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BaukunstBau-Lexikon 1881

Grundbau, m., Gründung, Grundlegung, Fundamentirung, f., frz. kondement, m., fondation, f., engl. fundament, foundation, endowment, lat. substructura. Das Erste, wofür man vor Beginn eines Bauwerks Sorge tragen muß, ist Bekanntschaft mit der Beschaffenheit des Baugrundes (l. d. 2). Je nach der besseren oder schlechteren Beschaffenheit desselben sowie nach der Last des Gebäudes richtet sich die Wahl zwischen den verschiedenen Konstruktionsweisen des Grundbaues. I. Natürliche Gründung. A. Auf Felsen, der nicht rutscht, kann man, nach Bloslegung des Gesteins und Abarbeitung desselben, in horizontalen Absätzen direkt B. Auf Felsen, der zu rutschen droht, oder an Abhängen haut man in den Felsen einen nach Befinden 10 em. bis m. tiefen Graben mit horizontaler Sohle und setzt ihn an den Seiten mit Bretern aus, deren Oberkante horizontal läuft. Mit faustgroßen Steinen u. Mörtel füllt man nun den Zwischenraum zwischen den Bretern aus und stampft nach jeder aufgebrachten Lage fest. O. Ist der rutschige Felsen auf festen gelagert, so durchbreche man ihn an einzelnen Stellen, gründe Pfeiler auf den festen Fels, verbinde dieselben oben durch Erdbogen und baue darauf weiter. D. Kiesboden, von genügender Tiefe, auf festem Boden ruhend, wird breit ausgegraben, fest gestampft und darauf mit Banket (s. d. 1.) gegründet. Ist der Kies sehr mager, so muß man tiefer graben od. Schwellrost legen (s. sub II.). Bei diesen und einigen der folgenden Bodenarten macht es sich oft nöthig, die Wände der Grundg rube durch Ausschalung (österr. Ausbolzung) vor dem Einrutschen zu bewahren (s. Fig. 2064); bei sehr großer Tiefe legt man diese Wände stufenförmig an (s. Fig. 2063). E. Triebsand ist in der Regel unsicher, außer wenn er lehmig ist; man muß daher in den meisten Fällen auf Triebsand mindestens sehr breit gründen, oft jedoch zu einer künstlichen Gründung seine Zuflucht nehmen. F. Quellsand trägt, man muß aber blos stückweise ausgraben und gleich ausmauern, womöglich mit Cement, auch den Grund äußerlich mit Thon umschlagen. Man kann auch durch Bohrlöcher od. bedeckte Abzugskanäle den

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 2, S. 538Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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