Francois Rabelais. Seine Nachahmer Guillaume des Antels, Noôl du Fail, Beroalde de Verville, Tabourot und Guillaume Bouchet sind verschollen, nicht dagegen die Aventures du Baron de Fœnestes von Theodore Agrippa d'Aubigné. Eine neue Gattung der Prosa ist die unter Richelieu aufgekommene, von Jean Louis Guez de Balzac und Voiture, gest. 1648, zuerst ausgebildete Gattung der galanten Briefe. Voiture war zugleich der beliebteste Gesellschaftsdichter und Vertreter des bel esprit der Zeit, Balzac hat durch seine anderweitien moralischen und polit. Abhandlungen um die Bildung der franz. Prosa Verdienste. Die histor. Kunst sowie überhaupt die Prosa gewann ebenfalls bedeutend durch das Studium der klassischen Litteratur. Besonders trug Claude de Seyssel, gest. 1520, durch seine Histoire de Louis XII) und seine „Grande monarchie de Frances zur Gestaltung einer einfachen histor. Darstellung bei. Die treuherzige Natürlichkeit des von Joinville angegebenen Memoirentons verschwand allmählich und machte der objektiven Darstellung Platz. Der wichtigste franz. Geschichtschreiber des 16. Jahrh. ist Jacques Auguste de Thou, 1553— 1617, der aber seine istoriarum sui temporis libri 1385 lateinisch schrieb. Nach ihm versuchte sich in der r. Zeitgeschichte der schon genannte Theodore Agrippa d'Aubigné. Die andern wichtigern Historiker schrieben meist noch Memoiren. Die Kommentare von Blaise de Montlue, 1503— 77, besitzen dramatisches Interesse und führen gräßliche Scenen vor; die Memoiren von Gasp. de Tavannes, von seinem Sohne Jean redigiert, haben mehr philos. Gehalt; Michel de Castelnau, 1520 92, ist männlich-kräftig; Heinrichs IV. erste Gemahlin, Margarete von Valois, beschrieb in ihren Privatmemoiren das Leben am franz. Hofe sehr anziehend; der Calvinist Lanoue, genannt Bras-defer, 1531—91, Bit in seinen Denkwürdigkeiten ein vollkommenes Bild seiner edeln Seele; Pierre de Bourdeille, Seigneur de Brantöme, 1527—1614, ist geistreich, witzig und lebhaft, aber schmutzig in seinen Memoiren; Sully und Hardouin de Perefixe erzählen das Leben Heinrichs IV. Außerdem sind noch zu erwähnen als Memoirenschreiber Duplessis⸗-Mornay, der 10 Heinrichs IV., Jean Mergey und Pierre de l'Etoile. Bemerkenswert in Bezug auf die Darstellungskunst sind noch die Historiker Theodore Beza, Lancelot Voisin de la Popelinière, gest. 1608, und Heinrich, Herzog von Rohan, 1579.—1638. Die didaktische Prosa war seit dem 15. Jahrh. in Hausbüchern und gemeinnützigen Bearbeitungen wissenschaftlicher Erfahrungen versucht und nach lat. Mustern gestaltet worden, auch erreichte sie auf diesem Wege frühzeitig eine gewisse Reife. Ansichten vom öffentlichen Leben, über menschliche Bestrebungen und philos. Probleme wurden schon im 16. Jahrh. zum Gegenstande schriftstellerischer Belehrung gewählt. Aus der Reihe dieser didaktischen Stevister R. muß vor allem der scharf beobachtende Skeptiker Michel de Montaigne (s. d.) mit seinen (Ussaiso genannt werden; neben ihm Pierre Charron, gest. 1603, Etienne de Laboetie, gest. 1563, Olivier de Serres, 1539—1619, dessen Théatre de Pagricultures ein würdiges Seitenstück zur WMaison rustiquen von Charles Estienne bildet, Hubert Languet, Jean Bodin, mit dessen Werke über den Staat (1577) die wissenschaftliche Bearbeitung der Politik beginnt, und der Reformator Calvin, der die streng logische Gliederung in die didaktische rosa einführte. Vgl. über die Litteratur des 16. ahrh. Darmesteter und Hatzfeldt, Le seizième siècle en France. Tableau de la littérature en