FeedGrube
ErdkundeBau-Lexikon 1881

Grube, f., 1. frz. fosse, f. engl. pit, überhaupt geg rabene Vertiefung; s. auch d. Art. Senkgrube, Sumpf etc. — 2. frz. mine, f., engl. mine, work, grove (Bergb.), eigentlich eine in die Erde gemachte Oeffnung, um Fossilien zu gewinnen, aber auch das ganze hierzu gehörige Etablissement; . d. Art. Grubenbau. — 3. G. abhöhlen, die vorhandenen Erzanbrüche in einer G. abhauen und sie hernach abhütten od. abhöhlen (absetzen). — 4. G. mit Berg verstürzen, eine G. mit taubem Gestein ausfüllen, wenn sich kein Erz mehr vorfindet oder das Wasser nicht bewältigt werden kann. — 5. (Mühlenb.) bei Stampf⸗, Oel⸗ und Pulvermühlen die Löcher in dem Gruhenbaum, einem starken eichenen Block, in welchen die Stampfen fallen. —6. (Gürtlerei) s. d. Art. Anke 2. — 7. (Gieß.) s. Galle, Blase etc. — 8. G., frz. fosse Naisance, engl. cess-pool, Abtritts⸗ und Düngergrube, zu Aufnahme menschlicher oder thierischer Exkremente und derjenigen Wirthschaftsabfälle bestimmt, welche flüssig oder feucht sind und nicht zu großen Raum einnehmen. Bei der Grubenanlage ist die Form der Senk- oder Sickergruben oder Thürme ganz zu verwerfen. Diese haben nur in Mörtel gemauerte Wände, so daß die Flüssigkeiten in den Boden sich senken oder einsickern können; hierdurch wird das Grund⸗ und Brunnenwasser vergiftet und Veranlassung zu Erkrankungen und Epidemien gegeben. Die G. werde vielmehr auf einer Lehmschicht errichtet, der Boden mitSteinplatten bedeckt, deren Fugen durch Asphalt oder Cement gedichtet sind. Die G. selbst sei tief genug, womöglich rund, oder doch mit nach innen konkaven, nach außen konvexen Seiten u. abgerundeten Ecken, nicht eckig, ohne Vorsprünge angelegt u. mit Asphalt od. wenigstens mit Cement ausgemauert. Außerdem sind die Mauern ringsum mit Lehm zu beschlagen, um eine wenig durchlässige Schicht gegen die Erde herzustellen. Bei Anlage einer G. im Haus selbst ist dafür zu sorgen, daß die Schlot-Sbibliothek Heidelberg CFC( Bedeckung darf nie aus lose neben einander gelegten Pfosten bestehen, sondern muß luftdicht schließen; den innerhalb des Hauses liegenden Theil wölbe man zu und lasse nur die Oeffnung für das Fallrohr. Außerhalb dagegen wird sie entweder überwölbt oder mit Platten von Eisen oder Stein überdeckt, deren Fugen mit Kitt, mindestens aber mit Lehm zu verstreichen sind, oder man schüttet über die allerdings gar nicht zu empfehlende Holzdecke ½ m. hoch Sand oder Erde. So verschlossene und neben dem Schlot mit einem Stankrohr versehene Gruben werden wenig od. gar keinen üblen Geruch in das Innere des Hauses gelangen lassen: s. auch d. Art. Abtritt und Abtrittsgrube. Neuerdings wird in Bezug auf Grubenanlagen sehr viel experimentirt. Die Resultate dieser Exverimente, die in manchen Städten zu vorschneller Einführung gewisser Systeme geführt haben, sind noch abzuwarten, ehe sich ein Urtheil fällen, ein oder das andere System besonders empfehlen läßt. Einige derselben sind im Art. Abtrittsgrube, andere im Art. Desinfektlon, noch andere im Art. Hlärgrube erwähnt und dargestellt. Ueber die sogenannte bewegliche Grube s. im Art. Grubenreinigung. Rum.] 9. s. d. Art. Coulisse.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 2, S. 531Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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