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ErdkundeBrockhaus 1882

Engen, Stadt im Großherzogtum Baden, Kreis und Landgerichtsbezirk ˙47½ 38 km im NW. von diesem Orte, 15 Km im NNW. von Singen, an der westl. Aach, in 528 m Höhe, ist der Hauptort des Hegau und Station der Linie Offenburg-Singen (Schwarzwaldbahn) der Badischen Staatsbahn. E., Sitz eines Bezirksamts, eines Amtsgeriht und einer Bezirksforstei, hat einen Vorschuß- und Sparverein, eine Spar⸗ und Waisenkasse und zählt (1880) 1621 überwiegend kath. E., welche sich mit Landwirtschaft, Viehzucht, Weinbau und Gardinenstickerei beschäftigen. In der roman. Pfarrkirche aus dem 12. Jahrh. befinden sich die Gräber der Grafen Pappenheim. — Die Gründung der Stadt fällt ins 9. Jahrh. Im J. 1499 ward E. von den Schweizern vergeblich belagert, 1640 von den Schweden und Franzosen, 1796 und 1800 von Moreaus Armee wegen Angriffen auf franz. Marodeurs geplündert und teilweise abgebrannt. Bei E. besiegte Moreau 3. Mai 1800 die Osterreicher unter Kray. In der Nähe liegt ein Schloß der Fürsten von Fürstenberg. Etwa 3 km im S. von der Stadt erhebt sich der 818 m hohe steile Basaltkegel HHhenhöwen mit der Ruine des Schlosses der Freiherren von Höwen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 139Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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