Lexikon 1881

kietholen (Schiffb.), kiclen, trs. Z., franz. caréner, abattre en carène, virer en quille, engl. to lay on Careen, auf die Bande legen; beim Kalfatern eines Schiffes und beim Ausbessern desselben das Schiff so legen, daß der Boden aus dem Wasser kommt. Es geschieht dies mittels Seilen, die an die Masten befestigt werden. Kielklotz, Slempflotz, m., todtes Holz, Todtholz, n. (Schiffbau), frz. 1e massif, engl. deadwood, ital. ceppo della chiglia, span. dormido, schwere Stücken Holz, vorn und hinten auf den Kiel gelegt, theils um ihn zu verstärken, theils um die Verengung der Pickstücke verringern zu können. Kiellichter, m. (Schiffb.), s. d. Art. Bulle. Kielsatz, m (Bergb.), bei einem Saugwerk zwei kleine mit einander verbundene Röhren. Kielschwein, Kielschwien, Kielschwinn, u., Carling, siehe Kolschwinn. Kieming, Kiemung, Kimme, k. (Schiffb.), frz. fleurs f. Pl. du vaisseau, engl. floorheads, rungheads, pl., bilge, 8.ital. fioxi della nave, Uebergangsgegend des Schiffsbodens oder Flachs, der Fluhr zu den Wänden. Die hier äußerlich aufgenagelten Planken heißen daher die Kimmgänge, und die ihnen gegenüberliegenden Planken, welche die innere Verkleidung des Schiffes machen, die Kimmweger, frz. vaigres des fleurs, span. palmejares, beide zusammen Kimmplanken, frz. bordages des fleurs, engl. planks of the floor-head. Kien, w., Kiefernharz, auch die Holztheile, die sehr von Harz durchdrungen sind; die Wurzeln liefern den meisten K. Derselbe wird verwendet zum Theer⸗ und Pechkochen, sowie zum Kienausbrennen. Kienhütte, k., eine zum Kienausbrennen, Kienschwelen erbaute Hütte. Ein halbkugelförmiger Ofen wird von Ziegelsteinen auf eine 0,3m. hohe, runde Mauer gewölbt, die ungefähr 1,3 m. im Durchmesser hat; vorn befinden sich ein Schürloch und einige Zuglöcher, hinten ein halbkreisförmiges Loch (556em. Durchmesser, 0,3, m. über dem Boden); daran stößt ein 1½ m. langer Kanal von gleichem Querschnitt, welcher in die Ruß kammer führt; diese ist 1½—2,%% M. lang und breit, 3.4—5 m. hoch, Boden und Wände sind glatt geputzt, statt der Decke dient ihr ein pyramidenförmiger Sack von wollenem oder leinenem Zeug, an welchem sich der feinste Kienrnß, frz. suie, noir de fumée, engl. soot, lamp-black, ansetzt, während der an den Wänden gröber ist. Derselbe wird dann in Rußbutten gepackt, in den Handel gebracht und als schwarze Farbe verbraucht. Kienöl, n., s. ätherische Oele und Terpentinöl. Kienstock, m., Rienstück, n., 1. (Forstw.) Wurzelstock einer Kiefer. — 2. franz. gateau m. deé ressuage, engl. carcass (Hüttenb.), Stück Kupfer, aus welchem das Blei u. Silber ausgesaigert ist; s. d. Art. Darrblei u. Darrofen. Riepsfäule, k., s. in d. Art. Bauholz im 1. Bd. Kies, m. 1. (Metall.) große Gruppe von Schwefel⸗ und feleisen), Magnetkies, Arsenikkies (Schwefelarsen mit Schwefeleisen), Kupferkies etc. gezählt wird; — 2. frz. gravier, engl. gravel, grit, die gewöhnlich aus Quarzkörnern bestehenden Anhäufungen (s. d. Art. Sand u. Bausteine). IDELBERG O Universitätsbibl Kiesgader, f. (Bergb.), Ader, welche Schwefelkies enthält. Kiesball, m. (Bergb.), kugelförmige, einzeln liegende Stücken Kies oder Schwefelkies. Kiesboden, m., s. Grundbau. )Kiese oder Küse, k. (Schiffb.), franz. fer des adents du Vireveéau, engl. paul-plate, ital. dente della castagne „del mulinello, span. chapa del pal, die eisernen Platten, womit die Pallgatten im Bratspill, in denen die Sperrkegelhölzer stecken, um das Zurückgehen der Welle beim „Aufwinden zu verhindern, ausgefüttert sind. Kiesel, m. (Miner.), 1. Silicium, frz. silice, m., kommt in der Natur nie rein, sondern nur mit Sauerstoff ver⸗ „bunden als Kieselsäure(s. d.) od. Kieselerde vor; — 2. nennt man so frz. caillou, engl. pebble, kleine rundliche Quarzstücke, s. Kieselstein. KRieselbrercie, f. (Miner.), s. d. Art. Breccie. Aieselerde, f. (Chem.), s. v. w. Kieselsäure (s. d.). Kieselerdziegel, m. Man verwendet dazu eine Mengung von Kiesel und Thon; der Gehalt an Kieselerde darf nicht über 15—20% betragen. Die Ziegel werden entweder durch Pressen oder im gelind feuchten Zustand ge⸗ „formt. Der beim Brennen angewendete Hitzegrad ist für die Beschaffenheit der Wäre von großer Wichtigkeit, da ein gelindes Feuer die Steine zu weich lassen würde. Sollen letztere als Baumaterial benutzt werden, so ist es nöthig, mehr Kiesel beizugeben. Dadurch erhält der Stein eine mehr körnige und offene Textur. KRieselhotz, n., nennt man das sehr feste Holz der Acacia tetragona (Calliandra tetragona Benth., Fam. Hülsenfrüchtler, Tendre à caillou), eines Baumes in Veraeruz und Caracas. Es wird als Nutzholz fehr geschätzt. Das K. der Antillen, Tendre à caillou, soll auch von Acacia scleroxylon Puss. gewonnen werden; eine dritte Sorte K. kommt von Pithecolobium Unguis Cati Benth. (Fam. Leguminosae). Vergl. auch d. Art. Eifenholz 6. keieseliger Kalkstein, Leschalk, Kieselkalk, m. (Miner.), franz. calcaire siliceux, engl. silicious limestone, ruht theils unmittelbar auf Grobkalk, wird von Süßwassergips und Mergel bedeckt und geht frei zu Tage aus; siehe Kalkstein. Kieselkonglomerat, n. (Mineral.). Hat dasselbe ein quarziges Bindemittel, so eignet es sich gut zu Bausteinen. Ganz untauglich zu diesem Zweck ist es, wenn das Bindemittel thonig ist. Kieselmangan, m., Dialogit (Miner.), bekannter unter dem Namen Manganspat. Wird zu verschiedenen Gegenständen verarbeitet. Rieselsandstein, m. (Miner.), ist mit Quarzmasse verbunden und der härteste unter den Sandsteinen. Er wird zur Pflasterung benutzt; s. Sandstein. kieselsaure Halze, u. pl., s. d. Art. Silikate. Kieselsäure oder Kieselerde, f. (Chem.), frz. acide silieique, engl. silicie acid, kommt in der Natur außerordentlich verbreitet vor; theils findet man dieselbe im freien Zustand entweder krystallisirt oder amorph, theils mit Basen verbunden als Silikate oder als Doppelsilikate etc., welche Verbindungen einen sehr wesentlichen Bestandtheil unserer festen Erdrinde ausmachen. Man unterscheidet zwei Modifikationen von K., eine in Wasser und Säuren lösliche u. eine in solchen Flüssigkeiten unlösliche Modifikation. Die unlösliche Modifikation findet sich in den in der Natur vorkommenden krystallisirten od. amorphen Verbindungen der Kieselerde, wie z. B. im Bergkrystall, gemeinen Quarz, Opal, Chalcedon, Achat etc. Die lösliche Modifikation kommit in der Natur nicht vor, man erhält sie als gallertförmige Masse, wenn man Quarz, Feuerstein oder andere kieselerdehaltige Mineralien mit Potasche oder Soda zusammenschmilzt, die geschmolzene Masse in Wasser löst und zu dieser Flüssigkeit Salzsäure etwas im Ueberschuß hinzusetzt. Durch Trocknen und Glühen der löslichen Modifikation erhält man die unlös-Oliothek Heidelberg liche K.als ein weißes, feines, aber scharf anzufühlendes Pulver, welches nur in der Hitze des Knallgasgebläses zu einem zähflüssigen Glas schmilzt; läßt man die schmelzende K. in Wasser fallen, so wird sie härter als Stahl. Beachtenswerth ist die Wirkung der Flußsäure auf Kieselerde. B Selbst die unlösliche Modifikation wird von dieser Säure angegriffen und zersetzt, indem sich Fluorsilicium und Wasser bildet. Die reine K. ist geschmack⸗ und geruchlos und ohne Wirkung auf Pflanzenfarben. Mit Basen, wie g Hali, Natron, Kalk, Eisenoxyd und Eisenoxydul etc., giebt b dieselbe Verbindungen, welche man Silikate nennt und die in der Natur häufig mit den verschiedensten chemischen u. physikalischen Eigenschaften gefunden werden, s. d. Art. Silikate. Aller Cement enthält die Kieselerde in geglühtem Zustand, sei es von Natur oder durch künstlichen Brand; s. d. Art. Cement. KAieselswyiefer, m. (Miner.), lydischer Stein, schieferige, unreine, mit Thon, Eisenoxyd, Kohle und Kalk gemischte Quarzmasse, von unreiner, grauer, rother, grüner, brauner u. schwarzer Farbe u. rhombosdrischer Absonderung. Der Bruch ist bald eben, bald splitterig ins Flachmuschelige verlaufend. Die schwarze Abänderung besitzt fast ebenen Bruch und ist als Probirstein unter dem Namen lydischer Stein bekannt. ment, engl. ballasting, s. Makadamisirung u. Straße.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 3, S. 176Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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