FeedFrauen
GeschichteBrockhaus 1882

Frauen, womit der edlere Sprachgebrauch das ganze weibliche Geschlecht bezeichnet, sind unter den Nationen und auf den Kulturstufen, auf welchen das Geschlechtsverhältnis und die daraus entstehenden Beziehungen zwischen Mann und Weib eine höhere ästhetische und sittliche Richtung genommen haben, die Repräsentanten der Sitte, der Liebe, der Scham, des unmittelbaren Geehes, wie die Männer die Repräsentanten des Gesetzes, der Pflicht, der Ehre und des Gedankens; jene vertreten vorzugsweise das Familienleben, diese vorzugsweise das öffentliche und Geschäftsleben. Diesem Inhalt entspricht die Form; das Weib strebt nach Anmut, Schicklichkeit und Schönheit, der Mann nach Fülle, Kraft und praktischer Zweckmä-Poitof Wie die Religion dem Weibe, so ist die Philosophie dem Manne entsprechend. Jenes empfindet, dieser erkennt das Richtige; der Mann ist stark im Handeln, Mitteilen und Befruchten, das Weib im Dulden, Empfangen und Gebären; Stärke verlangt überall der Mann, Anmut das Weib. Der Mann war stets in der Staats⸗ und Religionsschöpfung, in der Philosophie, in Kunst und Wissenschaft produktiv, neugestaltend und maßgebend; das Weib nahm an seinen Entwickelungen aufnehmend und mitempfindend teil. Nicht als ob es irgend welche Bildungssphäre gäbe, die der F. als solcher verschlossen wäre. Erreichbar ist daher in den ideellen Lebensgebieten für jeden schlechthin jedes, nur mit Überwindung größerer oder minderer Schwierigkeiten von der einen oder andern Seite. Jeder aber soll sich im großen moralischen Werke der Menschheit den Platz wählen, welcher mit der geringsten Verschwendung der Kräfte und Mittel ausfüllbar ist, und wo er auf die leichteste Art den größten Nutzen stiftet. Die Natur hat dem weiblichen Geschlechte Gaben verliehen, die sie dem Manne versagt hat; sie hat dem Weibe Schmerzen, aber zum Ersatz auch Freuden zugeteilt, die der Mann nicht kennt; die Sorgen und Schmerzen einer Mutter werden von ihren Freuden unfehlbar mehr als aufgewogen. Diese Verschiedenheiten sind bestimmt, um in dem Entwickelungsgange der Menschheit zu einem Gesamtresultat zusammenzuwirken. Die Hauptfunktionen des Mannes beziehen sich auf den öffentlichen Verkehr, den Staat, die Produktion in Kunst und Wissenschaft, die des Weibes auf die Familie und das gesellige Leben. Je reiner und sittlicher das Familienwesen, desto reiner der Kern einer Nation, desto edler und reiner ihre Geschichte. Viele große Männer, die sich im Staatsleben, in Wissenschaft oder Kunst auszeichneten, verdanken das Beste ihres geistigen Teils, die moralische Grundlage ihres Daseins, den Einflüssen ihrer Mütter. Alle die körperlichen und geistigen Eigentümlichkeiten, durch welche das Weib sich vom Mann unterscheidet, stehen im innigsten Zusammenhange mit der Bestimmung desselben, Mutter zu werden. Der weibliche Körper unterscheidet sich vom männlichen im allgemeinen durch eine geringere Größe, schwächere Entwickelung der Knochen, der Mus-⸗ keln und des Atmungsapparats, kurz, das ganze motorische System zeigt eine schwächere Ausbildung. Dagegen kommt ihm eine größere Plastizität zu; die Fettbildung ist leichter und reichlicher und bedingt gegenüber den mehr eckigen Formen des Mannes eine größere Fülle und Rundung der Glieder. Während beim Manne das Schultererüst und der Brustkasten auffallend entwickelt ist, der weibliche Körper seine größte Breite in der eckengegend. Das Nahrungsbedürfnis des Weibes ist geringer, sein Stoffwechsel nicht so energisch; es ist weniger zu großen Kraftleistungen befähigt, aber ausdauernder bei mäßiger Anstrengung. Die Krankheiten des Weibes sind im allgemeinen minder stürmisch als beim Manne; auch unterliegt der letztere einem chronischen Siechtum viel rascher als das Weib. Akute Entzündungskrankheiten sind bei dem Weib seltener, chronische Krankheiten häufiger. Krämpfe, Lähmungen und andere Affektionen des Nervensystems, die beim Manne fast stets das Zeichen gefährlicher innerer Störungen sind, haben beim Weibe häufig keine tiefere Ursache und heben sich oft unerwartet rasch wieder. Ein Blick auf die Geschichte des weiblichen Geschlechts ergibt, daß die Lage und Stellung desselben von der Bildung des männlichen abhängt und eins der wichtigsten Symptome des Nationalcharakters und der Kulturstufe eines Volks ist. Bei den meisten rohen Völkern des asiat. Nordens, Amerikas, Afrikas ist das Weib wenig mehr als Sklapin und Lasttier; es steht in der äußersten Abhängigkeit und Erniedrigung und wird nur als Instrument für die Bedürfnisse des Mannes betrachtet und behandelt. In solchen Verhältnissen, wo auf die Treue des Weibes in der Regel nicht gerechnet ist, die Vaterschaft daher mehr oder weniger ungewiß bleibt, pflegen die Kinder der Mutter zu gehören und dieselbe zu beerben, während die Erbschaft der Väter auf Geschwister und Schwesterkinder übergeht. Die Geltung dieses mütterlichen Erbrechts bei fast allen wilden Völkern beurkundet den dort herrschenden niedrigsten Grad des Familienlebens und die Stellung der F. in demselben. Auch in der Polygamie der südasiat. Völker wird die Treue des Weibes noch nicht als auf Moral beruhend angesehen, daher nur mit äußern Mitteln erzwungen und so eine würdige Stellung der F. vereitelt, deren Bedingungen überhaupt ausschließlich auf Monogamie beruhen. Unter den Kulturvölkern der Alten Welt, den Griechen und Römern, war die Stellung der schon eine viel bedeutsamere und würdige. Obgleich die griechischen F. noch in ihren Gynäceen fast abgesperrt und lediglich mit häuslichen Arbeiten beschäftigt unter ihren Sklavinnen lebten, so genoß doch die liebende Mutter und Schwester, die sich Lehnme Gattin bei den Griechen eine ohe Verehrung. Geschichtschreiber feierten edle Thaten der F.; Dichter wie Homer, Sophokles und Euripides stellten reine Ideale echter Weiblichkeit auf in einer Penelope, Iphigenia, Antigone, Elektra, Alcestis; auch die bildende Kunst drückte in ihren Juno⸗, Diana⸗, Minerva⸗ und Musengestalten ein inniges Gefühl aus für weibliche Würde und Größe. Aber auch die Römerinnen, dem Gesamtcharakter ihres Volks entsprechend mehr ernst, gemessen und sittlich-streng als geistreich und poetisch regsam, übten sowohl in der Familie auf ihre Kinder wie überhaupt auf das ganze Staatsleben einen durch die ganze Geschichte Roms durchgehenden und sehr kenntlichen moralischen Einfluß aus. Es genügt, an die Jungfrauen der Vesta, welche das symbolische Feuer der Keuschheit hüteten, und an die Würde einer röm. Matrone zu erinnern, ein Ehrentitel, welcher, alle weibliche Tugend, Würde und Ehrbarkeit umfassend, sich bis auf die Jetztzeit vererbt hat. Obgleich die römischen F., mehr durch die strenge Sitte als durch äußern Zwang bewogen, sehr eingezogen lebten, war es ihnen doch durch das Gesetz vergönnt, bei Schauspielen und Gastmählern gegenwärtig zu sein. Mit dem Verfall der alten Zucht und Sitte verlor indessen in Griechenland und Rom auch das Weib seine Würde, und die Zersetzung des Familienlebens ging Hand in Hand mit dem Zerfalle des politischen. In Athen war ein Symptom davon das immer allgemeiner sich verbreitende Hetärenwesen. Hetären, wie Lais, Phryne, Leontium, Hipparchia, Lamia, stehen an der Pforte, welche zum Untergange der einfachen Sitten des alten Griechenland führte. Selbst die strengen Spartanerinnen ergaben sich später der Uppigkeit, und die Lykurgischen Gesetze selbst, nur für eine einfache und unschuldige Zeit berechnet, beförderten zu der Zeit der Ausartung die Zügellosigkeit und den Ehebruch. Auch in den Untergangszeiten Roms spielt das Weib eine ebenso traurige als hervortretende Rolle, indem Wollust, Herrschsucht und Intriguensucht unter den F. überhand nahmen. Man denke an Julia, des Augustus Tochter, an Messalina, u u. s. w. Dieser Verderbnis arbeitete im kräftige Volk der Germanen, befruchtet mit den bildenden Ideen des Christentums, dem Staats- und Familienleben eine neue Gestalt gab. Zu einem wahren Kultus erhob sich die Verehrung der — zur Zeit der höchsten Blüte des Rittertums. letztere selbst Sänger, huldigten der Macht weiblicher Schönheit. Für die F. dichtete man, für sie zog man in den Kampf und zu Turnieren. Es trat durch diese neue Art von schwärmerischer Empfindung ein poetisches Lebensideal in die Welt ein, in welchem das Höchste aus den verschiedenen Zweigen der antiken Geistesbildung sowohl occident. als orient. Völker verschmolz, in welchem der Platoniker seinen philos. Liebesenthusiasmus, der nordische Recke sein Urbild der Treue bis in den Tod, der christl. Ascet sein Emporgehobensein über Welt und Grab, der arab. Dichter die tiefen Herzenstöne seiner Poesie der Rose und Nachtigall wiedererkennen durfte. (S. Minne.) Es trat ein Urbild der Schönheit und des Glücks in die Welt ein, welches nicht einem einzelnen Volke oder einer einzelnen Bildungsstufe, sondern der Menschheit und ihrer Gesamtentwickelung angehört, daher eine Vollendung auch nicht im Anfange seines uftretens erlebte, sondern in steigender Entwickelung von der Zukunft erwartet. Seine Wahrheit besteht in der lebendigen Anerkennung, daß der Begriff des vollkommenen Menschen nicht darstellbar ist durch ideale Vollendung einer einzelnen Person (der männlichen), sondern allein durch die Wechselwirkung zweier geistiger Urcharaktere, in die sich der Begriff des uberd gliedert, des Mannes und der F. Weil a andpunkt im Rittertum des Mittelalters erst ein be eroberter war, so drang er nirgends tief ins en ein, sondern erschien zunächst nur wie ein reizendes, phantastisch dekoriertes Schauspiel, orin die tiefsinnige und religiöse Schwärmerei den klaren Gedanken überwog, während im alltäglichen Leben immer noch die häufigen Spuren von brutaler Verachtung des weiblichen Geschlechts und Verhöhnung seiner Rechte unterliefen. Die Folge davon war, daß der Minnedienst seine ansimgliche Tiefe immer mehr verlor, bis er zuletzt in die oberflächliche franz. Galanterie, gemischt aus schäferlich-arkadischen und chevaleresken Elementen, steif und frivol, ceremoniös und kokett zu gleicher Zeit, völlig ausartete. Es bildeten sich bestimmte Regeln für das Schickliche; man lernte nach dem Anstande lieben; geistreiche F. hatten den Vorsitz in litterarischen Cirkeln; franz. Hofetikette und franz. Maitressenwesen traten mit dieser Galanterie in Verbindung, und auch an mehrern kleinern deutschen Höfen ward mit Frivolität und üppiger Vergnügungssucht diese galante Form des Umgangs zwischen beiden Ges Hlechtern nachgeahmt. Andererseits war es aber Deutschland, wo das ng der ritterlichen Minne seine Wiederherstelng erlebte durch eine völlige Zurückversetzung in die Tiefe seines philos. und religiösen Ursprungs. Vertreter dieses echten Rittertums waren die deut-Dichter, Klopstock an der Spitze. Als Bild schen e. Als ur Veranschauli 10 ihres Menschheitsideals ente die deutsche F., der mütlich und häuslich-schlicht als witzig und geist-H. ist, bei welcher daher im Gegensatz zur roman. Galanterie die Liebe und der Umgangston weit eher nach der entgegengesetzten Seite des Ernstes und der Empfindsamkeit, der innigen Sympathie und träumerischen Schwermut herüberneigte, weshalb man die Klopstocksche Periode unserer Litteratur als die sentimentale zu bezeichnen liebt. Gerade die aus dieser Richtung sich ergebenden Überschwenglichkeiten, welche von Lessing, Wieland, Goethe und Schiller vermieden und auf ihr richtiges Maß zurückgebracht wurden, charakterisieren aber am genauesten die Tiefe des german. Frauenideals, weil in ihnen gerade das überschwenglich zu Tage trat, was dort mangelte, nämlich an der Stelle der geistvollen Spiele des Witzes die Sprache des vollen Herzens. Dieser Vertiefung des Ideals ist seitdem aber auch die reaktionäre Gegenströmung einer sog. Emancipation der F. entgegengetreten, getragen von dem Grundirrtum, daß das Ideal der Menschheit die vollendete Einzelperson (der Mann) sei, die F. ihre Ebenbürtigkeit daher nicht schon in sich selbst besitze, sondern erst durch eine möglichst große Annäherung an die eigentümlichen Vorzüge des männlichen Geschlechts zu erstreben habe. Von diesem Grundirrtum aus erhob sich schon im 18. Jahrh. die Frage, ob nicht die ganze soziale Stellung der F. 442.2 eine andere Erziehung und durch eine größere Teilnahme derselben an öffentlichen Angelegenheiten wesentlich verbessert werden könne. Kräftig sprach dafür eine Engländerin, Mary Wollstonecraft, in der Schrift Rettung der Rechte des Weibeso (deutsch von Salzmann, 2 Bde., Schnepfenthal 1793); gleichen Zweck verfolgte auch ihr späterer Gatte Will. Godwin in «Inquiry concerning political justice (Lond. 1792), sowie Th. G. von Hippel in «über die Ehes und «über die bürgerliche Verbesserung der Weiber v. Im 19. Jahrh. fand diese Tendenz besonders in den Saint-Simonisten und durch Schriftstellerinnen wie George Sand ihre Vertreter. (S. Frauenfrage. Vgl. Meiners, «Geschichte des weiblichen Ge⸗ «„Recherches sur la condition civile et politique des femmes depuis les Romains jusqu'à nos joursy Par. 1843); Weinhold, «Die deutschen F. im kittelaltero (Wien 1851); Jung, «F. und Männere (Königsb. 1847); Klemm, «Die F. Kulturgeschichtliche Schilderungeno (6 Bde., Dresd. 1854 —59); J. Michelet, La femmey (Par. 1859; deutsch von Spielhagen, 2. Aufl., Lpz. 1875); Du Mont, „Das Weib. Philosoph. Briefe über dessen Wesen und Verhältnis zum Mannp (2. Aufl., Lpz. 1880). Frauen- und Kinderarbeit kam schon längst in der Hausindustrie zur Verwendung, hat aber namentlich in dem modernen Fabrikwesen eine um so mehr steigende Bedeutung erlangt, je mehr die Erfindungen der Mechanik es ermöglichten, die menschliche Mitwirkung bei der Fabrikation 90f eine bloße Beaufsichtigung der Maschinen und au leichte und einfache Handgriffe zu beschränken. Die sozialen Übel, welche die Fabrikarbeit der Frauen und Kinder mit sich bringt, namentlich die Zerreißung der Familien und die drohende physische Degeneration des ganzen Nachwuchses, ließen schon bald gewisse gesetzliche Beschränkungen derselben nötig erscheinen, und die Maßregeln dieser Art, in denen England, wie auch in der Ausbildung der Fabrikindustrie, vorangegangen ist, bilden einen Hauptteil der Fabrikgesetzgebung (s. d.). Durch den Workshop regulation acto von 1867 und einige —— Gesetze wurde der staatliche Schutz auch auf die Frauen und Kinder in den Werkstätten und damit teilweise auch auf die Hausindustrie ausgedehnt, selbst wenn die letztere lediglich auf der Arbeit der Familienmitglieder beruht. Eine wirksame Kontrolle ist aber im letztern Falle wohl kaum durchzuführen. Auf dem Kontinent ist eine Regelung der Hausarbeit der Frauen und Kinder, abgesehen von der Schulpflicht der letztern, noch so gut wie gar nicht in Angriff genommen. Übermäßige Anstrengung der Kinder ist daher nicht selten, aber die Lage der mit Hausindustrie beschäftigten Familien ist in manchen Gegenden eine so traurige, daß sie ohne die äußerste Anspannung der Kräfte aller ihrer Mitglieder auch nicht einmal notdürftig existieren können. Sehr hart ist auch vielfach das Los der alleinstehenden Näherinnen, Stickerinnen und ähnlicher Arbeiterinnen in den großen Städten, da hier die Löhne oft außerordentlich tief herabgedrückt sind, teilweise infolge der stillen Konkurrenz von Frauen aus den mittlern Klassen, die einen Nebenverdienst suchen. Über die thatsächlichen Verhältnisse der in den Fabriken beschäftigten Frauen und Kinder wurde, wie schon mehrfach in England und in andern Ländern, auch im Deutschen Reiche 1874 eine Enquéte angeordnet. Dieselbe ergab unter anderm, daß die Zahl der Fabrikarbeiterinnen von mehr als 16 Jahren nahezu 226000 betrug, von denen mehr als die Hälfte, nämlich 128 500, auf die Textilindustrie kamen. Von der Gesamtzahl entfielen auf Preußen 53, auf Sachsen 18, auf Bayern 8 Proz. Der Wochenlohn der Arbeiterinnen schwankte durchschnittlich zwischen 5 und 8 Mark und erhob sich nur ausnahmsweise bis 19 Mark. Die Zahl der jugendlichen Fabrikarbeiter betrug im ganzen 88000 (in Preußen allein 47500, in Sachsen 17000), und von dieser Ziffer kamen 24 Proz. auf das Alter von 12—14 J. und 76 Proz. auf das Alter von 14 —16 J., andererseits 60 Proz. auf das männliche und 40 Proz. auf das weibliche Geschlecht. Der wöchentliche Lohn betrug in der ersten Altersklasse durchschnittlich 3, in der zweiten 5 Mark. Vgl. «Ergebnisse der über die Frauenarbeit in den Fabriken auf Beschluß des Bundesrats angestellten Erhebungen (Berl. 1877); Jules Simon, 4L'ouyvrière (2. Aufl., Par. 1861) und „Louvrier de huit anso (4. Aufl., Par. 1867). NW. von Fulda ünet Berg, welcher einst die Wohnstätte von Bonifacius war; Ho demselben steht ein ehemaliges Franziskanerkloster, dessen einer Saal die Bildnisse sämtlicher Abte und Bischöfe von Fulda enthält. Ein anderer Frauenber liegt neben Hersfeld, nördlich von Fulda, an der Fulda. Ein dritter Frauenberg liegt östlich von Marburg, neben der Lahn, in den Lahnbergen der 379m hohe Gipfel. Ein vierter liegt 2 Km westlich von Sondershausen in der Schwarzburgischen Unterherrschaft; auf ihm stand die Feste Jechabur in der spätern Karolingerzeit königl. Pfalz, welche 933 von den Hunnen belagert und erobert wurde. Schloß im südl. Böhmen. Dasselbe gehört zum Markte Podhrad (d. h. unter dem Schlosse) in der Bezirkshauptmannschaft Budweis, an der Franz-Josephsbahn, der (1881) 1533 E. größtenteils slaw. Zunge zählt. Als Herrensitz hatte in der Geschichte des Landes seit dem 13. Jahrh. eine hervorragende Bedeutung; durch die Fürsten von Schwarzenberg, deren Ahnherr Johann Adolf 1661 in den Besitz des umfangreichen Herrschaftsgebiets kam, ist es der prachtvollste Schloßbau im ganzen Lande geworden. Das Schloß, im J. 1840 pvom Fürsten Johann Adolf auf Anregung seiner Gemahlin Eleonora begonnen, ist im Stile der Tudorschen Gotik nach dem Muster des Schlosses zu Windsor ausgeführt und umfaßt zwei Hent. Höfe mit 140 Räumen, in denen wertvolle Denkmäler der Kunst aufgestellt sind. Die Bibliothek enthält 7000 Bände, größtenteils Bohemica.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 241Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 12

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Geschichte 6