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ErdkundeBrockhaus 1882

Freiberge oder Freibergen (frz. Franches Montagnes), eine Landschaft im jurassischen Teile des schweiz. Kantons Bern, von dem franz. Depart. Doubs (Franche-Comté) durch die felsige Thalspalte des Doubs getrennt, besteht aus mehrern, parallel von SW. nach N0O. streichenden aishen dens des Jura (le Peux 1186 m) und den zwischen denselben gelegenen einförmigen Hochthälern. Das Klima ist rauh, der Boden arm, meist Weide⸗ und Waldland, zum Teil sumpfig. Die F. wurden erst Ende des 14. Jahrh. urbar gemacht, nachdem die Bischöfe von Basel, zu deren Besitzungen das wilde Wald⸗ und Bergland bis 1792 gehörte, durch Gewährung von Steuer- und Fronfreiheit Ansiedler aus den benachbarten Thälern zur Einwanderung bewogen hatten. Die ersten Ansiedelungen sollen erst 1384 entstanden sein. Seit 1815 mit dem Kanton Bern vereinigt, bilden die F. einen besondern Amtsbezirk mit 177 akm Areal und (1880) 10991 E. meist kath. Konfession und franz. Zunge. Die Haupterwerbsquellen sind neben spärlichem Ackerbau die Alpenwirtschaft, die Pferdezucht und die Uhrenfabrikation. Hauptort des Bezirks ist Saignelégier, 982 m über dem Meere, 21 km nordöstlich von Chaux-de-Fonds, 11 km nordwestlich von Courtelary Schloßein ansehnlicher Flecken mit alter Kirche, Schloß, bedeutenden Märkten und 1266 E. Mit den benachbarten Thalschaften des Jura ist es durch Poststraßen verbunden, die sich bei Chaux-de-Fonds, St.⸗ Imier, Tavannes und Glovelier an das Netz der bernischen Jurabahnen anschließen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 259Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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