Frühlingssaft nennt man in der Botanik den am Anfang des Frühjahrs oder besser am Anfange jeder neuen Vegetationsperiode auftretenden reichlichen Saftstrom in den perennierenden Pflanzen. An manchen Bäumen, wie an der Birke, am Ahorn, kann man ziemlich bedeutende Mengen dieses F. dadurch erhalten, daß man die Bäume anbohrt und so die Flüssigkeit ausfließen läßt; dieselbe ist schwach zuckerhaltig und kann als Getränk genossen werden. Auch das sog. Bluten oder Thränen des Weinstocks gehört hierher; es besteht darin, daß im Frühjahr beim Beschneiden der Reben reichliche Mengen von Flüssigkeit aus den Schnittflächen hervortreten.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 388Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei