FeedFretum (lat.)
TierreichBrockhaus 1882

Fretum (lat.), Meerenge. Dent ist eine Art des Lustgefühls, und zwar nach dem gewöhnlichen Wortgebrauch diejenige, welche nicht sowohl durch Befriedigung sinnlicher Triebe, als vielmehr durch Erfüllung der in der Überlegung entsprungenen Wünsche hervorgebracht wird und deshalb mit einem augenblicklichen sinnlichen Wohlergehen ebensowohl in Widerspruch treten als übereinstimmen kann. Denn man kann sich ebensowohl über ehrenvoll empfangene Wunden und Schmerzen freuen, als über eine vorhandene Lustbarkeit, die man besser vermieden hätte, ärgern. So geben schon Tiere von edlerer Art, wie Hunde und Pferde, welche sich freuen können über die Wiederankunft ihres Herrn, über seinen Beifall und seine Gunstbezeigungen u. dgl., eben hierdurch Zeichen von einem Seelen-oder Gemütseben, welches weit über den Kreis der bloßen sinnlichen Lust⸗ und Unlustempfindungen hinauseht. Der physische Ausdruck der F. besteht beim Menschen hauptsächlich in der Rötung des Gesichts, im Lächeln und Lachen und bei höhern Graden in verschiedenen Bewegungen, wie Herumtanzen, in die Hände schlagen u. s. w. Unter edeln F. werden vorzugsweise die verstanden, welche entweder aus sittlichen Triebfedern entspringen, wie die F. am Gelingen gemeinnütziger Thätigkeit, die F. der Ehre, des Fleißes, der Treue, der Dankbarkeit, oder auf der übung geistiger Thätigkeiten beruhen, wie die intellektuellen F. der Wissenschaftsforschung und die ästhetischen der Kunstproduktion, des Kunstgenusses und der kontemplativen Naturbeschauung. Unedle F. sind solche, welche entweder aus unsittlichen Triebfedern hervorgehen, wie Schadenfreude, F. am Müßiggang, oder auf kleinlichen Interessen beruhen, wie F. an Tändeleien, fadem Zeitvertreib u. dgl.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 297Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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