Grubenbau, m. im allgemeinen, frz. exploitation f. des mines, exploitation souterraine engl. winning and Working of mines undergronnd-winning. fast gleichbedeutend mit Bergbau, d. h. Inbegriff aller Arbeiten zu Herstellung und Unterhaltung der unterirdischen Räume, die man zu Aufsuchung, Gewinnung und Förderung nutzbarer Mineralien anlegt: dann aber auch befonders, richtiger Grubengebände, frz. Ouvrage, m., ouνre m. de veine, eRCAVation, engl. underground working oder work, ein solcher Raum selbst. Man unterscheidet: I. Dem Zweck nach. a) Versuchsbaue oder Ausrichtungsbaue, zu Aufsuchung (Ausrichtung, Aufschließung) der Mineralien. b) Abbaue, Arbeiten zu Gewinnung der gefundenen Erze. e) Hülfsbaue, zu Förderung der Erze, zu Wetterwechsel u zu Wasserhaltung. II. Der Form und Lage nach. Manarbeitetentweder seitwärts, in ziemlich horizontaler Richtung, vom Tag in die Gebirge hinein, und heißt dieses Stollen treiben, oder man arbeitet vom Tag abwäris in die Tiefe der Gebirge, bald seiger (oder saiger), d. h. lothrecht, bold donleg, tonnlägig od. flach, d. h. schräg, u. nennt dieses Schüchte abteufen. Um Stollen oder Schüchte vor Einsturz zu sichern, verwahrt man sie durch Auszimmerung, Mauerung etc. (f. unten). Außerdem aber ist es höchst wichtig, fortwährend frische Luft zuzuführen, und ebenso die vom Tag in die Tiefe der Gebirge setzenden Gewässer durch Kunstzeuge aus den Gruben zu heben. Alle zu diefem Zweck erforderlichen Baulichkeiten sind Grubengebäude im weiteren Sinn. A. Cagegebände. a) Die Kaue: ein kleines, über der auf der Grubenöffnung stehenden Haspel befindliches leichtes Gebäude, die an der Haspel beschäftigten Arbeiter gegen Wind und Wetter zu schützen. b) Die Bergschmiede; erhält je nach der Größe des Bergwerks eine oder zwei Feuerstätten und Essen, außerdem eine Wohnung für den Bergschmied. o) Das Zechen⸗ oder Huthaus; dient zum Verwahren von Pulver, Geleucht, Leder, Gezähe, geförderten Erzen etc., enthält außerdem die nöthigen Wohnräume für einige Bergbeamte und ein Betzimmer für die Bergleute. d) Das Bergamthaus; enthält die geräumige Bergamts stube „Schreibstube, Registratur, oft auch Wohnung für einen Bergbeamten. e) Scheidehäuser; in ihnen werden die reichen von den ärmeren Erzen geschieden. Zum Zerschlagen der ersteren sind in ihnen Scheidebänke (s. d.) anzubringen. Man baut die Scheidehäuser gern so nahe als möglich an den Schacht, und müssen die Räume hell, geräumig und wegen des schädlichen Staubes nicht zu niedrig sein. k) Die Sieb⸗ oder Setzwäsche; zum Waschen der Erze, gewöhnlich mit dem Pochwerk (s. d.) verbunden; enthält eine Setzbühne (Tisch mit Rand), ein Setzfaß, die verschiedenen Setzsiebe und einen Durchlaßgraben. g) Pochwerke, s. d. betr. Art. B. Grubengebände im engern Sinn des Wortes. a) Schächte. Sie sind (s. oben) entweder seiger oder donleg; erstere sind gewöhnlich im Nebengestein, letztere auf den Fällen der Lagerstätte getrieben; bei jedem Schacht unterscheidet man die Oeffnung, die Stöße oder Wände und das Tiefste, auch Gesenk oder Ort genannt. Die Schächte zerfallen in folgende Arten:aa) nach dem Zweck: 1. Hauptschacht, eigentlicher Schacht, geht vom Tag ab bis zum tiefsten Punkt der Grube; 2. Lichtloch, geht vom Tag ab nur bis zu einem Stolln nieder; 3. Gesenke, Rollschacht, Durchschnitt, verbindet zwei oder auch mehrere unter einander liegende Strecken; 4. Bremsschächte, Bremsberge (s. d.), die natürlich stets donleg sind; 5 werden Schächte behufs der Entdeckung neuer Bergwerke angelegt, so heißen sie Schürfschüchte (Schürfe), und nach erreichtem Zweck Fundschächte; 6. die Schächte zu Wasserlosung heißen Kunstschächte; 7. die zur Förderung gebrauchten aber Zieh⸗ oder Förderschächte, wenn mit Haspel, und Treibschächte, wenn mit Göpel versehen; 8. Wetterschüchte verschaffen den zugehörigen Strecken und Stollen Wetter (frische Luft); 9. Fahrschächte dienen zum Ein⸗ und Ausfahren. bb) Nach Gestalt des Querschnitts hat man quadratische, rechteckige, volygonalekreisrunde, elliptische re. Schächte. In fast söhlig (wägrecht) gelagerten Gebirgen, beim Durchsinken sehr brüchiger oder schwimmender Gebirge ist die kreisrunde Form vorzuziehen, da sie die Ausmauerung od. Einsetzung eiserner Cylinder erleichtert. Verzimmerte Schächte müssen stets siothek Heidelberg DFC viereckig sein, wobei man gern die kurzen Seiten dem Fallen des Gebirges entgegenstellt. Die Größe oder Weite richtet sich nach Zweck und Bedarf. — b) Stollen. Dieselben sind entweder ganz horizontal (söhlig) oder donleg. Die Theile eines Stollns sind: das Mundloch, die Seitenwände oder Stöße, auch Ulmen genannt, die Sohle (Fußboden), die Forste oder Firste (Decke) und das Ort (Ende). Man unterscheidet 1. nach Lage und Tiefe Ober⸗ oder Tagstollen, Tagröschen, welche nur durch die oberen Erd- und Steinlagen gehen, Mittelstollen, welche in eine Tiefe von 30—50 Lachter, und tiefe Stollen, welche 50— 100 Lachtertiefgehen. 2. Nach dem Zweck nennt man die, durch welche Bergwerke erschürft werden, Suchstollen; Spezialstollen diejenigen, welche blos aus einer Zeche das Wasser entfernen; Hauptstolln einen solchen, der in seiner Wassersaige, d. h. der in der Sohle befindlichen Rinne, das Wasser einer ganzen Gruppe von Grubenbauten zu Tage führt, das ihm durch Zweigstollen, Stollenflügel, zugeführt wird; Raubstolln einen solchen, welcher den Zechen, die er berührt, Erze raubt; Erbstollen solche, welche in gewisser Teufe, meist mehr als 10 Lachter unter einem Stolln, in ein Grubengebäude kommen, um dadurch Antheil an demselben zu erlangen; Fahrstollen oder Tagstrecken, die zum Einu. Ausfahren der Arbeiter dienen. Zu diesen gehören auch die Röschen oder Wasserläufe unter Tag. Die Querschnitte der Stollen sind weder so verschiedenartig noch so regelmäßig, wie die der Schächte. Ausgemauerte Stollen und Strecken sind meist Rechtecke, oben bogenförmig geschlossen, od. theilweise oder ganze Ellipsen (s. Fig. 2052 und 2053); gezimmerte sind stets rechteckig od. unregelmäßig viereckig. Den Eisenausbau wendet man auf Stollen seltener an als auf Strecken. e) Strecken sind in der Form den Stollen gleich, gehen aber nicht vom Tag ab, sondern von einem Schacht, Querschlag oder dergl. zum andern; man unterscheidet 1. streichende, d. h. dem Streichen der Lagerstätten nach getriebene; zu diesen gehören Feldstrecken, Gezeug⸗‚„Grund⸗/, Mittel⸗, Abbaustrecken: 2. schwebende, d. h. auf dem Fallen der Lager u. Flötze getriebene, wie Ueberbau⸗, Abbau⸗ Fig. 2 Bremsstrecken, Querschläge, Umbrüche, Oerter, Röschen etc.; 3. zwischen dem Streichen und Fallen getriebene heißen Diagonalen. Die Strecken dienen theils zum bequemen Bebauen im Gang befindlicher Gruben, oder es sollen durch dieselben neue Anbrüche erschroten werden; im ersteren Fall heißen sie Wasser⸗, Förder⸗, Wetter⸗ oder Kunstzeugstrecken, im andern nennt man sie Oerter. Fig. 2054 zeigt eine ausgemauerte Förderstrecke. Fig. 2055 und 2056 zeigen den Quer⸗ u. Langschnitt einer mit Eisenschienen ausgebauten Förderstrecke. Diese Figuren bedürfen keiner näheren Erklärung. Förderstrecken und Stollen werden meist mit Eisenbahnen oder Holzgleisen (Grubenbahnen) versehen. C. Zimmernng in Schächten. a) Mit verlorenem Holz (Abtreiben), die erste Zimmerung in Tagschächten, so genannt, weil sie wieder abgeworfen wird, sobald man feste Gebirge antrifft. Zuerst werden an jeder schmalen Seite des Schachtloches Bertiefungen (Bühnenlöcher) zum Hineinstellen der Stempel, diesen gegenüber ein Anfall (s. d. 2.) in das Gestein eingearbeitet; sind die Stempel gehörig festgekeilt, so wird auf dieselben ein Geviere oder Schloß aus vier im rechten Winkel zusammengeblatteten Hölzern derart aufgelegt, daß die kürzeren Hölzer, Kappen, auf den längeren, Jöchern, aufliegen; hinter diesem Gevier werden gesäumte Schwarten von etwa 1,½ m. Länge eingetrieben man auf festes Gestein niederkommt, worauf man mit der definitiven Zimmerung von unten anfängt. Hiervon giebt es verschiedene Arten. b) Schachtzimmerung mit ganzem Schrot, konstruirt nach Art der Blockwände. Die Kappen müssen genau winkelrecht auf der Richtung des Ganges, die Jöcher aber winkelrecht auf den Kappen liegen, das ganze Geviere endlich winkelrecht auf der Richtung des Schachtes stehen; das Ganze ist sehr akkurat auszuführen und bei jedem Geviere gegen das vorige mit den Stamm- und Zopfenden zu wechseln. o) Bolzenschrot. Die Geviere liegen nicht dicht über einander, sondern werden, je 30—110 cm. von einander entfernt, zuvörderst durch Keile in ihrer Lage erhalten; dann werden sowohl in den Ecken als hinter den die etwaigen Abtheilungen des Schachtes trennenden Scheidern zwischen die Geviere od. Schrotjoche schwache hölzerne Säulchen, Bolzen genannt, eingesetzt u. mit Klammern an die Joche befestigt, hinter welche aufrechte Schwartenpfähle getrieben werden; doch kann man 2055. Streckenausbau mit Eisenschienen. Fig. 2056. auch statt dessen Pfosten aufrecht in die Ecken der Trummen, an die Scheider aber Wandruthen annageln oder durch Striche, d. h. Querhölzer, antreiben. Je vier oder fünf Geviere stützt man burch Tragstenipel, deren jeder in zwei Bohrlöchern liegt, die aber nur in festem Gestein angebracht werden können. d) Zimmerung mit halbem Schrot, da angewendet, wo der Schacht nicht überall verzimmert zu werden braucht, ähnlich dem ganzen Schrot, aber mit Unterbrechung durch nicht verzimmerte Stellen. e) Stoßverschießen. Die Geviere liegen 80—110 cm. von einander und sind mit Schwartenpfählen verschlossen, d. h. es sind Schwartenpfähle von 1..—1, m. Lünge dahinter eingetrieben. Diese Konstruktionsweise wird jetzt am häuö figsten angewendet, und zwar mit manchfachen Modifikationen. Zwei davon, besonders im Harz vielfach beliebte, zeigen Fig. 2057 und 2058. Dabei giebt Fig. 2057 zugleich einen Begriff von der Theilung eines Schachtes durch einen Scheider in 2 Theile; die linke Hälfte dient als Fahru. Kunstzeugschacht, die rechte als Förderschacht. Fig. 2058, Querschnitt der vorigen, zeigt zugleich den Zustand des Schachtes, wenn dessen Auszimmerung bereits eine Reparatur durch eingetriebene Spreizen erfahren hat, ein Verfahren, welches man aber auch hier und da bei Neubauten anwendet. k) Für einzelne vorkommende Fälle, z. B. für Anlage der Treibschächte, für Schachtscheider (Scheidewände in den Schächten) etc., sind die Konstruktionen noch weiter abweichend, zu vielen derselben gebraucht man gezimmerte Hölzer (Wandruthen). Die zum Fördern mittels des Göpels dienende Zimmerung eines Treibschachtes besteht aus Straßbäumen, auf denen die Tonnen mittels einer Bauchwalze auf u. nieder gehen; die Vorrichtungen zum Leiten der Tonnen sind sehr verschleden, ebenso die Einrichtungen der seigeren Schüchte zur Befahrung mittels an das Liegende angenagelter Fahrten; s. d. Art. Fahrkunst. Bei flachen Gebäuden kommen auch Treppen⸗„Rollschachte etc. vor. g) Füllörter sind Ausweitungen in Schachten zum Füllen der Tonnen. D. Auszimmerung der Stollen. Das Mäß für die Neigung; der Sohle heißt Rösche, ein blos zu Leitung von Tagwasser dienender Stolln wird auch selbst Rösche genannt; man nimmt die Rösche in der Regel zu /%% /½% an u wechselt dieselbe nicht gern. Wo dies dennoch geschieht, od. ein Absatz im Stolln ist, sagt man, er habe ein Gesprenge; dies muß womöglich vermieden werden. Gewöhnlich treibt man den Stolln vom Mundloch aus ein; wenn seine Vollendung se jedoch sehr eilt, fängt man ihn an zwei Enden an u. nennt se dies demHauptstollnort mit einem Gegenort entgegengehen; hier muß natürlich sehr genau gearbeitet werden, damit die v beiden Oertereinander nicht verfehlen. Diefenigen Stollen, de welche Wasser abführen, werden ihrer Höhe nach in zwei Theile getheilt; der untere (Wassersaige) dientzum Wasser⸗ a lauf; der obere, dessen Fußboden Tragwerk heißt, zu Be⸗ m fahrung u. Förderung, muß mindestens 1,½ m. hoch sein. ( Sollen die Wetter gezwungen werden, unter dem Tragwerk di vor Ort zu ziehen, so wird dasselbe ganz mit Spündebretern w zugedielt, auf welche noch bes. Laufbreter für die Karren Z oder Hunde kommen. In der Wassersaige liegen Rinnen V aus 6—10 Bretern, od. aus Stammhölzern gehauen. Die K Verzimmerung selbst richtet sich ganz nach den Umständen. B und man unterscheidet danach Stempelschlag mit od. ohne de Verkastung, mit oder ohne Fuß und Anpfähle, Thürstock⸗ de zimmerung mit od. ohne Grundsohle, u endlich Sparren⸗ de zimmerung, Zimmerung mittels Unterzügen etc. Bedarf al nämlich blos die Firste einer Verwahrung, so unterzieht man sie mit Firstenstempeln, über die man Schwarten einzieht (verschließt). Schieben die Wände nur nach der Sohle zu herein, so verzimmert man nur ihren untern Theil mit halben Thürstöcken, welche mittels der Stege des Tragwerkes verspreist werden; wenn blos eine Wand schiebt, so bekommt auch blos diese Thürstöcke; wenn beide Wände u. Firsten schieben, so werden ganze Thürstöcke mit Tragstempeln angewendet, die also Geviere bilden, welche dann Kappen heißen, und nach dem Gestein zu treibt man hinter den Thürstöcken Schwartenpfähle od. Deckhölzer ein, man verkastet die Stempel. Manchmal ist es auch nöthig, die Sohle des Stollns mit Grundschwellen oder Grundsohlen zu verwahren, od. die Thürstöcke durch solche Grundsohlen zu stützen; man stellt auch wohl die Traghölzer sparrenähnlich, namentlich in großen Weitungen, und nennt sie dann Sparrenstempel; es ist jedoch zweckmäßiger, in solchen Weitungen Unterzüge mit Säulen (Bolzen) unter die Firstenstempel zu bringen. Etwaige Unterzüge legt man zimmerter Schacht. Fig. 2058. ntweder nach der Länge des Stollns oder quer über denselben, unterstützt sie durch Bolzen oder Thürstöcke u. verchießt sie, dafern nöthig, mit Schwartenpfählen. Die Schlagung des Tragwerks geschieht meist durch Einlegen zon Stegen quer über die Strecke und durch Benagelung derselben mit Spündebretern. E. Gänge und Strecken werden in der Regel etagenweise übgebaut; beim Strossenbau (in Fig. 2059 unten) haut nan die Erze stufenweise unter sich, beim Firstenbau obere Hälfte unserer Figur) stufenweise über sich heraus; zie dadurch entstehenden leeren Räume, Zechen, müssen, venn der Bau vorrückt, sofort ausgezimmert werden; diese Zimmerung nennt man Kastenzimmerung, jeder einzelne Veg (iede einzelne Abtheilung) erhält ihren besonderen dasten, der beim Firstenbau den Arbeitern zum Stehen (als zühne), beim Strossenbau zum Einwerfen (Verstürzen) es tauben Gesteins (todten Mannes) dient. Die Arten er Streckenzimmerung sind natürlich sehr verschieden, inem sie sich nach den verschiedenen Abbaumethoden richten, ils z. B. Querbau, Strebebau, Pfeilerabbau, Stoßbau, Würfelbau, Stockwerksbau, Bruchbau etc.; sie alle hier darzustellen würde zu weit führen; wir müssen deshalb auf die betr. Spezialliteratur verweisen. F. Grubenmauernng. Wo Schächte od. Stollen lange im Gang bleiben sollen, wo das Mauermaterial billiger oder besser zu haben ist als das Zimmerholz, wo der Druck immer sehr bedeutend ist re., mauert man die Gruben aus, in der Regel trocken und mit zu Tage gebrochenen Steinen. Kalkmauerung ist jedoch bei nicht zu wasserreichen Orten der Verlegung der Steine in Moos vorzuziehen. Die Mauerung ist entweder Scheibenmauerung, d. h. geradstirnig oder krummstirnig aufgeführte Futtermauer, oder endlich Gewölbmauerung. Die Ausführung ist ähnlich wie bei Brunnenausmauerung, geschieht auch hier und da wie diese mittels eines sich senkenden Grundringes. Bei seigeren Schächten werden alle 2—3 Klaftern (alle 3½5½ m.) Bogen gespannt, deren Widerlager in festem Gestein ausgehauen werden. Die Steinschichten zwischen diesen Bogen werden ebenfalls bogenförmig gelegt; am sichersten sind die runden Schächte; Stollen werden mit Tonnengewölben überlegt oder tunnelartig gewölbt. Stärke und Profil der Gewölbe, Bogen, Scheiben, Schachtscheider etc. richten sich ganz nach den einzelnen Fällen u. sind daher so verschiedenartig, daß in dem beschränkten Raum eines Lexikons ein näheres Eingehen unmöglich ist. Ein ziemlich anschauliches Bild geben Fig. 2060 u. 2061, Längen⸗ u. Querdurchschnitt eines ausgemauerten, etwas donlegen Schachtes, der auf drei Seiten geradlinig, nach dem Hangenden zu als flacher Stichbogen angelegt ist. Das fertige Gewölbe wird oben mit Lettig oder Rasen beschlagen und mit einer Traufenbuthe (Breterdach) bedeckt. G. Heutilalion. Die unterirdische Luft, das Wetter, verdirbt natürlich sehr leicht; durch Luftbewegung kann man jedoch die bösen Wetter austreiben; in der Regel bewerkstelligt man dies, wie schon erwähnt, unter den Tragwerken der Stollen; bei sehrtiefen Werken muß man mit künstlicher Ventilation zu Hülfe kommen. Hierher gehören: a) die LIOTHEK Wetterlotten, d. h. Schlotten, welche durch eine Kaue in die Höhe gehen und oben einen Windfang haben; d) Wetterbläser; ) Wettersauger. Näheres s. im Art. Ventilation. H. Wasserlosung. Um die Grubenwasser herauszulassen, dienen entweder Stollen und Wasserhaltungsmaschinen, gefügte Breter eingesetzt, angekeilt, die Fugen mit Moos kalfatert, der Zwischenraum zwischen den Bretern u. dem Gestein aber mit einem Mörtel ausgegossen, der aus Kalkkrumpen, Asche, Steinkohlenschlacke od. Sinter u. Ziegelsteinpulver gemischt ist. Die Kuvelirung in Mauerwerk besteht einfach in wasserdichter Ausmauerung, gewöhnlich mit Cement oder sonstigem hydraulischen Mörtel. Die Kuvelirung kann jedoch auch durch die Einbringung gußeiserner Futter in die Schachte geschehen. Doch muß auch hier auf die betreffende Spezialliteratur verwiesen werden.