Frauenstein, Stadt im Königreich Sachsen, Kreishauptmannschaft Dresden, Amtshauptmannschaft Dippoldiswalde, 18 EKm im SW. von Dippoldiswalde, zwischen der Bobritsch und Gimmlitz, in 656 m Höhe, hat 1447 meist evang. E., Amtsgericht, Forstrentamt und Oberförsterei. Dabei liegt ein königl. Schloß nebst Park, 1588 von denen von Schönberg gebaut, und eine verfallene Burg mit drei Türmen, welche oft den meißener Burggrafen zum Aufenthalt diente. Die Bewohner treiben Ackerbau, Kistenfabrikation und etwas Bergbau. rauentag, soviel wie Marienfest, besonders Mariä Verkündigung (25. März) oder Mariä Himmelfahrt (15. Aug.). rauenveil, s. unter Hesperis. rauenvereine, die nicht einen rein privaten Charakter tragen, sondern mehr oder weniger an die Offentlichkeit treten, sind in der neuern Zeit, teilweise im Zusammenhang mit den auf eine Anderung der Stellung der Frauen gerichteten Bestrebungen (s. Frauenfrage), in nicht geringer Zahl entstanden. Die von denselben verfolgten Zwecke sind sehr verschiedener Art. Die einen haben durchaus politische, häufig sogar radikale und sozialistische Tendenzen, indem sie die politische und gesellschaftliche Emancipation der Frauen auf ihr Programm geschrieben haben. Solche Vereine für die Frauenrechte sind namentlich in England und Amerika verbreitet, doch fehlen sie auch nicht auf dem europ. Kontinent, wie die 1868 in Genf gegründete Ligue internationale des femmes und zahlreiche, gegenwärtig in Frankreich bestehende sog. Syndikalkammern für Frauen beweisen. Diese letztern sind meistens stark sozialistisch gefärbt, jedoch haben auch manche ihren ursprünglichen Charakter, nämlich den von Gewerkvereinen, bewahrt. Weibliche Gewerkvereine, deren Zweck hauptsächlich darin besteht, die Löhne und überhaupt die Arbeitsbedingungen möglichst günstig zu gestalten, kommen auch in England und andern Ländern vor und können innerhalb gewisser Grenzen ebenso nützlich für ihre Mitglieder wirken, wie die männlichen Vereine dieser Art. Wesentlich auf wirtschaftlichem Boden bewegen sich die F., welche Ausdehnung des Gebietes der Erwerbsthätigkeit des weiblichen Geschlechts bezwecken, zu denen namentlich der unter dem Protektorat der Kronprinzessin Victoria von Deutschland stehende Letteverein in Berlin (s. unter Frauenfrage) und der Allgemeine deutsche Frauenverein in Leipzig gehören. Die Hausfrauenvereine, wie sie in großen Städten entstanden sind, haben eine mehr privatwirtschaftliche Bedeutung, indem sie ähnlich wie die Konsumvereine die möglichst billige Beschaffung von Lebensmitteln bezwecken. Am meisten Beachtung aber verdienen diejenigen F., die sich philanthropische und gemeinnützige Aufgaben gestellt haben, und unter diesen haben die Vereine „Vom roten Kreuzv für freiwillige Krankenpflege in der neuesten Zeit eine besondere Wichtigkeit erlangt. Ihre Hauptaufgabe haben dieselben allerdings in Kriegszeiten zu erfüllen, doch setzen sie auch im Frieden eine segensreiche Thätigkeit fort, indem sie nicht nur nach Bedürfnis für die Pflege der Invaliden sorgen, sondern auch regen Anteil nehmen an der Krankenpflege der Armee und an allen Bestrebungen zur Linderung von Notständen, wie z. B. bei den Rheinüberschwemmungen von 1882. Es gehören hierher der Vaterländische F. in Preußen mit über 50000 Mitgliedern, der bayerische F., der sächs. Albert-Verein, der babas Alt der württemb. Wohlthätigkeitsverein, der hess. Alice-Verein u. s. w. Schon im J. 1871 traten diese Vereine zu einem Verbande deutscher F. zusammen und seit 1878 besteht auch ein ständiger Ausschuß desselben. In einigen Bundesstaaten, so namentlich in Baden, ist auch bereits eine organisierte Verbindung zwischen den F. und den g eichartigen Männervereinen hergestellt worden. Vgl. „Handbuch der deutschen F.» (Berl. 1881). Deanulein beie Insel im Chiemsee (s. d.). edles Mädchen, speziell eine Fürstentochter (ietzt Prinzessin); daher Fräuleinsteuer soviel wie Prinzessinsteuer; Fräuleinstift, Stift für adelige unverheiratete Damen.