Franceville nannte Brazza (s. d.) die von ihm im westl. Südafrika im Juni 1880 gegründete erste Station des franz. Comité der afrik. Association. Sie liegt am Zusammenflusse des Passa und des obern Ogowe auf einem 420 m hohen Plateau bei Maschogo unter dem 2. südl. Br. und 14. östl. L. von Greenwich, enthält Häuser und Niederlagen und ist mit Waffen und Munition in Menge versehen. Die umwohnende Bevölkerung ist friedfertig. Grauche⸗ s. Franse. ranche-Comté, die ehemalige Freigrafschaft Burgund oder auch Hoch⸗ oder Deutsch-Burgund, umfaßte als Provinz Frankreichs die heutigen Depart. Doubs (mit Ausnahme des damaligen württemb. Mömpelgard), Jura und Obersaöne, welche auf 15561,5 dkm (1881) 891 995 E. zählen. Diese Landschaft ist vom Jura, der den Ostrand bildet, nach dem Doubs und der Säöne hin abgedacht und im Norden von den Ausläufern der quellenreichen Vogesen durchzogen, war wegen ihres Reichtums an den mannigfachsten Produkten schon von alters her gepriesen und hat lange Zeit hindurch ein abgeschlossenes Ganzes gebildet. Zu Cäsars Zeit bewohnten das Land die Sequaner, ein kelt. Volksstamm, nach deren Besiegung es der röm.⸗gallischen Provinz Belgica prima einverleibt wurde. Später jedoch bildete es nebst der westl. Schweiz eine eigene Provinz Maxima Sequanorum. Im 5. Jahrh. von den Burgundern in Besitz genommen, wurde diese Provinz dem Reiche derselben einverleibt. Durch Chlodwigs Nachfolger ward das Land gleich dem übrigen Burgund 534 mit der fränk. Monarchie vereinigt und teilte deren wechselvolle Schicksale. Eine neue Epoche nationaler Selbständigkeit schien für dasselbe anzubrechen, als der alamann. Graf Rudolf 887 das Reich Burgundia Jurensis stiftete, mit letzterm kam es 1032 an Kaiser Konrad II. und damit in Personal-Union mit dem deutschen Königtum. Kaiser Lothar der Sachse trennte das 1ab unde Kleinburgund, die westl. Schweiz, davon ab und gab dasselbe an Konrad von Zähringen, während die F., die seit jener Zeit wegen ihrer vorzüglichen Freiheiten diesen ihren Namen führt, durch die Erbtochter Beatrir 1156 dem Kaiser Friedrich Barbarossa zugebracht wurde, der Besancon 1184 zur freien Reichsstadt (bis 1664) erhob. Das Land kam 1208 durch Heirat an Otto II. von Meran und 1248, nach Absterben des Meranschen Mannsstammes, an die Grafen von Chälons. Durch die Heirat König Philipps V. 1316 war die F. an die franz. Krone gefallen, wurde jedoch bei dessen Tode, 1322, dem Herzoge Eudes IV. von Burgund abgetreten. Beim Absterben des altburgund. Herrscherhauses 1361 fiel das Land an Margarete von Flandern, deren Tochter es dem Stifter des neuburgund. Hauses, dem fran — Philipp dem Kühnen 1384 wieder zubrachte. Bei dem Tode Karls des Kühnen 1477 kam es an den Gemahl der burgund. Erbtochter, Maximilian von Ssterreich, wurde zum burgund. Reichskreise geschlagen und nach Kaiser Karls V. Abdankung der span. Linie des Hauses Habsburg zugeteilt. Im Dreißigjährigen Kriege war die F. lange Zeit der Tummelplatz der Franzosen, welche sich seitdem ihrer zu bemächtigen suchten. Endlich fiel sie (mit Ausnahme der erst 1793 abgetretenen Grafschaft Mömpelgard) im Frieden zu Nimwegen 1678 an Frankreich, welches das Land schon 1674 occupiert hatte. Seitdem ist hier der Rest german. Lebens gänzlich vertilgt worden. In kirchlicher Beziehung war die F. bis auf die Revolution der Sprengel des Erzbischofs von Besangon. Vgl. Jole, La F. ancienne et moderne (1779); Grappin, Histoire abrégée du comté Bourgogne (1780); Mémoires et documents inédits pour servir àl'histoire de la F.v (3 Bde., 1838 43 u. 1868); A. Rousset, Dictionnaire des communes de la F.5 (6 Bde., 1853—58); E. Clerc, Essai sur Phistoire de la F.„ (1840). (Pietro).