Friedländer (Ludw.), Philolog und Altertumsforscher, geb. 24. Juli 1824 zu Königsberg, erhielt aselbst seine Gymnasialbildung, begann auf der dortigen Universität 1841 seine philol. Studien, die er zu Leipzig und Berlin fortsetzte, und habilitierte sich 1847 als Privatdocent zu Königsberg, wo er 1859 die ord. Professur der klassischen Philologie und Archäologie erhielt; 1853—54 hatte F. eine wissenschaftliche Reise durch Italien unternommen. Seine Forschungen und Arbeiten erstrecken sich vorzugsweise auf die Kritik der Homerischen Gedichte und die Darstellung des antiken, insbesondere altröm. Lebens. In ersterer Beziehung sind von seinen Schriften zu nennen: die Ausgaben der auf uns gekommenen Reste von Nikanors Schrift über die Homerische Interpunktion (Königsb. 1850) und von des Aristonikos Buch über die kritischen Zeichen in der Iliade (Gött. 1853), dann die „Zwei Homerische Wörterverzeichnisseß (Lpz. 1860), die Analecta Homerica v (Lpz. 1859) und die Abhandlung über KDie Homerische Kritik von Wolf bis Grote v (Berl. 1853). In weitern Kreisen hat F. seinen Namen bekannt gemacht durch die vortrefflichen „Darstellungen aus der Sittengeschichte Roms v (Bd. 1 u. 2, Opz. 1862—64; Bd. 3, 1871; 5. Aufl., 3 Bde., Lpz. 1881), welchen, außer andern Beiträgen zur Kunde des röm. Altertums, die Abhandlungen Küber den Kunstsinn der Römer in der Kaiserzeito (Königsb. 1852) und über die Spiele der alten Römer (in Becker-Marquardts «Handbuch der röm. Altertümer, Bd. 4, Lpz. 1856; neu bearbeitet in Marquardts Römischer Staatsverwaltungo, Bd. 3, 1878) vorausgegangen waren.