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ErdkundeBrockhaus 1882

Bengaäsi, Ben-Ghäzi, Hauptstadt von Barka oder des türk. Vilajets B., nächst Tripolis der wichtigste Hafen der unmittelbaren sie der Ere der forte in 2 liegt an der Ostküste der Großen yrte oder des Golfs von Sidrah auf einer Sanddüne, welche durch einen s alzigen Strandsee (Sebcha) vom Festlande getrennt ist. Die Stadt bietet von der Seeseite aus einen traurigen Anblick, indem jährlich mehr und mehr zusammen mpft, w rend die Sebcha auf der andern Seite leine Erweidie den dafen vom Mane trennt, liegt das Kale, terung gestattet. Auf der Spitze der Landzunge, ein uN Gebäude mit vier Türmen, aber baufä lig. Auf der entgegengesetzten Seite wird die Stadt von einem Hügel mit dem Friedhofe und zwei Marabutgräbern begrenzt. Im Innern liegt das Regierungsgebäude und die Kaserne für et aderragt von 500 Mann. Ein einziges Minaret überragt die niedrigen Häuser, die aus weichem Sandstein aufgeführt sind. Das hervorragendste Gebäude ist das erst neuerdings erbaute Franziskanerkloster, in dem sich auch die kath. Kirche befindet. Die Brunnen der Stadt haben nur brakisches Wasser, und das Holt wenden. d aus dem Dorfe Sauäni herbeigeholt werden. Der Hafen ist nur noch kleinen Sch en zugänglich und versandet immer mehr. Die Stadt hat mit Einschluß der nächsten Umgebung ungefähr 7000 arab. und jüdische E. und ist Sitz eines Kaimakams, der an die Pforte eine Abvon 4000 Beuteln (etwa 4 Mill. Frs.) 2* Die Bazars sind ziemlich gut versehen, 30 Handel, seit keine Karawanen mehr aus Süüden eintreffen, gänzlich daniederliegt. Die Bevölkerung lebt jetzt meist vom Ackerbau und führt Getreide und Schlachtvieh nach Malta aus. B. i das alte Hesperides oder Berenike (in Cyrenaika), von welchem sich noch mehrere Überreste finden. Beugel (Joh. Albr.), bedeutender württemb. Theolog, geb. 24. Juni 1687 im Städtchen Winnenden, besuchte 1699 — 1703 das Gymnasium zu Stuttgart, bezog 1703 die Universität Tübingen, ward mit 17 Jahren Magister, 1707 Vikar zu Mezngen bei Urach, 1708 Repetent am Tübinger Stift, 1713 Prediger und Klosterpräceptor, d. Professor am Seminar zu Denkendorf, 1741 Prop 1 brechtingen, 1747 Mitglied des landschaft-Prala E sses, 1749 Rat im Konsistorium und Pr i Begrũ des sog. ader Te Realismusv, d. h. dersenigen Richtung in der Theologie, welche nicht sowohl das aus der persönlichen Erfa des frommen Gemüts oder aus den symbolis Eutten jeder Konfession oder aus der religiösen Spetulation gewonnene System durch einzelne Sprüche der Schrift bewahrheiten, sondern aus der als organisches Ganzes betrachteten Lahrhei ein System unbedingt geltender religiöser Wa snd erst gewinnen will. Von seinen Schriften sind hervorzuheben: Erklärte Offenbarung Johanniso (Stuttg. 1740; Reutl. 1856 u. öfter), 460 erbauliche Reden über die Offenbarungy (Stuttg. 1747), kräftigtes Zeugnis der Wahrheit' h. 1749), Ordo temporum a principio per periodos oëeconomiae divinae historicus atque propheticusv (Tüb. 1741), die kritische Ausgabe des Neuen Testaments (Tüb. 1734). In seinem „Gnomon Novi Testamentiv (Tüb. 1742 u. öster; neu herausg. von Steudel, 2 Bde., Stuttg. 1860) gibt er keinen eigentlichen eine e noch jetzt beachtenswerter Bemerkungen m Verständnis der Schrift. Der Abriß der Bendergemeinder (Stuttg. 1751) wendet sich gegen deren einseitige Blut⸗ und Wundentheologie. Vgl. Burk, B.s Leben und Wirken» (Stuttg. 1831) und „B.s litterarischer Briefwechseld (Stuttg. 1836); Wächter, „Johann 7½7 B.» (Stuttg. 1865). — Ernst Gottlieb von B., Enkelsohn des vorin, geb. 5. Nov. 1769 zu Zavelstein auf dem Schwarzwalde, bis 1806 Vastor zu Marbach, starb 23. März 1826 als Prälat, Professor der Theolo rgen kommen zahlreiche Flüsse, unter denen der Cuvo, Catumbella und der Rio San-Francisco die bedeutendsten; sie bilden zahlreiche, herrliche Wasserfälle, und unter diesen ist der im ganzen 100 m hohe des Mudschindschi der schönste, am Abhange des Gebirgszugs von Homa: leidet das Land Mangel an gutem Trinkwasser. Man gewinnt Silber, Kupfer und Eisen, ½• in Fulle. Das flanzenreich — in üppiger Vegetation Apfelinen, Weintrauben, Bananen, Mais verschiedene zen. Auch gedeihen die europ. Gemüse vortrefflich, und Zuckerrohr wächst an den Ufern des Catumbella. Daneben ist das Land voll von wilden Tieren. Drei Arten von Hyänen, Löwen, welche drei bis an die Stadt B. kommen, Elefanten, Büffel, ebras, Antilopen, Perlhühner, Lachtauben finden ich in Menge. Die Viehzucht is im ganzen gering. Die Einwohner gehören zum Congostamme un bedienen sich der Bundasprache. Sie stehen au einer niedern Stufe der Gesittung und sind mei noch Fetischdiener. Der portug. Sklavenhandel, durch den noch 1838 an 20000 Sklaven aus der der Bevött B. ausgeführt wurden, hat die Hebung der Bevölkerung ver +1 Die Portugiesen verwalten das Land zugleich mit Angola. Gegenwärtig bildet B. eine portug. Kolonie mit dem Titel eines Königreichs neben den Königreichen Angola und ½⁷ die unter dem zu Loanda residierenden Generalgouverneur von Angola 141 und eine Bevölkerung von vielleicht 2 Mill. Seelen, [darunter nur 3000 Weiße und Mulatten, haben. Die Hauptstadt Benguela oder San-Felipe de Benguela, in einem reizenden, aber ungesunden Thale weitläufig erbaut zählt etwa 3000 E., wovon drei Viertel freie Shace während die etwa 100 Mann starke Besatzung das Der Sufen ! ent der weißen Bevölkerung liefert. gänglich. Von den wilden Schaggas 1836 zerstört, hat sich die Stadt zwar wieder erholt, trägt aber im ganzen die Spuren des zunehmenden Verfalls. Die Kirche von B. steht unter dem Bischof von Loanda, doch fehlt regelmäßiger Gottesdienst und aller Schulunterricht. Von ndustrie ist keine Spur vorhanden, und alle Bedurfnisse der Art werden der Bevölkerung durch einige meist portug. und brasil. andelsschiffe zugeführt. 4 600 eine regelmäßige ostverbindung mit Europa besteht nicht. Nur als tapelplatz fsür die aus dem Innern kommenden Artikel, wie Elefantenzähne, Pantherfelle, 47 u. s. w. hat B. einige Bedeutung. Die Stadt B. wird von den Portugiesen selbst als «Hölles beeichnet. Das in der Umgegend herrschende Küstenfeber und die Dysenterie raffen die nsiedler hinweg und treten hier jeder weitern Kolonisation Ca ernd in den Weg. Dagegen hat das Presidio aconda, 260 km ostsüdöstlich von B., eine * den Handelsverkehr nach Südosten wichtige Faktorei mit etwa 3000 E., einschließlich der nächsten im Eumbet Etwa 160 km im NNO. von B. liegt im Sumbe-Lande das Presidio Novo-Redondo mit einem 1510 und etwa 100 Negerbaracken auf schroffer Felsküste, in einer an allen 0 ei Produkten reichen Umgebung und immer noch ein Hauptplatz für die Sklavenaus hr. Etwa 320 km im SSW. von B., an der Kleinen Fischbai, liegt das Gonder Mossämedes mit 3000 E., jetzt Sitz des ouverneurs von Südbenguela, erst 1840 angelegt und wohl gedeihend, in einer an Hilfsquellen reichen Gegend. Vgl. Tams, Die portug. Besitzungen in Südwestafrikaß (Hamb. 1845); Magyar, Reisen in Südafrika in den J. 1849—57t, aus dem Ungarischen von Hunfalvy (Bd. 1, Pest 1859).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 766Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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