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ErdkundeBrockhaus 1882

Freudenberg, Stadt im Großherzogtum Baden, Kreis Mosbach, Amtsbezirk Wertheim, 20,8 km im W. von Wertheim, links am Main, welcher hier die Grenze gegen Bayern bildet, zählt (1880) 1757 überwiegend kath. E., hat Steinbrüche, Obst⸗ und Weinbau, Obsthandel mit dem Innern Frankreichs und England, Tabaksbau und Schiffahrt und die Ruine eines vom Bischof von Würzburg gegen Ende des 12. Jahrh. erbauten Schlosses, jetzt dem Fürsten von Löwenstein-Wertheim-Freudenberg gehörig. —t13 Mariaä, in der kath. Kirche die sieben Geheimnisse der Erlösung, welche der Jungfrau Maria zu besonderer Freude gereichten. Es sind: die Menschwerdung des Logos, die Heimsuchung der Clisabeth, die Geburt Jesu, die Aufopferung im Tempel, die Wiederfindung Jesu im Tempel, die Wiedererblickung Jesu nach seiner Auferstehung, die Krönung der Maria im Himmel. Schwarzwaldkreis, Station der Linie Stuttgart-F. (Gäubahn) der Württembergischen Staatsbahn und Ausgangspunkt der (1883) im Bau begriffenen Kinzigbahn F.⸗Wolfach, über dem Forbachthale in 729 m Höhe gelegen und regelmäßig gebaut, in der Mitte mit einem großen quadratischen, von Arkaden umgebenen Platze, zählt (1880) 6026 E. (von denen 173 Katholiken), ist Sitz eines Amtsgerichts, eines Forstamts, einer Gewerbebank, hat bedeutenden Waldbesitz, Frucht⸗, Holze und Viehhandel, ein Eisenwerk, Sägemühlen, Flachs⸗ und Wollspinnerei, Seidenspinnerei, Leinweberei, Stückbleicherei, Fabrikation von Tuch und Flanell und viel Nagelschmiede. Im J. 1599 gründete Herzog Friedrich I. den Ort, der zuerst Friedrichsstadt hieß, und bevölkerte ihn mit vertriebenen Protestanten aus OÖsterreich, Steiermark und Kärnten. Schon nach sieben Jahren hatte er 2000 E. und wurde F. genannt. Im J. 1661 wurde mit der Befestigung angefangen, die aber nicht beendet wurde. Es verödete 1634 ganz durch einen Überfall von Krogaten. Zu F. gehört der Weiler Christophsthal am Vorbach mit Hammerwerken, Pfannenhammer, Walzwerk, Stahl⸗ und Sensenfabrikation, mehrern Mühlen, Woll- und Flachsspinnerei, Schwerspatmühle und 510 E.; sowie der Weiler Kniebis mit 246 E., 11 km im NW. von F., 934 müber dem Meere, auf der Höhe des Kniebispasses.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 297Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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