FeedForkel (Joh. Nik.)
MusikBrockhaus 1882

Forkel (Joh. Nik.), hervorragender Musikgelehrter, geb. 22. Febr. 1749 zu Meeder bei Coburg, kam in seinem 17. Jahre nach Schwerin, wo er durch Gesang und Harfenspiel die Gunst der herzogl. Familie gewann. Veranlaßt, sich dem Studium der Rechte zu widmen, that er dies auch zwei ahre, wendete sich dann aber ausschließlich der Jonkunst zu. Später (1779) wurde er Universitäts-Musikdirektor zu Göttingen, wo er 17. März 1818 tarb. F. komponierte mehrere Cantaten, Klavierkonzerte, ein Oratorium u. s. w., zeigte aber geringe Erfindung und konnte als praktischer Musiker schon deshalb keine besondere Bedeutung erlangen, weil sein Gesichtskreis nicht über die norddeutsche Musik hinausreichte. Deshalb befehdete er Gluck und verkannte Händel. Für Bach war er begeistert, dessen Kunst er in der Schrift »über Seb. Bachs Leben » (Lpz. 1802) schilderte, die höchst einseitig ist, aber mancherlei Mitteilungen von Bachs Söhnen enthält. Sein Hauptverdienst erwarb er sich als Kenner der Litteratur und Geschichte durch die Werke «Allgemeine Litteratur der Musiko (Lpz. 1792) und «Allgemeine Geschichte der Musik (2 Bde., Lpz. 1788 — 1801). Das letztere, sehr weitschichtig angelegte, aber ohne wirklich histor. Geist geschriebene Werk führt nur bis ins 15. Jahrh., hört also, wie Zelter an Goethe schreibt, dort auf, wo die eigentliche Geschichte der Musik anfängt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 4Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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